Der Anninger - Bauwerke

Jubiläumswarte | Wilhelmswarte | Klesheimwarte | Husarentempel | Sender
Anningerhaus | Krauste Linde | Veiglhütte | Hubertushütte | Bockerl | Richardhof | Rudolf Proksch-Hütte
Unterstandshütten | Kaisergerndlhaus | Bergheim | Schießstätten | Gasleitung | Burg Mödling | Bergbahnen

Für den Wanderer und Spaziergänger interessante Bauwerke am Anninger sind die verschiedenen Schutzhütten und die beiden Aussichtswarten. An einigen Stellen findet man Reste ehemaliger Schutzhütten. Schließlich gibt es noch den markanten Sender, der weithin sichtbar ist.


Jubiläumswarte

Die Jubiläumswarte am Eschenkogel (653 m) ist ein wichtiger Punkt auf dem Anninger. Bei entsprechendem Wetter bietet sie eine wunderbare Aussicht, an manchen Tagen bis zum Ötscher! Allerdings nehmen die meisten Spaziergänger nach der Mühe des Aufstiegs auf den Anninger nicht mehr die kleine zusätzliche Mühe des Aufstiegs auf die Warte auf sich.

Die 25 m hohe Eisenkonstruktion der Warte wurde im Jahr 1898 vom Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 errichtet aus Anlass des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef. Das letzte Stück steigt man auf einer eisernen Wendeltreppe hinauf, auf den Stufen findet man die Aufschrift WAAGNER WIEN. Einstmals stand auf der betonierten Plattform unter der Warte eine Unterstandshütte, von dieser ist nichts mehr zu sehen, nur mehr die Steinstufen zur Plattform sind vorhanden.

Bevor diese Warte errichtet wurde, befand sich hier die Sophienwarte, benannt nach Baronin Sophie von Todesco, einer Wohltäterin des Vereins der Naturfreunde ([Jane2] Nr.18).

Karte Jubiläumswarte
100 Jahre
Jubiläumswarte

Im Jahr 1998 wurde die Warte zum 100-Jahr Jubiläum renoviert, am 31. Oktober wurde sie im Rahmen einer Feier zur Benützung freigegeben. Die Metallkonstruktion wurde neu gestrichen, die Holzstufen wurden durch Metallgitter ersetzt. Auch die Plattformen bestehen aus Metallgittern. Für manche Menschen bedeutet es eine beträchtliche Überwindung, diese durchsichtige Warte zu betreten. Dabei sind die Metallgitter wesentlich praktischer als die früheren Holzstufen, die bei Nässe rutschig und im Winter vereist waren, also objektiv wesentlich gefährlicher waren. Am Sockel der Steinstufen befinden sich die Initialen F.M. K.T.

Neben der Warte befindet sich auf einem kleinen, felsigen Gipfel ein Gedenkkreuz für die Verstorbenen des Vereins. Zu Allerheiligen wird dort ein Kranz hingelegt. Um die Warte stehen zahlreiche Eschen (ein sog. Gipfel-Eschenwald, daher auch die Bezeichnung Eschenkogel) und einige Linden.

Bei guten Sichtverhältnissen kann folgendes von der Jubiläumswarte aus gesehen werden (beginnend mit Wien, dann weiter im Uhrzeigersinn):

Großer Steinbruch bei Gaaden
Steinbruch Gaaden
Wien
Blick auf Wien
Wien
Blick auf Wien
Blick zum Schneeberg
Blick zum Schneeberg
Blick zum Schneeberg
Blick zum Schneeberg
Blick zum Schneeberg
Blick zum Schneeberg (2012)

Auch an Tagen, an denen die Fernsicht nicht gut oder gar nicht vorhanden ist, kann es lohnend sein die Jubiläumswarte zu besuchen. Vor allem im Winter kommt es vor, dass die Wetterverhältnisse ab dem Anningerhaus ganz anders sind als davor. Manchmal beginnt dort erst der Schnee oder der Raureif. Eine ganz dick mit Raureif überzogene Jubiläumswarte im Nebel hat auch ohne Fernsicht ihren Reiz. Und ganz selten hat man das Glück, dass man im dichten Nebel ohne Hoffnung auf Sonne auf den Anninger aufsteigt, plötzlich kurz vor dem Anningerhaus wird es deutlich heller, und auf der Jubiläumswarte befindet man sich unter wolkenlosem Himmel in der Sonne und sieht den Scheeberg herüberleuchten.

Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Weg zur Jubiläumswarte
Weg zur Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte

Das Wegstück vom Anningerhaus zur Jubiläumswarte ist leider oft sehr gatschig. Die Wanderer kommen mit dicken Matsch-Paketen an den Schuhen bei der Warte an. Vor einigen Jahren wurde der Weg bei Waldarbeiten von schweren Fahrzeugen aufgewühlt, er hat sich davon nicht mehr erholt. Mir ein paar Scheibtruhen Schotter könnte der Weg trocken gelegt werden, leider ist das bisher nicht durchgeführt worden. Auch eine Vorsprache beim zuständigen Forstamt Hinterbrühl war bisher ergebnislos. Dafür wird aber reichlich Schotter auf die Anningerstraße aufgebracht, mit dem Erfolg, dass die zahlreichen Fahrzeuge den Schotter zermahlen und als Feinstaub in die Luft wirbeln.

Am 13.5.2006 war die Jubiläumswarte Ziel einer Übung des Bundesheeres. Die Warte wurde kurzfristig in einen Sendeturm umgebaut. Die Spuren der Klebebänder sind noch zu sehen, beim Entfernen der Bänder ging der Lack mit.

Anfang Dezember 2010 wurden an der Jubiläumswarte zwei Panoramabilder angebracht. Eines zeigt den Blick nach Westen, eines den Blick nach Norden. Die sichtbaren Berge vom Schneeberg bis zu den Kleinen Karpaten sind beschriftet.

Anfang Jänner 2015 wurden die hohen Bäume rund um die Jubiläumswarte, ausgenommen im NW, weggeschnitten.

Jubiläumswarte
Jubiläumswarte Panorama
Jubiläumswarte
Jubiläumswarte Panorama
Jubiläumswarte
Kahlschlag Jänner 2015

Die Jubiläumswarte ist ein Fixpunkt der Landesvermessung. Neben der Warte befindet sich ein Stein mit der Aufschrift K.T. (Kataster Triangulierung).

Die folgenden historischen Aufnahmen der Jubiläumswarte wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Jubiläumswarte Jubiläumswarte Jubiläumswarte

Alte Ansichten der Jubiläumswarte: [Link...]


Wilhelmswarte

Im Jahr 1878 wurde auf dem höchsten Punkt des Anninger, auf 675 m Höhe, vom Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 eine hölzerne Warte errichtet. Neun Jahre später war sie durch Witterungseinflüsse und Vandalenakte baufällig und wurde durch einen runden, geschlossenen Steinbau ersetzt, die heutige Wilhelmswarte. Die Eröffnung fand am 10. Juli 1887 statt. Die Warte ist benannt nach Erzherzog Wilhelm (1827 - 1894), einem Föderer des Vereins. Im Inneren des Turms führen Stiegen empor. Im Halbstock sieht man an der Wand die Jahreszahl 1905. Die Aussicht von der Aussichtsplattform nach Westen und Norden ist durch den Buchkogel und den Eschenkogel etwas eingeschränkt, die Sicht endet beim Schneeberg. Dafür bietet sich aber ein schöner Blick auf Baden mit der Trabrennbahn.

Im Jahr 1996 wurden die Holzstiegen der Warte sowie das Eingangstor erneuert. Leider befand sich dort plötzlich eine Tafel Wintersperre 15.11.-15.3. Eine Enttäuschung für alle Besucher der Warte, da die Sicht doch an klaren Wintertagen wesentlich besser ist als an dunstigen Sommertagen. Tatsächlich war die Warte auch am 25.4.1997 noch gesperrt. Auch im darauffolgenden Winter wurde die Warte wieder zugesperrt, sie war jedoch am 10.1.1998 wieder offen und wurde seither nicht mehr versperrt.

Im Eingangsbereich der Warte, an den Stiegen befestigt, befand sich eine Tafel mit folgender Aufschrift: Wilhelmswarte erbaut 1886. Das gleichzeitige Betreten der Warte von mehr als 10 Personen ist verboten. Diese Tafel ist im Frühjahr 2007 verschwunden. Anfang 2010 tauchte an der Wilhelmswarte die berühmte Aufschrift Kyselak auf.

Anfang Dezember 2010 wurde an der Wilhelmswarte ein Panoramabild angebracht. Es zeigt den Blick vom Leithagebirge bis zum Hohen Lindkogel.

Wilhelmswarte
Wilhelmswarte
Wilhelmswarte
Wilhelmswarte
Blick zum Schneeberg
Blick zum Schneeberg
J. Kyselak
J. Kyselak
Blick zum Schneeberg
Blick zum Schneeberg
Wilhemswarte Panorama
Wilhemswarte Panorama

Im April 2011 wurde der Wald rund um die Wilhelmswarte kahlgeschlagen. Die Warte steht jetzt frei auf dem Anninger Hauptgipfel. Umliegende Berge wie der Vierjochkogel mit dem Sender (dahinter Wien) und der Höllenstein sind jetzt gut sichtbar.

Wilhemswarte Panorama
Wilhemswarte
Wilhemswarte Panorama
Wilhemswarte
Wilhemswarte Panorama
ehem. Sender

Östlich neben der Warte befindet sich ein großer Quader aus Beton. Westlich neben der Warte befinden sich vier Betonsockel. Sie waren das Fundament für einen Kurzwellensender (Gittermast) der Wehrmacht im 2. Weltkrieg, und zwar für die Verbindung nach Osten (Polen, Russland). Nach dem Ende des Krieges wurde der Mast von der Roten Armee abgebaut und vermutlich mitgenommen. Zu diesem Sender gehörte auch der alte Transformator im oberen Teil des Siebenbrunnengrabens, wobei das Wasser im Siebenbrunnengraben zur Kühlung der Trafostation verwendet wurde. [Lan]

Die Wilhelmswarte ist ein Fixpunkt der Landesvermessung. In der Mitte der Aussichtsplattform ist ein Metallplatte mit den Buchstaben K.T. (Kataster Triangulierung) eingelassen. Vor dem Stiegenaufgang zur Eingangstür befindet sich ein quadratischer Stein im Boden mit Kreuz. An der südlichen Außenmauer befindet sich ein großer Metallknopf mit den Buchstaben T.P. (Trigonometrischer Punkt). Im Zentrum der vier Betonsockel westlich der Warte befindet sich ein Stein mit der Aufschrift K.T.

Die folgenden historischen Aufnahmen der Wilhelmswarte wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Wilhelmswarte Wilhelmswarte Wilhelmswarte

Alte Ansichten der Wilhelmswarte: [Link...]


Husarentempel

Der Husarentempel steht auf einem exponierten, 494m hohen, nördlichen Ausläufer des Anninger und ist weit in die Ebene hinaus zu sehen. Er ist ein bevorzugtes Ziel für Wanderer, Läufer und Radfahrer und bietet einen schönen Blick auf Wien, man sieht die Burg Liechtenstein, den Schwarzen Turm und den Aquädukt in Mödling. Etwas nördlich davon befindet sich der Phönixberg, der höchste Punkt im Stadtgebiet von Mödling.

Fürst Liechtenstein ließ den ursprünglichen Husarentempel 1809-1811 von Architekt Josef Hardtmuth (Erfinder des Bleistifts) als Kriegerdenkmal erbauen, zum Gedenken an die Gefallenen der Schlachten gegen Napoleon bei Aspern am 21./22. Mai 1809 und bei Wagram am 5./6. Juli 1809. Hardtmuth erbaute auch die bekannten künstlichen Ruinen am Kalenderberg: Schwarzer Turm, Augengläser, Amphietheater, Pfefferbüchsl. Weiters erbaute Hardtmuth das Jägerhaus an der Meiereiwiese und setzte die Ruine Mödling teilweise wieder in Stand, alles im Auftrag des Fürsten Liechtenstein. Am 25. März 1812 zerstörte ein Orkan den ersten Husarentempel.

Der heutige Husarentempel wurde 1813 von Architekt Josef Kornhäusl im Stil eines griechischen (dorischen) Tempels errichtet. Darin stand eine Statue der Minerva. Im Untergeschoß befindet sich eine Gruft, in der die Gebeine von Oberst Franz von Dolle aus Hirschstetten und einigen weiteren in der Schlacht von Aspern Gefallenen beigesetzt sind. Ursprünglich wurde das Gebäude als Tempel des Kriegsruhms bezeichnet. Eine Legende erzählt, dass die hier Bestatteten Husaren waren, die Fürst Liechtenstein das Leben gerettet hatten. Daraus ergab sich die bis heute übliche Bezeichnung Husarentempel. Das Grab wird heute noch von der Stadtgemeinde Mödling als Ehrengrab betreut. Ehrengräber erkannt man daran, dass alljährlich zu Allerheiligen ein Kranz mit rot-weiß-roter Schleife niedergelegt wird.

Inschriften am Giebel lauten FÜR KAISER UND VATERLAND und DEN AUSGEZEICHNETEN VOELKERN DER OESTERREICHISCHEN MONARCHIE GEWIDMET. Die Schlachtenreliefs an den Giebelflächen wurden von Josef Klieber angefertigt. Den Relief-Figuren wurden 1945 von russischen Soldaten Köpfe und Hände weggeschossen, die meisten fehlen noch heute.

Blick zum Husarentempel
Blick zum Husarentempel
Husarentempel
Blick zum Husarentempel
Blick zum Husarentempel
Blick zum Husarentempel
Husarentempel
Husarentempel
Husarentempel
Husarentempel
Husarentempel
Husarentempel
Husarentempel
Im Husarentempel
Husarentempel
Im Husarentempel
Husarentempel
Blick auf Wien
Husarentempel
Gruft im Husarentempel
Husarentempel
Gruft im Husarentempel
Burg und Husarentempel
Burg und Husarentempel

Der Husarentempel wurde immer wieder von berühmten Persönlichkeiten aufgesucht. Manche Legenden sind enstanden. So soll etwa Franz Schubert einmal hier übernachtet und dabei ziemlich gefroren haben. Belegt ist, dass Beethoven den Husarentempel besucht hat. Er schrieb 1819 in sein Konversationsheft: Auf Liechtensteins Monument der Krieger. ([Sti] S.277)

Der Husarentempel wurde zuletzt im Jahr 1999 von der Stadtgemeinde Mödling renoviert. Auf der südlichen Dachfläche wurden von Wienstrom Sonnenzellen installiert, der Strom wir in Akkus gespeichert, um den Husarentempel in der Nacht zu beleuchten. Somit ist dieses Wahrzeichen von Mödling auch in der Nacht weithin sichtbar, z. B. gut zu sehen, wenn man in der Nacht mit dem Zug aus Wien kommt. Bereits 1930 war der Husarentempel beleuchtet worden, anlässlich der 700-Jahr Gedenkfeier für Walther von der Vogelweide.

Siehe [Foe2] S.18ff, [Kun] S.70ff, [Luk] S.199., [Wal] S.102, [Gia] S.255f, [Stei] S.123ff, [Stei2] S.40ff, [WalKuc] S.74, [Jane1] Nr.51, [KleiKun] S.94, [NÖDenk22] S.27, S.52, [Pro] S.31ff
Alte Ansichten vom Husarentempel: [Link...]

Die folgenden historischen Aufnahmen des Husarentempels wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Husarentempel Husarentempel Husarentempel
Husarentempel Husarentempel Husarentempel
Husarentempel Husarentempel Husarentempel
Husarentempel Husarentempel Husarentempel

300 m nordwestlich des Husarentempels steht auf einer Anhöhe (498m, auf alten Karten Phönixberg genannt) seit ein paar Jahren das Phönixkreuz, sogar mit Gipfelbuch. Reste von Steinen und Ziegeln zeigen, dass hier einmal ein Bauwerk stand. Usprünglich stand hier die von Architekt Hardtmuth erbaute Traianische Säule, die jedoch zusammenstürzte, bevor sie fertig war. Dann wurde dort eine künstliche Ruine errichtet, die das Zerstörte Troja oder Phönixburg genannt wurde. Eine Legende berichtet von einer Burg Pfennigstein, die hier gestanden sein könnte und in der ein Forstadjunkt der Babenberger gewohnt haben soll.

Wenige Meter unterhalb der Gipfelkuppe steht heute ein kleines Holzhäuschen mit Wildfütterung. 200 m westlich dieser Anhöhe befindet sich der Gipfel des Kleinen Anninger (496m), ebenfalls mit einem kleinen Kreuz und mit Gipfelbuch. Dieses weist aber wesentlich weniger Einträge auf als jenes beim Phönixkreuz.


Sender

Der weithin nach Norden, Osten und Süden sichtbare Sender befindet sich auf dem Vierjochkogel (650 m). Vom Anningerhaus führt eine asphaltierte Straße zu dieser Anlage, die seit 1956 besteht. An der rechten Seite der Straße befindet sich ein aufgelassener Steinbruch.

In einem eingezäunten Bereich befinden sich zwei Sendeanlagen und ein Haus. Ein Schild beim Eingang ist beschriftet mit POST U. TELEGRAPHENVERWALTUNG - RICHTFUNKSTATION ANNINGER.
Diese Aufschrift bezieht sich offenbar auf die größere der beiden Sendeanlagen, ein rot-weiß gestrichenes, sehr hohes Metallgerüst mit einer Vielzahl verschiedener Sendeantennen. Im Frühsommer 2012 wurde das Fundament des Senders neu betoniert (Verstärkung des Tragwerks der Sendeanlage). Die kleinere Sendeanlage ist grau-grün gestrichen, möglicherweise eine militärische Anlage.

Sender
Sender
Sender
Sender
Ruine beim Sender
Ruine beim Sender

In der Nähe der Sendeanlage, außerhalb des eingezäunten Bereichs, befinden sich Mauerreste verfallener Gebäude, ein betoniertes Fundament, auf dem offenbar einmal ein Turm stand, und ein Schacht mit Steigklammern, das war offenbar einmal ein Wasserbehälter. Auch südöstlich des Senders dürfte sich ein Wasserbehälter befunden haben. Von diesem führt ein im Waldboden deutlich sichtbarer, schmaler Graben hinunter zur Wasserleitungsanlage im Siebenbrunnengraben. Möglicherweise verlief hier einmal eine Rohrleitung, durch die das Wasser herauf gepumpt wurde ([Schm]).

Während des Zweiten Weltkrieges befanden sich zwei Wehrmachtssender mit unterschiedlicher Höhe am Vierjochkogel, die auch von Mödling aus sichtbar waren. Der Aufstellungsort dürfte mit dem Platz der heutigen Anlage ziemlich identisch sein. Es soll sich um Funksender der Luftwaffe gehandelt haben ([May], [Wol] S.17).

Östlich der Sendeanlage, hinter dem eingezäunten Bereich, befindet sich ein kleiner, nach Nordosten weisender Rücken mit schönen Föhren. Ein sehr einladender Platz, wenn man sich den Sender wegdenkt. An einem Baum ist ein einfaches Holzkreuz befestigt. Auch tibetanische Gebetsfahnen kann man manchmal in der Nähe des Senders entdecken.

Die Stromversorgung erfolgt über eine Freilandleitung, die von Osten her zum Sender heraufzieht. Etwas außerhalb des Zauns verschwindet das Kabel in der Erde. Der Kalenderweg überquert etwas weiter unten die Trasse der Stromleitung, man geht unter der Stromleitung durch.


Anningerhaus

Der Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 errichtete im Jahr 1878 eine Unterstandshütte beim Buchbrunnen im obersten Buchtal. Daraus entstand durch Erweiterungen und Ausbau das erste Anningerhaus, das 1893 eröffnet wurde. (Fotos von 1902 und 1909 [Aig] Nr.119, 120; siehe auch [Wal] S.106f, [Wol] S.8f)
Kaiserin Elisabeth besuchte dieses Haus, eine Tafel (erneuert am 31. Oktober 1998) im heutigen Anningerhaus erninnert daran. Sie trank dort eine Milch, die ihr so gut schmeckte, dass sie die Kuh für den kaiserlichen Hof kaufen ließ ([Kun] S.144f).

In der Nähe des Anningerhauses beim Buchbrunnen wurde im Jahre 1879 zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares eine Kaiserinbuche gepflanzt. Da gab es auch eine Marmorgedenktafel vor der Buche. In der Ausschusssitzung am 10. November 1908 wurde vom Verein beschlossen, zum Anlass des 60jährigen Regierungsjubiläum Sr. Majestät in der Nähe des Hauses eine Kaisereiche zu pflanzen, welche Feierlichkeit am 22. November 1908 vorgenommen wurde. Nachdem das Stift Heiligenkreuz in liebenswürdiger Weise den entsprechenden Platz zur Verfügung gestellt hatte, erfolgte nun an diesem Tage die Enthüllung der Gedenktafel an der Kaisereiche, im Beisein einer großen Zahl von Gästen, unter denen sich Vertreter der k. u. k. Bezirkshauptmannschaft, der k. u. k. Militärakademie, der Stadtgemeinde Mödling, der Gemeinden Gumpoldskirchen, Gaaden und Gießhübl, der alpinen Tischgesellschaften D'Höllensteiner und Hochanninger befanden. Bei der Sitzung am 15. Dezember wurde beschlossen eine Einfriedung um die Eiche und an der Kaiserin Elisabeth Buche herstellen zu lassen. Die Ausführung der Gitter wurde der Firma Tamussino übertragen. (Berichtet von [Kalt], [Lan])

Am 30. Oktober 1910 brannte das Haus ab, es blieben nur Grundmauern und die gemauerten Rauchfänge stehen (Fotos von der Brandstätte [Aig] Nr.121, [WalKuc] S.39, [Jane1] Nr.48, [Wol] S.11). Vom Haus selbst ist heute nichts mehr zu sehen, nur mehr die Brunnenfassung steht dort.

Die folgenden historischen Aufnahmen des alten Anningerhauses beim Buchbrunnen wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen
Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen
Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen
Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen
Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen Anningerhaus beim Buchbrunnen

1911/1912 wurde das neue Haus an der heutigen Stelle auf 624 m Höhe beim Eschenbrunnen erbaut. Für Nebengebäude des neuen Anningerhauses wurde Abbruchmaterial des alten Hauses beim Buchbrunnen verwendet ([Kalt], [Lan]). Manchmal lautet die Ortsangabe Beim dreieckigen Stein. Das bezieht sich auf einen dreieckigen Grenzstein aus der Zeit Maria Theresias. Dieser Stein mit der Aufschrift 1777 M.T. ist heute noch beim Wegweiser vor dem Anningerhaus vorhanden. In diesem Haus wurden an Sonntagen bis zu 800 Mittagessen verabreicht, 17 Kellner waren zur Bedienung der Gäste notwendig ([WVF]). Fotos vom provisorischen und vom (damals) neuen Anningerhaus siehe [Aig] Nr.122, 123 und [Jane1] Nr.49.

Auch dieses so beliebte Haus brannte 1945 in den letzten Kriegstagen ab. Erst 1959 wurde das Haus wieder errichtet. Am heutigen Anningerhaus befindet sich an der Nordseite eine Steintafel 20. Juli 1912, sie erinnert an die Eröffnung und Segnung des Vorgängerhauses durch den Abt von Heiligenkreuz. Daneben befindet sich ein Kreuz, darüber eine Statue des heiligen Florian. Das Anningerhaus ist beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer. Es gibt auch einen kleinen Unterstand an der Ostseite, für den Fall dass das Haus geschlossen und das Wetter ungünstig ist.

Pächter des Anningerhauses beim Eschenbrunnen ([Wol] S.30):

1912 - 1928Georg und Leopoldine Kappner
1928 - 1945Johann Eglauer
1945 - 1947unbewirtschaftet, Brandruine
1947 - 1953Franziska Kaltenecker
1953 - 1960Rudolf und Luise Hutzler
1960 - 1962Luise Hutzler (Bokberger)
1962 - 1963Emmerich und Christine Kaltenecker (sen.)
1963 - 1988Heribert und Margarete List
1988 - 1991Josef Müller
seit 1991Walter Maresch und Christine Sedlak

Anningerhaus: [Link...]

Am 1. September 2012 wurde das 100-Jahr Jubiläum des Anningerhauses gefeiert [Bericht...]. Aus diesem Anlass wurde eine Festschrift [Wol] herausgegeben, in der Informationen über die Geschichte des Hauses und seiner Pächter zu finden sind.

Anningerhaus
Anningerhaus
Anningerhaus
Anningerhaus
Kaisereiche Anningerhaus
Kaisereiche beim Anningerhaus

Ansicht in Microsoft Virtual Earth

Neben dem Anningerhaus steht eine Eiche mit folgender Steintafel: Kaiser Franz Josef Eiche - 2. Dezember 1908. Die Tafel wurde von der Kaisereiche beim alten Anningerhaus neben dem Buchbrunnen an den neuen Standort versetzt. Die Tafel der Kaiserinbuche scheint nicht mehr erhalten zu sein.

Die folgenden historischen Aufnahmen des Anningerhauses wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Anningerhaus Anningerhaus Anningerhaus
Anningerhaus Anningerhaus Anningerhaus
Anningerhaus Anningerhaus Anningerhaus
Anningerhaus Anningerhaus Anningerhaus
Anningerhaus Anningerhaus Anningerhaus
Anningerhaus Anningerhaus Anningerhaus
Anningerhaus Anningerhaus Anningerhaus

Alte Ansichten des Anningerhauses: [Link...]

Geschichte des Anningerhauses: [Link...]


Krauste Linde

Im Jahr 1900 wurde an der Anningerstraße auf 474 m Höhe eine kleine Unterstandshütte errichtet, die bald darauf zur Milchwirtshaft bei der "Krausten Linde" der niederösterreichischen Molkerei erweitert wurde (Fotos [Aig] Nr.114, [Aig2] Nr.145, [Jane2] Nr.16). 1905 baute Franz Kusatz diese Hütte zu einer kleinen Gastwirtschaft aus, die 1909 von Georg Weiss übernommen wurde. Dieser wurde auch als Hersteller der Anninger-Rodeln bekannt.

Auf Fotos von 1910 ([Aig] Nr.115), 1914 ([Aig2] Nr.146 und [Jane1] Nr.46) und 1915 ([Wal] S.105) ist schon das Cafe-Restaurant "Krauste Linde" zu sehen. Seit 1924 besitzt der Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 diese Schutzhütte. Ein schlimmes Ereignis passierte im Jahr 1947. Drei Räuber drangen in die Schutzhütte ein. Als sie von den Wirtsleuten überrascht wurden, erschossen sie den Wirt. Seine Frau und ein Kellner wurden schwer verletzt.

An der Anningerstraße vor der Krausten Linde befindet sich ein Stein mit Gedenktafel für Ehrenpräsident Anton Rachenzentner, aufgestellt im August 1950 vom Verein der Naturfreunde. Der Stein steht auf einer Betonplatte, unter der sich der Baumstumpf jener Linde befindet, nach der das Haus benannt ist ([Lan]). Im Jahr 1977 wurde das Haus aus Anlass des 100-jährigen Vereinsjubiläums generalsaniert, um- und ausgebaut.

Die "Waldrast zur Krausten Linde" ist bis heute ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Das ehemalige Hauptgebäude besteht heute noch. Der darin befindliche Saal mit schöner Holzdecke ist nur für besondere Veranstaltungen geöffnet. Z. B. ist der Saal jeweils am dritten Adventsonntag im Inneren beleuchtet. Am 3. Juni 2007 gab es anlässlich des ersten Anningerkirtags die seltene Gelegenheit, den Saal von innen zu sehen. Der ehemalige Haupteingang mit dem Stiegenaufgang ist meist versperrt. Darüber sind Spuren der ehemaligen Aufschrift Speise Salon zu erkennen. An dieser Wand befinden sich einige Vereinswappen, u. a. jedes des Vereins der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 mit der Aurikel. Vor der Krausten Linde stehen Jasmin-Sträucher.

Krauste Linde
Krauste Linde
Krauste Linde
Krauste Linde
Krauste Linde
Krauste Linde

Ansicht in Microsoft Virtual Earth

Jahrzehntelang waren Mitglieder der Familie Kaltenecker - Weiss Pächterinnen des Schutzhauses: ab 1947 Franziska Kaltenecker, 1953 bis 1974 Christine und Emmerich Kaltenecker, 1974 bis Ende 2007 Helga Weiss, im Jahr 2008 ihre Tochter Brigitte. Die Hüttenpächter sorgen für das leibliche Wohl der Wanderer und Ausflügler. Ein Sohn der Familie, P. Michael Weiss, sorgt als Zisterzienserpater für das geistliche Wohl von Menschen [Link...]. Frau Brigitte Weiss musste mit Ende März 2009 die Betreuung der Hütte leider aus familiären Gründen aufgeben.

Seit 2009 ist Anton Kralicek Pächter der Krausten Linde. Im Haus wurden einige Umbauarbeiten durchgeführt. Davor steht nun ein kleiner Holztrog mit dünn fließendem Wasser. Hunde und vielleicht auch Tiere des Waldes werden sich über diese Tränke freuen. Der Rachenzentner-Gedenkstein wurde an der Vorderseite vom Efeu befreit, dadurch wurde eine Rohröffnung im Stein sichtbar. Offenbar befand sich hier einmal ein Brunnen. Drei Ziegen wohnen jetzt bei der Krausten Linde.

Pächter der Krausten Linde ([Wol] S.30, [Kalt])

1905 - 1909Franz Kusatz
1911A. Doferer
1912Josef Anger
bis 1924Georg Weiss
1924 - 1930Georg Kappner
1930 - 1944Karl Stöger
1944Ignaz Stangl
1945 - 1947Josef und dann Anna Anderl
1947Ludwig Gressenbauer
1947 - 1974Emmerich und Christine Kaltenecker
1974 - 2008Helga Weiss
2008 - 2009Brigitte Weiss
seit 2009Anton Kralicek

Krauste Linde: [Link...]

Im November 2009 wurden die Infotafeln über Singvögel von der Breiten Föhre zur Krausten Linde verlegt. Im Gastgarten wurde eine Beleuchtung installiert. Seit einigen Jahren wird zu Weihnachten bei der Krausten Linde im Freien eine Krippe mit lebensgroßen Figuren aufgestellt.

Rachenzentner-Gedenkstein bei der Krausten Linde
Rachenzentner-Gedenkstein
Tränke bei der Krausten Linde
Tränke bei der Krausten Linde
Weihnachtskrippe bei der Krausten Linde
Weihnachtskrippe bei der Krausten Linde

Die folgenden historischen Aufnahmen der Krausten Linde wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Krauste Linde Krauste Linde Krauste Linde
Krauste Linde Krauste Linde Krauste Linde
Krauste Linde Krauste Linde Krauste Linde
Krauste Linde Krauste Linde Krauste Linde
Krauste Linde Krauste Linde Krauste Linde

Alte Ansichten der Krausten Linde: [Link...]


Veiglhütte

[Link...]


Hubertushütte

[Link...]

Veiglhütte
Veiglhütte
Hubertushütte
Hubertushütte

Waldgasthaus Bockerl

Einst befand sich hier das Gasthaus "Zum Anninger-Aufstieg" des Johann Weiss (Foto aus den 1930er Jahren [Aig2] Nr.143), in [WalKuc] S.132, S.169 auch als "Nacke-Wirtshaus" bezeichnet. Ein Foto ([Aig2] Nr.144) aus der Zeit um 1900 zeigt, dass die Bäume ringsum dort noch ziemlich klein waren und die Landschaft einen eher kahlen Eindruck machte.

[Link...]


Richardhof

Der Richardhof (oft auch als Richardshof bezeichnet) ist ein Hotel und Restaurant an der Ostseite des Anninger, auf 370 m Höhe zwischen Mödling und Gumpoldskirchen. Es gibt dort einen großen Parkplatz und einen kleinen Ententeich, wo man gelegentlich auch Ringelnattern beobachten kann.

Geologisch gesehen befindet sich der Richardhof auf der sogenannten Richardhof-Terrasse, einer deutlich sichtbaren Verflachung, die sich am Ostabfall des Anninger waagrecht erstreckt.

Das erste Gebäude wurde bereits 1859 erbaut, in [Jane1] Nr.50 ist ein Foto um 1900 zu sehen. Die Ursprünge gehen auf einen Gutshof im 15. Jahrhundert zurück. Ab 1943 befanden sich im Wald beim Richardhof die Suchscheinwerfer für die am Eichkogel stationierte Flak (siehe [WalKuc] Planbeilage). Im Jahr 2000 wurden die bis dahin am Eichkogel sichtbaren Reste der Anlagen entfernt bzw. zugeschüttet.

Der Richardhof ist ein bekanntes Reitzentrum, es befindet sich auch eine Reithalle dort. Vor einigen Jahren wurde um den Richardhof ein Golfplatz angelegt. Vor Errichtung des Golfplatzes befand sich im Bereich unterhalb des Richardhofs ein Wildgatter mit Damwild.

Richardhof
Richardhof
Richardhof
Richardhof

Homepage des Richardhof: [Link...]
Alte Ansichten vom Richardhof: [Link...]


Rudolf Proksch-Hütte und Klesheimwarte

Die Rudolf Proksch-Hütte steht auf dem 541 m hohen Pfaffstättner Kogel, einem südlichen Ausläufer des Anninger. Die Hütte wurde 1930 erbaut und ist im Besitz des Österr. Alpenvereins, Sektion Österr. Gebirgsverein, womit bewiesen ist, dass der Anninger ein Gebirge ist! Es handelt sich um die östlichste Alpenvereinshütte in den Alpen (bzw. Ausläufern der Alpen). Noch etwas weiter östlich liegt nur die Buschberghütte im Weinviertel.

Rudolf Proksch war Leitungsmitglied der Ortsgruppe Baden des Österr. Gebirgsvereines. Die Hütte wurde 1979/80 renoviert, Projektleiter war Fritz Ganglberger, der jedoch 1979 verstarb. An ihn erinnert die Ganglberger-Eiche mit Gedenkstein neben der Hütte. Bei der Hütte wurde 2007 ein schöner, großer Spielplatz angelegt mit Hutschen, Röhrenrutsche, Baumhaus und Kletterwand.

Direkt neben der Hütte steht die Klesheimwarte, errichtet 1914, benannt nach dem Dichter und Schriftsteller Anton Freiherr von Klesheim. Die oberste Plattform der Warte liegt auf genau 550 m Höhe. Sie bietet einen schönen Ausblick auf Baden und zum Schneeberg.

Proksch-Hütte, Klesheimwarte
Proksch-Hütte, Klesheimwarte
Blick zum Anninger
Blick zum Anninger
Proksch-Hütte, Klesheimwarte
Proksch-Hütte, Klesheimwarte
Proksch-Hütte, Gastgarten
Proksch-Hütte, Gastgarten

Vom 29. August 2009 bis Ende Juni 2015 wurde die Hütte von Wolfgang Zamazal bewirtschaftet.
Homepage der Rudolf Proksch-Hütte: [Link...]
Und noch eine Homepage der Proksch-Hütte: [Link...]


Unterstandshütten

Eine allgemein bekannte Unterstandshütte befindet sich an der Anningerstraße an der Stelle, wo einst die Breite Föhre stand. Die Unterstandshütte wurde in den 1970er-Jahren vom Verein Naturpark Föhrenberge errichtet. Das Dach wurde am 28. November 2009 erneuert. Eine umfassende Sanierung wurde im Oktober 2014 durch den Forstbetrieb der Stadtgemeinde Mödling organisiert. Die Wiedereröffnung fand am 15. November 2014 statt. In der Hütte wurden Informationstafeln angebracht zu folgenden Themen: der Mödlinger Stadt- und Klimawald, die Österreichische Schwarzföhre im allgemeinen und die Breite Föhre im besonderen, Josef Schöffel, Feuchtbiotope im Anningergebiet.

Eine wahrscheinlich ziemlich unbekannte, aber sehr originelle Unterstandshütte befindet sich unterhalb des Beethoven Wanderweges, zwischen Tieftal und Heberlberg, oberhalb des Glaslauterriegels. In diesem Bereich gibt es etliche aufgelassene Weingärten, die jetzt nur mehr aus Wiese bestehen. Die Weingartenhütten wurden von ihren Besitzern nett hergerichtet, renoviert und gestrichen. Eine dieser Hütten befindet sich direkt an einem Weg. Eine Tafel verkündet Unterstand für Wanderer. Zur Illustration ist daneben eine Regenwolke mit Regen gezeichnet. Tatsächlich ist ein Raum dieser Hütte offen, mit Tisch und Bank. Anfang 2010 wurde die Hütte innen und außen neu gestrichen, ist sehr sauber und wird es hoffentlich auch bleiben, da sie sich an einem nicht markierten Weg befindet.

Unterstandshütte Breite Föhre
Unterstandshütte Breite Föhre
Unterstandshütte Glaslauterriegel
Unterstandshütte Glaslauterriegel

Kaisergerndlhaus

Das Kaisergerndlhaus des Anninger Rodelvereins wurde vom Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 im Jahr 1925 eröffnet. Erster Pächter war Franz Simon. In der Badener Zeitung vom 20. November 1926 wird berichtet:

Schutzhausvergrößerung am Anninger: Das dem dortigen Rodelverein gehörende Kaisergerndlhaus auf dem Anninger wurde durch einen Stein- und Holzzubau erweitert und bietet nun Unterkunft für rund 200 Personen. Oberhalb des geräumigen hellen Saales befindet sich noch eine Terrasse, die eine herrliche Aussicht über den Richardshof und die weite Ebene bis zum Leithagebirge bietet und sich besonders für Sonnenbäder eignet. Das Kaisergerndlhaus wird seit dem 7. d. M. von dem neuen Pächter Michael Kienthaler aus Gaaden ganzjährig bewirtschaftet, der seinerzeit als Pächter des alten abgebrannten Anningerhauses fungierte und allseits bekannt ist. Das auf einem großartigen Aussichtspunkt gelegene Kaisergerndlhaus ist auf einem fünf Minuten oberhalb der Rodelbrücke links von der Anningerstraße abzweigenden blau-weiß bezeichneten Waldweg oder über den gelb bezeichneten Kaisergerndlweg leicht zu erreichen. Über das Kaisergerndlhaus führt ein aussichtsreicher Höhenweg zu der von der Gemeinde Mödling erschlossenen Dreidärrischen Höhle.

Im Führerwerk [Schw] S.80 aus der Zeit um 1960 ist vermerkt: Mitten im Walde gelegen ist das Kaisergerndl-Haus, gut bewirtschaftet.

Von dieser Gaststätte sind heute nur mehre wenige Reste erhalten: einige Steine der Grundmauern, einzelne Ziegel, Mauerreste am Hang und Reste von rostigem Blech. Gelegentlich findet man einen Teil einer Glasflasche oder ein Stück weißes Porzellan eines ehemaligen Suppentellers. In der Nähe steht noch ein Strommast und ein Grenzstein mit der Jahreszahl 1770. Beim Kaisergerndlhaus befand sich der Start der Anninger-Kunstrodelbahn. Die ehemals gerühmte Aussicht kann man von dort nicht mehr genießen, die Bäume sind einfach im Lauf der Jahre in den Himmel gewachsen.

Beim Aufstieg auf der Anningerstraße ist beim Linksknick vor der letzten langen Geraden heute noch, nach links abzweigend, die Trasse eines ehemaligen Zustiegsweges zum Kaisergerndlhaus deutlich zu sehen. In Serpentinen führt der Weg über den steilen Nordhang des Kaisergerndls hinauf zu einem Sattel, direkt beim ehemaligen Kaisergerndlhaus.

Kaisergerndlhaus
Reste vom Kaisergerndlhaus
Kaisergerndlhaus
Reste vom Kaisergerndlhaus
Kaisergerndlhaus
Reste vom Kaisergerndlhaus

Ein Foto des Kaisergerndlhauses aus dem Jahr 1925 findet man in [Aig] Nr.113.
Weitere Fotos in [Aig2] Nr.159 (Jahr 1925), Nr.160 (Mitte der 30er Jahre), Nr.161 (um 1960), [Jane2] Nr.17.

Die folgenden historischen Aufnahmen vom Kaisergerndlhaus wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Kaisergerndlhaus Kaisergerndlhaus Kaisergerndlhaus

Alte Ansichten vom Kaisergerndlhaus: [Link...]


Bergheim Dreidärrischen Höhle

Neben der Dreidärrischen Höhle, auf Höhe des natürlichen Eingangs, befand sich einst eine kleine, architektonisch interessante Schutzhütte, das "Bergheim DreiDärrischen Höhle" (Fotos von 1927 [Aig] Nr.124, 125). Heute sind davon nur mehr Reste der Grundmauern zu sehen.

Die folgenden historischen Aufnahmen vom Bergheim bei der Dreidärrischen Höhle wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Bergheim bei der Dreidärrischen Höhle Bergheim bei der Dreidärrischen Höhle Bergheim bei der Dreidärrischen Höhle

Schießstätten

Oberhalb von Gaaden befindet sich ein 1969 angelegter Schießplatz der Jägerrunde Anningerblick, wo auf Tontauben geschossen wird. Im Gelände befindet sich ein Hubertus-Altar.

Der "Mödlinger Schützenverein" wurde 1869 gegründet und war damit einer der ältesten Vereine im Ort. In einem Waldgraben am Jennyberg oberhalb des heutigen Schießstättenwegs befand sich bis 1945 eine Schießstätte, die 1904 von Kaiser Franz Josef besucht wurde. Er wurde vom Oberschützenmeister Franz Zimm herzlich wilkommen geheißen. Der Kaiser bemerkte, dass die Anlage sehr malerisch gelegen sei. ([Wal2] S.35, [H59/60] S.158, [WalKuc] S.34, [Jane1] Nr.36, 37).

Heute sind nur mehr einige Betonmauern im Wald zu sehen. An einer Mauer befindet sich eine Steintafel CARL KRISCH, Architekt & Stadtbaumeister, Mödling 1909. Vom ehemaligen Unterkunftshaus der Schützen sind nur mehr ein paar Steinstiegen zu sehen. Seit 1985 befindet sich dort ein Spielplatz.

Ehemalige Schießstätte am Jennyberg
Ehemalige Schießstätte Jennyberg
Ehemalige Schießstätte am Jennyberg
Ehemalige Schießstätte Jennyberg
Ehemalige Schießstätte am Jennyberg
Stiegen zum ehemaligen Schützenhaus

Ein Stück weiter nördlich, am Verbindungsweg zur Goldenen Stiege, befindet sich im ehemaligen Steinbruch ein 1959 eingerichteter Schießplatz der Armbrustschützen Mödling. Geschossen wir aber hier schon einige Jahre nicht mehr. Die überdachten Schießstände und die Holzwand, wo seinerzeit die Zielscheiben befestigt waren, sind noch vorhanden. In einem kleinen Garten befindet sich das Vereinshaus. Der Platz wird einmal im Jahr für das Sommerfest genutzt. Über die ehemals internationale Bedeutung dieser Anlage ist in [Schw] S.86 zu lesen:

Armbrustschützen in Mödling - Eine besondere Attraktion der Stadt

Am Jennyberg in Mödling, am Steinbruchweg, steht der Schießstand für Armbrustschützen des Trachten- und Heimatvereins Salzachtaler(?), Mödling. Seit Jahren wurde dieses schöne, sportliche Brauchtum in begrenztem, fast ungeeignetem Rahmen geübt. Durch großmütiges Entgegenkommen der Niederösterreichischen Landesregierung und der Gemeinde der Stadt Mödling besitzt der Verein seit dem Jahr 1959 seinen eigenen Schießstand, der in ungezählten Arbeitsstunden, in uneigennütziger Mithilfe und großer Opferbereitschaft der Mitglieder aufgestellt wurde. Die große Mühe und Plage lohnte sich. In einem landschaftlich sehr reizvollen Gebiet steht nun der einwandfreie, originelle Schießstand für Armbrust- oder Stachelschützen zur Freude seiner Mitglieder, Freunde und Gäste. Diese alte, eigenartige Waffe, die durch die Kreuzzüge ihren Weg über die Donau - in die Alpenländer - nahm, wird als Kultur- und Brauchtumsgut in Salzburg, Steiermark, Salzkammergut und Niederösterreich gepflegt. Weit über tausend Stachelschützen erfreuen sich dieses schönen Sportes und treffen sich immer wieder zu ehrlichem Wettstreit in treuer Kameradschaft. Die Armbrust hat auch hier schon viele Freunde und gute Schützen gefunden, und Besucher aus Amerika, Kolumbien, Neuseeland, England und Belgien nahmen mit großem Interesse und Vergnügen am Schießen teil.

Schießplatz der Armbrustschützen Mödling
Schießplatz der Armbrustschützen
Schießplatz der Armbrustschützen Mödling
Schießplatz der Armbrustschützen

Gasleitung

Von Gaaden her zieht die Trasse einer Gasleitung der EVN (Erdgas-Hochdruckleitung Wienerwald Nord - Südring 1) und einer Öl-Pipeline der OMV (Produktenleitung West von Wien nach Linz) den Gumpoldskirchner Steig herauf und führt über den Lehnstuhl und den Großen Schweinkogel nach Osten in Richtung Heberlberg hinab. Die Leitungen sind unterirdisch verlegt, die Trasse ist aber an der Oberfläche deutlich erkennbar, und zwar durch Markierungsstangen mit roten Hüten und gelben Metallteilen. An den Stangen befinden sich Hinweise, welche Stellen (Lager Lobau, Lager St. Valentin, Gasnotruf) im Fall von Grabungsarbeiten oder Gasgeruch zu verständigen sind.

Im Herbst 2011 wurde die Öl-Pipeline mit neuen Hinweistafeln gekennzeichnet, die entlang der Trasse am Gumpoldskirchner Steig aufgestellt wurden. Die Tafeln stehen genau an jenen Stellen, wo vor einiger Zeit Rinnen ausgebaggert wurden, um das Regenwasser von der Forststraße wegzuleiten. Die Beschriftung lautet: OMV - Produktenleitung West - Achtung Pipeline! - Vor Beginn von Bau- und Grabarbeiten im Bereich der Pipeline unbedingt OMV verständigen - Tel.: 01 / 282 14 52

Über den Lehnstuhl und weiter ostwärts ist die Trasse als breite Schneise sichtbar, die fein säuberlich von höherem Bewuchs frei gehalten wird. Im Frühjahr ist diese Schneise übersät mit Primeln. Im Sattel zwischen Lehnstuhl und Großem Schweinkogel wird die Schneise von der Grenzlinie gekreuzt, entlang der man die bemerkenswerten Grenzsteine mit Aufschrift Phaffstetten und Ravhenstain aus dem Jahr 1569 findet.

Gasleitung am Gr. Schweinkogel
Gasleitung am Gr. Schweinkogel
Gasleitung
Gasleitung
Öl-Pipeline
Öl-Pipeline

Burg Mödling

Die Ruine der Burg Mödling befindet sich auf einem nördlichen Ausläufer des Anninger, oberhalb der Mödlinger Klausen. Vermutlich wurde die Burg schon im 11. Jahrhundert erbaut. Einige Jahre war sie im Besitz der Mödlinger Seitenlinie der Babenberger. Heinrich der Ältere von Mödling (Sohn von Heinrich Jasomirgott) und Heinrich der Jüngere von Mödling residierten hier. Sie war einst eine der größten romanischen Burganlagen in Österreich.

Um 1220 soll Walther von der Vogelweide (1170? - 1230?) [Link...], [Link...] auf der Burg zu Gast gewesen sein. Am 21. September 1930 war eine Tafel enthüllt worden anlässlich seines 700. Todestages, diese wurde jedoch später gestohlen ([H57] S.94). Im Jahr 1970 wurde das 750-Jahr-Jubiläum der Einkehr Walthers von der Vogelweide auf der Burg Mödling gefeiert. Aus diesem Anlass wurde wieder eine Tafel angebracht, die heute noch vorhanden ist: AUF DIESER BURG WEILTE UM 1219-1220 HERR WALTHER VON DER VOGELWEIDE ALS GAST DES BABENBERGERS HERZOG HEINRICH VON MÖDLING / DIE STADT MÖDLING 1970

Mehrmals wurde die Burg von Ungarn, Türken und Bränden zerstört. Im 16. Jahrhundert kam sie in den Besitz der Liechtensteiner. Schon 1592 wird sie als verödet bezeichnet. Im 18. Jahrhundert verkaufte Josef Freiherr von Penkler die Reste der Burg, mit den Steinen wurden der Mödlingbach reguliert und Häuser in Mödling gebaut. Am 22. Dezember 1807 kaufte Fürst Johann I. von Liechtenstein die noch vorhandenen Reste und lies ab 1812 Teile wieder aufbauen.

Die heute vorhandene Ruine ist ein beliebtes Ausflugsziel. Sie bietet einen schönen Blick auf die Hinterbrühl, den Kalenderberg und den Husarentempel, auch das rot leuchtende Dach der Pfarrkirche St. Othmar ist zu sehen.

Ende der 1990er Jahre wurde eine Initiative zur Reaktivierung der Burg Mödling gestartet. In einem vom Tourismusverband Mödling herausgegebenen Folder wurden einige Punkte angekündigt:
- Sanierung und Fixierung des Mauerwerks
- Aussichtsplattform im Burgturm
- Errichtung von Beleuchtung
- Gestaltung des Areals
- Nutzung für vielfältige Aktivitäten und Veranstaltungen
Tatsächlich ausgeführt wurde nur der erste Punkt.

Am 19.11.2005 wurde auf dem neuen Fahnenmast bei der Ruine feierlich die Mödlinger Fahne aufgezogen, die auf dem Weg durch die Klausen von der Hinterbrühl Richtung Mödling sichtbar ist. Ermöglicht wurde das durch den Rotary Club Mödling und die PORR GmbH NÖ.

Blick zur Burg Mödling
Burg Mödling vom Dreistundenweg
Blick zur Burg Mödling
Burg Mödling vom Frauenstein
Blick zur Burg Mödling
Burg Mödling vom Frauenstein
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Burg Mödling
Blick zum Husarentempel
Burg Mödling
Blick zur Othmarkirche
Burg Mödling
Blick Richtung Hinterbrühl

Am 9.6.2007 fand ein Burgfest statt, wieder ein Versuch, die Burg zu reaktivieren. Aus diesem Anlass wurde ein Folder über die Burg Mödling herausgegeben [DanHei]. Er beschreibt die Geschichte der Burg. In einer bildlichen Rekonstruktion ist zu sehen, wie die gesamte Anlage möglicherweise einmal ausgesehen hat. Grundlage dafür sind Grabungen, die in den Jahren 1965 bis 1970 durchgeführt worden waren.

Literatur: [Klei] S.51ff, [Kun] S.30ff, [Foe2] S.20, [Luk] S.48, [Skr], [WalKuc] S.74., [KleiKun] S.62ff, [Jane4] S.81f, [NÖDenk22] S.14
Alte Ansichten der Ruine Mödling: [Link...]


Bergbahnen

Vor ca. 100 Jahren gab es Pläne, eine elektrische Bahn von Mödling über den Richardhof auf den Anninger zu bauen bzw. eine Seilbahn durch das Beital hinauf zu errichten. Die Projekte wurden jedoch (aus finanziellen Gründen) nicht umgesetzt. [Link...]


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aktualisiert am 18-Okt-2015
Mitteilungen bitte an josef.mueller@kabsi.at