Der Anninger - Wandern und Sport

Wandern | Naturfreunde | Wanderverein | Bergrettung | Anningerstraße | Markiert | Unmarkiert | Rodeln | Klettern | Radfahren | Reiten | Geocaching | GPS


Wandern

Auf dem Anninger befinden sich zahlreiche markierte und unmarkierte Wanderwege. Es ist nicht beabsichtigt, hier eine vollständige Beschreibung zu geben. In subjektiver Auswahl werden einige Wege beschrieben. Selbstverständlich lassen sich alle diese Wege in vielfältiger Weise kombinieren. Die Österreichische Karte 1:50.000 als online Wanderkarte findet man unter diesem [Link...].

Noch vor wenigen Jahrzehnten, als die Fahrt zu wirklich hohen Bergen nicht so selbstverständlich war, wurde der Anninger respektvoll als Hochanninger bezeichnet ([Schw] S.78). Bis um das Jahr 2000 gab es vor dem letzten Anstieg zur Wilhelmswarte einen Wegweiser mit der Aufschrift Zur Anninger-Spitze.

Ende Oktober 2008 wurden an einigen Stellen neue Wegweiser montiert: gelbe Metallpfeile mit Ziel- und Zeitangaben, und mit blauen Punkten - die Wege im Wienerwald sind unschwierig zu begehen. Diese Form der Wegweiser ist seit einiger Zeit im Alpenraum gebräuchlich. Zum Teil wurde die neuen gelben Pfeile auf vorhandene Pflöcke montiert, an denen sich schon Holzpfeile befinden, die teilweise erst wenige Monate davor erneuert worden waren. Teilweise wurden aber komplett neue Wegweiser errichtet, einer z. B. am Kaisergerndl beim großen, dreieckigen Grenzstein. Dort zweigt der Weg zum Richardhof ab, dieser Weg ist aber seltsamerweise nicht beschriftet. Die neuen Wegweiser wurden in den Geschützten Werkstätten St. Pölten hergestellt [Link...].

Im Juli 2009 wurden an einigen Punkten, z. B. beim Parkplatz Prießnitztal, große Tafeln aufgestellt, auf denen einige Rundwanderwege und Streckenprofile eingezeichnet sind. Auch einiges an Werbung ist auf den Tafeln zu sehen. Überschrieben ist das ganze mit "Bewegungsarena Mödling". Online findet man die Information auf der Website von runnersfun [Link...].

Eine Reihe weiterer Tafeln wurden Ende September 2009 aufgestellt, einige davon entlang der Anningerstraße. Überschrieben sind die Tafeln mit "Ausgangspunkt / Orientierungspunkt / Infopunkt Wanderparadies Anninger". Auf einer Wanderkarte sind Wege und Standorte der Tafeln eingezeichnet. Informiert wird über Wandervorschläge, Wege und Hütten, Sagen, Mythen und Kraftplätze, die ehemalige Rodelbahn, den geologischen Aufbau, Klima, Wald und Tiere.

Aus Anlass 10 Jahre Biosphärenpark Wienerwald wurde 2015 eine Broschüre 10 Jahre - 10 Routen herausgegeben, in der 10 Rundwanderwege im Wienerwald beschrieben werden. Eine davon befindet sich am Anninger und eine am Pfaffstättner Kogel. An der Abzweigung Grenzweg - Anningerstraße wurde im Frühjahr eine Bank aufgestellt, die aus einem dicken, liegenden Buchenstamm besteht, aus dem in Längsrichtung ein Viertel herausgeschnitten wurde. Im August wurden an der Bank eine Infotafel zur Pecherei sowie eine Box montiert, in der die genannte Broschüre angeboten wird.

Infotafeln Prießnitztal
Infotafeln Prießnitztal
Infotafel Prießnitztal
Infotafel Prießnitztal
Infotafel Sagen, Mythen, Kraftplätze
Sagen, Mythen, Kraftplätze
Alter Wegweiser
Alter Wegweiser
Biosphärenbank Jubiläumsbank
Biosphärenbank Jubiläumsbank

Leider werden immer wieder bei Holzarbeiten am Anninger die Wanderwege durch schweres Gerät tiefgründig aufgewühlt. Über Monate und Jahre bildet sich dann bei Regenwetter eine Morastlandschaft, deren Begehung sehr mühsam ist, wenn sich Matschklumpen an die Wanderschuhe kleben. Ebenso werden Wegweiser, Infotafeln und (historische) Rastbänke immer wieder bei Holzarbeiten beschädigt. Für die Wiederherstellung ist dann offenbar niemand zuständig. Zu diesem Thema gab es schon vor über hundert Jahren, am 20. Mai 1899, einen Bericht in der Mödlinger Zeitung ([MöZ] S.5:

Unser Anninger. Sonntag den 14. d. M. war der Besuch auf dem Anninger ein massenhafter. Ausflügler von Wien und der ganzen Umgebung fanden sich ein, um die prachtvolle Fernsicht und die würzige Luft zu genießen. Das Wetter war ein herrliches. Fröhlich und guter Dinge verließ so manche Gesellschaft den schönen Ort und trat den Abstieg nach Gumpoldskirchen an, wo bei einem guten Glas Gumpoldskirchner der Tag beschlossen wurde. Hier fiel aber manche missbilligende Aeußerung über den miserablen Weg vom Anninger nach Gumpoldskirchen. So weit wir informiert sind, wäre es Sache der dortigen Section des Naturvereines, den Weg in Stand zu halten, oder liegen die leitenden Organe noch im Winterschlaf. Wir sind überzeugt, dass sie es nur dem Hauptvereine anzuzeigen brauchen und Abhilfe wird sofort getroffen, da es ja Aufgabe des Vereines ist, in erster Linie die Wege herzustellen, um dem Ausflügler nicht die Lust zu benehmen, unseren schönen Anninger zu besuchen.

Am 3. Juni 1899 musste folgende Gegendarstellung veröffentlicht werden ([MöZ] S.4:

Berichtigung. Auf Grund des § 19 Preßges. werden Sie aufgefordert, den in Ihrer Zeitung vom 20. d. J. erschienenen Artikel "Unser Anninger" folgendermaßen richtigzustellen. Es ist unwahr, dass die Wege vom Anninger nach Gumpldskirchen sich in einem miserablen Zustande befinden. Wahr ist vielmehr, dass alle Wege, die begangen werden dürfen, geradezu musterhaft hergerichtet sind und dass obiger Vorwurf nur der geringen Einsicht Ihres Gewährsmannes entsprungen sind, der es vielleicht nicht begreifen kann, dass nach einem Wettersturz auch die Wege beschädigt werden können. Unrichtig ist, dass die leitenden Organe sich noch im Winterschlaf befinden. Wahr ist vielmehr, dass sie sich überhaupt in keinem solchen befanden und dass, durch die Witterung bedingt, seit 26. März d. J. bereits 50 Arbeitstage für die Wegerhaltung angewendet wurden. Wahr ist auch, dass unser Streben bis jetzt immer äußerst lobend von den Ausflüglern, als insbesondere von der eigenen Gemeinde anerkannt wurden und dass über gedachten, Gumpoldskirchen schädigenden Bericht hier großer Unwillen herrscht. Falls Sie sich von der Wahrheit der vorstehenden Berichtigung überzeugen wollen, werden Sie von uns höflichst zu einer Anningerparthie eingeladen. Für die Section Gumpoldskirchen des Vereines der Naturfreunde. Der Schriftführer: Becker, Der Obmann: Bauer.


Verein der Naturfreunde

Der Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 wurde am 18. März 1877 im Mödlinger Kursalon gegründet. Erster Obmann war Dr. Theodor von Gohren, Direktor im Francisco Josephinum, der ersten landwirtschaftlichen Mittelschule in Österreich. Der Verein sorgte dafür, dass das Anningergebiet als Wandergebiet bekannt wurde. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts galt der Anninger als wilder Berg, den man nur mit Führer besteigen sollte. Der Verein gab Mitteilungen heraus und erstellte Dioramen vom Anningergipfel, Husarentempel und Höllenstein. (Siehe [Sti] S.162f)

Am 29. September 1900 wird in der Mödlinger Zeitung ([MöZ] S.4) über die Tätigkeit des Vereins berichtet:

Seitdem in den Augustmittheilungen des Vereines veröffentlichten Berichte über die Thätigkeit des Vereines sind zwei Unterkunftshütten gegen Unwetter bei der "Krausten Linde" und beim "Dreieckigen Stein" mit ziemlichen Kosten errichtet worden und hofft der Ausschuss, daß dieselben ihrem Zwecke vollkommen und für lange Zeit dem Schutze des Publikums entsprechen mögen. Weiters wurde um das Anningerhaus ein offenes Betongerinne zum Abzuge der Tagwässer hergestellt, damit das Haus vor zerstörender, ungesunder Nässe geschützt sei. Hierbei stellte die Firma N. Rella und Neffe die Arbeitskräfte unentgeltlich zur Verfügung, wofür ihr vom Ausschusse der wärmste Dank zum Ausdruck gebracht wurde. Von eben dieser Firma wird auch die Wilhelms-Warte am Anninger einer Restaurierung unterzogen werden. Die Portlandcement-Fabrik "Waldmühle" in Rodaun hat eine größere Menge von Cement für diese Arbeiten zur Verfügung gestellt und gebührt auch dieser Firma der Dank des Vereines. Durch den die Vereinszwecke sehr fördernden Ingenieur Herrn Martony wurde ein Neues Inventar der Bänke aufgenommen und eine Planskizze über ihre Vertheilung angelegt. Eine Reihe neuer Bänke und Orientierungstafeln kommen zur Aufstellung. Die neue Fürstlich Liechtenstein'sche Straße wurde in letzter Zeit bis zum Eschenbrunnen fortgesetzt und geht nun bald seiner Vollendung entgegen.

Am 12. April 1902 berichtet die Mödlinger Zeitung ([MöZ] S.5) über das 25-Jahr Jubiläum:

Verein der Naturfreunde. Aus Anlaß der 25jährigen Wiederkehr des Gründungstages dieses für Mödling und Umgebung so verdienstvoll wirkenden Vereines veranstaltet der Ausschuß am 7. Mai im Hotel Mödling ein Festbankett, welches die Gönner, Ehrenmitglieder etc. des Vereines zusammenführen soll. Die schön ausgestattete Festschrift werden 19 Bilder der um den Verein verdientesten Männer, sowie eine Serie der hervorragendsten Werke zieren. Jene relativ wenigen Mitglieder, welche dem Vereine durch 25 Jahre angehören, sollen durch Überreichung entsprechender Diplome geehrt werden. Im Sommer ist ein größeres Fest, wahrscheinlich auf dem Anninger in Aussicht genommen, um auch weiteren Kreisen Gelegenheit zu geben, sich an der Gedenkfeier zu betheiligen.

In der Mödlinger Zeitung vom 10. Mai 1902 ([MöZ] S.1ff) wir auf über zwei Seiten ausführlich über diese Jubelfeier des Vereines der Naturfreunde in Mödling berichtet.

Am Mittwoch, den 7. Mai d. J. fand im Prachtsaale des Hotel "Stadt Mödling" aus Anlaß der 25-jährigen Gründungsfeier des Vereines der Naturfreunde in Mödling ein Festbankett statt, das einen glänzenden Verlauf nahm. Der weitere Bericht besteht hauptsächlich in der Aufzählung von Namen von Personen, die bei der Feier anwesend waren und/oder für den Verein bedeutendes geleistet haben. Die wiedergegebenen Reden bestehen ebenso aus Danksagungen, u. a. wurde dem Stift Heiligenkreuz und besonders Seiner Durchlaucht, dem regierenden Fürsten von Liechtenstein, dem größten Wohlthäter von Mödling (vertreten durch den fürstlich Liechtenstein'schen Amtsverwalter Karl Edler von Ruber) gedankt.
Der Protektor des Vereines, Herr Franz Regenhart Ritter von Zapory... weist auf die größeren Schöpfungen des Vereines, insbesonders den Bau der Kaiser-Jubiläumswarte, auf das Anningerhaus, die Wilhelmswarte und den Julienthurm (am Höllenstein) hin und sagt, daß dies bleibende Denkmäler sind, welche unsere Nachkommen daran erinnern werden, was gemeinnütziges Zusammenwirken und fester Wille zu leisten vermag.

Heute betreut der Verein die beiden Schutzhütten Anningerhaus und Krauste Linde, die beiden Aussichtswarten Jubiläumswarte und Wilhelmswarte, sowie das Netz der Wanderwege am Anninger. Die Wege sind vorbildlich markiert und mit Wegweisern aus Holz gekennzeichnet. Im Frühjahr 2007 brach der Wegweiser bei der Breiten Föhre in Bodenhöhe ab, die Holzstange war vermorscht, kurz darauf wurde ein neuer Wegweiser aufgestellt.

Im Wappen des Vereins ist die Aurikel abgebildet, eine Alpenblume, die auch im Anningergebiet vorkommt. Das Vereinswappen ist, in Stein gegossen, an der nordöstlichen Ecke des Anningerhauses und seitlich am Unterbau von Rastbänken zu sehen. Leider befinden sich diese Bänke zum Teil schon in schlechtem Zustand. Auf Holz gemalt findet man das Wappen an der Außenwand der Krausten Linde.

Vereinswappen am Anningerhaus
Vereinswappen
Vereinswappen an einer Rastbank
Vereinswappen
Vereinswappen an der Krausten Linde
Vereinswappen

Zur 100-Jahr Feier des Vereins wurde am 18. September 1977 das große Kreuz an der nördlichen Außenmauer des Anningerhauses gesegnet. Bei diesem Kreuz feierte Kaplan Andrzej Prochnik am 3. Juni 2007 einen Gottesdienst zum 130-Jahr Jubiläum des Vereins. An diesem Tag wurde der Erste Anningerkirtag veranstaltet mit Programmpunkten beim Anningerhaus und bei der Krausten Linde. Am 1. Juni 2008 findet wieder ein Anningerkirtag statt.

Ein kleines Missgeschick ist vor einigen Jahren bei der Erneuerung des Wegweisers hinter dem Anningerhaus passiert. Der Pfeil in den Steinwandlgraben war beschriftet mit Proksch-Hütte Einöde... Gelegentlich konnte man dort Wanderer mit Plan in der Hand sehen, die ratlos den Wegweiser betrachteten. Der Wirt des Anningerhauses erklärte, dass er nur für die kulinarische Betreuung der Wanderer zuständig sei, nicht aber für die Korrektur von irreführenden Wegweisern. Seit Ende 2005 weist der Wegweiser wieder den richtigen Weg: Steinwandlgraben Buchtal Gaaden

[Link...]


1. Mödlinger Wanderverein "Föhrenberge"

Der Verein wurde am 23. Februar 1972 gegründet. Er veranstaltet Wanderungen und betreut Wanderwege, siehe [WVF] und [Link...]


Bergrettung

Für uns ist es heute selbstverständlich, dass im Falle eine Unfalls am Anninger innerhalb kurzer Zeit die Bergrettung oder das Rote Kreuz zur professionellen Hilfeleistung eintrifft. Die Mödlinger Zeitung schildert am 19. April 1902 ([MöZ] S.3), wie schwierig das früher einmal war:

Ein verhängnisvoller Ausflug auf den Anninger. Sonntag vormittag unternahm eine größere Gesellschaft junger Leute von hier einen Ausflug auf den Anninger, an welchem auch der in der Korksteinfabrik Kleiner & Bockmayer als factorant beschäftigte, 21 Jahre alte Herr Rudolf Fröhlich, ein Warnsdorfer, theilnahm. Gegen 11 Uhr trat die Gesellschaft wohlgemuth den Heimweg wieder an. Plötzlich stürzte Fröhlich, einen Schmerzensschrei ausstoßend, zusammen. Er war auf einen Stein getreten, ausgerutscht und hatte sich hiebei den rechten Fuß beim Knöchel gebrochen. Der Verunglückte mußte ca. drei Viertelstunden weit bis zur goldenen Stiege getragen werden, wo ein Wagen requiriert wurde, der den Verunglückten zu dem städtischen Arzt Herrn Dr. Rauch in der Elisabethstraße brachte. Sein Freund Herr Robert Kussel, Correspondent bei derselben Firma, 22 Jahre alt, trug Fröhlich in die im ersten Stock gelegene Wohnung des Arztes. Während der Arzt den Verunglückten untersuchte, wurde Kussel unwohl und verließ, ohne dem Arzte hievon Mittheilung zu machen, das Operationszimmer. Kaum hatte Herr Kussel das letztere verlassen, wurde dem Arzte gemeldet, daß im unteren Geschoß ein schwer verletzter junger Mann in einer Blutlache bewußtlos liege. Der Arzt eilte rasch zu dem Verunglückten und erkannte in demselben jenen jungen Mann, welcher den Herrn Fröhlich zu ihm gebrachte hatte, Herrn Kussel. Dieser dürfte sehr wahrscheinlich auf der Stiege bewußtlos geworden und abgestürzt sein. Kussel hatte geradezu fürchterliche Verletzungen erlitten; die linke Halsseite wies eine lange und tiefe klaffende Wunde auf und der Unterkiefer samt fünf Zähnen war ihm zerschmettert. Der Arzt hatte nun eine riesige Arbeit zu bewältigen. Nachdem er den beiden jungen Männern Hilfe geleistet hatte, wurden sie auf Wunsch in ihre Wohnungen gebracht. Das tragische Schicksal dieser beiden Freunde erregt unter der Bevölkerung große Theilnahme.


Anningerstraße

Der meistbegangene Weg auf den Anninger ist sicher die Anningerstraße. Das war wohl auch schon in früheren Jahrhunderten so, da der Weg an der berühmten Breiten Föhre vorbeiführt. Seit über hundert Jahren ist dieser Weg zu einer Straße ausgebaut ([Jane1] Nr.47). In der Mödlinger Zeitung ([MöZ] 29. September 1900 S.4) wurde berichtet: Die neue Fürstlich Liechtenstein'sche Straße wurde in letzter Zeit bis zum Eschenbrunnen fortgesetzt und geht nun bald seiner Vollendung entgegen.

Die Anningerstraße ermöglicht die Zufahrt zu den beiden Gaststätten Anningerhaus und Krauste Linde sowie zum Sender. Das letzte Stück vom Anningerhaus zum Sender ist sogar asphaltiert, hoffentlich bleibt der Rest für immer als Schotterstraße erhalten. Im oberen Teil der Anningerstraße befindet sich die Hans Riffer Quelle, man darf sich jedoch nicht darauf verlassen, dort Wasser anzutreffen. Etwa auf halber Höhe zweigt von der Anningerstraße nach rechts der Grenzweg ab, ein beliebter Zugang zum Husarentempel.

An schönen Sonn- und Feiertagen trifft man auf der Anningerstraße sehr viele Wanderer und Spaziergänger an (nicht an Samstagen, da sind die meisten Leute shoppen). Für halbwegs geländegängige Kinderwagen ist dieser Weg geeignet, um einen Familienausflug mit den Kleinsten auf den Anninger zu unternehmen. Bei Läufern und Radfahrern ist diese Strecke ebenfalls sehr beliebt. Sie wird auch mit Fahrrädern mit Kleinkind-Sitz und auch Kleinkind-Anhänger befahren. Bei der Talfahrt werden die Kinder allerdings schon arg durchgebeutelt. Bei entsprechendem Können kann die Anningerstraße sogar mit dem Einrad befahren werden. Im Frühjahr 2007 (und auch danach) konnte ein Einrad-Fahrer beobachtet werden, der jedenfalls bis zur Krausten Linde gelangt ist. Auch Tandem-Fahrer mit geländegängigem Tandem wurde auf der Anningerstraße schon beobachtet. Im Juli 2008 war ein Segway-Fahrer auf der Anningerstraße zu sehen. Anfang Jänner 2009 war ein E-Bike bei der Jubiläumswarte unterwegs. Fast geräuschlos fuhr das mit Geländereifen ausgerüstete Elektromoped durch den Schnee.

Die Anningerstraße ist zwar durch Schranken abgesperrt, wird aber von Berechtigten immer wieder mit Autos befahren. Hüttenwirte, Jäger, Forstleute und Betreuer der Sendeanlage fahren hier zu ihrem Arbeitsplatz. Bei der Abfahrt mit Fahrrad oder Rodel ist daher Vorsicht geboten. Weiters verwandelt sich die Straße durch das Befahren mit Autos bei Schneelage ziemlich schnell in eine glatte Bahn. Wenn dann noch eine kurze Wärmeperiode, eventuell mit Regen, von einer Kälteperiode gefolgt wird, dann kann sich die Anningerstraße in eine blanke Eisplatte verwandeln. In diesem Fall ist die Verwendung von Grödeln bzw. Leichtsteigeisen sehr empfehlenswert, auch wenn man "nur" im Wienerwald unterwegs ist.

Für häufige Besucher des Anninger mag die Anningerstraße ein wenig fad erscheinen, ein großer Vorteil ist jedoch, dass man auf diesen Weg im Herbst und Winter, wenn die Tage kurz sind, auch bei Dunkelheit sicher nach Mödling gelangt. Und an einem nebeligen Novembertag kann es vorkommen, dass man außer einem Hüttenwirt in seinem Auto niemanden antrifft, nicht einmal einen Radfahrer.

Rastbank an der Anningerstraße
Rastbank an der Anningerstraße
Rastbank an der Anningerstraße
Anningerstraße, total vereist

Um 1995 wurde die Anningerstraße generalsaniert. Auf der Bergseite wurde eine Rinne ausgehoben, damit das Regenwasser abfließen kann. An einigen Stellen wurden quer zur Straße Wasserrinnen aus Beton eingelegt. Alle paar Jahre wird die Anningerstraße mit einem Gräder glattgehobelt, so z. B. im Mai 2007. Die im Lauf der Zeit an den Straßenrändern angehäuften Berge von lockerem Material werden weggeschoben, die Straße erscheint dann um einiges breiter. Die Regenrinnen entlang der Straße werden von Zeit zu Zeit ausgeputzt, manchmal wird sogar mit einem riesigen Staubsauger Laub usw. aus den Rinnen entfernt. Diesen Pflegemaßnahmen fällt dann leider auch die Stendelwurz zum Opfer, eine Orchideenart, die am Rand der Anningerstraße gedeiht. Es ist sehr zu hoffen, dass die Anningerstraße nicht eines Tages asphaltiert wird.

Im Juni 2007 hat irgend jemand an Bäumen neben der Anningerstraße Kilometerangaben angebracht: 1,5, 2,0 usw. Eine kleine Fläche der Rinde wurde geglättet, die Zahl daraufgeschrieben und mit Lack fixiert. 3,0 befindet sich am Mast gegenüber der Krausten Linde. Wo sich 0,0 befindet ist unbekannt.


Markiert

Der Aufstieg durch das Prießnitztal führt geradeaus weiter zum Maibründl und weiter über das Kaisergerndl.

Wer sich einige Höhenmeter Aufstieg ersparen will, kann mit dem Auto zum Richardhof fahren und von dort zum Kaisergerndl aufsteigen. Von Gumpoldskirchen aus stehen der Kalenderweg, der Vierkochkogelweg und der Weg durch den Siebenbrunnengraben (vorbei an der Dreidärrischen Höhle) zur Verfügung.

Schnee am Kaisergerndl
Schnee am Kaisergerndl
Felskamm am Kaisergerndl
Felskamm am Kaisergerndl

Der Dreistundenweg führt nicht direkt auf den Anninger hinauf. Er ist wegen seiner geringen Steigung eine beliebte Lauftrecke. Vom Ende des breiten Weges kann man zum Husarentempel aufsteigen. Am Beginn des Dreistundenweges befindet sich ein Trinkbrunnen. Auf alten Karten (Plan von 1935 in [WalKuc]) ist der Dreistundenweg als Höhenstraße bezeichnet, der Weg, der vom Beginn des Dreistundenweges etwas steiler bergauf führt, ist dort als sogenannter Dreistunden-Weg bezeichnet, auf einer Karte von 1905 als 3 Stunden Weg. Heute wird er manchmal Oberer Dreistundenweg genannt. Dieser Weg ist sehr empfehlenswert, landschaftlich besonders schön, er führt teilweise an Felsen vorbei, durch die typische Schwarzföhren-Waldgesellschaft mit Felsenbirne und Kalkblaugras, in einem großen Bogen bis zum Matterhörndl und zum Husarentempel. Im Frühjahr blühen an diesem Weg vereinzelt der Diptam und die Waldhyazinthe, eine Orchideenart.

Sehr beliebt ist der Anstieg über die Goldene Stiege. Vom Mödlinger Stadtzentrum aus ist es die erste Möglichkeit, auf den Anninger zu gelangen. Der Weg führt an einem ehemaligen Steinbruch vorbei. Nach dem ersten Anstieg kann man sich entscheiden, ob man zur Burg Mödling, zum Dreistundenweg oder zur Breiten Föhre weitergeht.

Aus der Vorderbrühl kann man durch das Kiental und den Eschenbrunnengraben zum Anninger aufsteigen. Von Gaaden aus gibt es den Weg durch den Steinwandlgraben, der tatsächlich an einer kleinen Felswand vorbeiführt. Weiters führt von Gaaden aus die Buchtalstraße durch das Große Buchtal auf den Anninger. Diese führt an Stellen vorbei, wo Fossilien gefunden wurden (Buchtalkehre). Im oberen Bereich kommt man an den Resten des Buchbrunnens vorbei, an dem bis zum Brand 1910 das erste Anningerhaus stand.

Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben

Einer der langweiligsten Anstiege ist der sogenannte Gumpoldskirchner Steig, eine wenig abwechslungsreiche Forststraße, die in fast gerader Linie vom Gut Waldhof (Ferdinand und Leopoldine Pölzl) bei Gaaden zum Rastplatz Drei Eichen hinaufführt, immer am Zaun entlang, der ein großes, zum Gut Waldhof gehöriges Waldgebiet begrenzt. Empfehlenswert ist hingegen die geradlinige Fortsetzung des Gumpoldskirchner Steiges, eine unmarkierte Forststraße, die vom Sattel Drei Eichen nach Gumpoldskirchen hinabführt. Man kommt an einem netten Häuschen mitten im Wald vorbei, kurz danach an einer ehemaligen Quelle, die jetzt leider kaum mehr Wasser gibt. Der Weg führt direkt zum Heberlberg (Heferlberg), die für seine botanischen Raritäten bekannt ist. Auf der Gaadener Seite verläuft auf dem Rücken zwischen Gumpoldskirchner Steig und Buchtal ein unmarkierter Weg. Er erfordert im oberen Teil etwas Orientierungssinn, bietet aber eine interessante Alternative zu den beiden eher eintönigen Forststraßen.

Am Nordhang des Frauenstein, der auf alten Karten als Maaberg bezeichnet ist, ließ Johann II. von Liechtenstein einen Kurpark und eine Weganlage mit Stiegen anlegen ([Jane1] Nr.15, [Jane4] S.92ff). Johann II. war der Enkel von Johann I., der die Aufforstung mit Schwarzföhren durchgeführt hatte. Die Stiegen sind noch vorhanden, die Anlage sieht aber inzwischen ziemlich naturbelassen aus. Im Park davor befinden sich Stein-Skulpturen vom Bildhauer-Syposium 1987 und eine Gedenktafel für Elsa Brändström [Link...].

Auch einige Wanderwege von überregionaler Bedeutung durchziehen das Anningergebiet [Link...]:

An der Stelle, wo der Weg aus dem Rehgraben in den Verbindungsweg Breite Föhre - Richardhof einmündet, wurde im Oktober 2012 eine Informationstafel über Harald Lowatschek aufgestellt. Der Rastplatz ist nun nach dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt Mödling benannt.

Harald Lowatschek Rastplatz
Harald Lowatschek Rastplatz...
Harald Lowatschek Rastplatz
...bei winterlichen Verhältnissen...
Harald Lowatschek Rastplatz
...Ende Oktober 2012

Seit 2013 führt ein Schubert Wanderweg vom Kiental zum Husarentempel und weiter entlang des Grenzweges zur Anningerstraße. Tafeln informieren über den Komponisten und interessante Orte am Anninger.

Immer wieder finden am Anninger organisierte Wanderveranstaltungen statt mit Startgebühr, Labestellen und Abzeichen. Seit einigen Jahren wird jeweils im August die Internationale Dreitage Wanderung durchgeführt mit Wegstrecken bis zur Marathon-Distanz, da wird der Anninger zu einem Zentrum der internationalen Wanderszene [Link...].

Bei der Meiereiwiese sind zwei Laufstrecken mit Self-Time-Anlage eingerichtet. Start ist beim Märchenteich. Die Mario-Weiß-Strecke führt über 1650 m rund um die Meiereiwiese, die Dietmar-Millonig-Strecke führt über 7750 m beim Matterhörndl vorbei.

Am 2. Juni 2007 wurde in Gumpoldskirchen unter dem Titel runnersfun eine 10,6 km lange Laufstrecke Klinger Runde eröffnet. Sie ist mit kleinen Metalltafeln beschildert und führt am Anningerhaus vorbei. [Link...]

Gelegentlich findet ein organisierter Anningerlauf statt [Link...]

Am 15. November 2017 wurden "Tut gut!"-Wanderwege im Mödlinger Stadtwald eröffnet. Es handelt sich um drei Rundwanderwege mit 1,5 km, 3 km und 7 km Länge, welche die Meiereiwiese in mehr oder weniger großem Abstand umrunden, der mittlere und der längste Weg führen zur Burg Mödling, der längste auch über den Frauenstein. In der zugehörigen Broschüre ist zu lesen: Bikerstrecken und Wanderwege sind strikt getrennt. Das Foto unten zeigt, dass diese Aussage nicht einmal in der Theorie richtig ist, noch viel weniger in der Praxis, wo die MTBer immer und überall im Wald herumfahren. [Link...].

tut gut
Tut gut! und MTB - tut gut??

Anninger - Lindkogel

Eine sehr empfehlenswerte Wanderung, die jedoch einige Kondition erfordert, ist die Überschreitung vom Anninger zum Hohen Lindkogel: Mödling - Anninger - Pfaffstättner Kogel - Einöde - Hühnerberg - Mitterberg - Ruine Rauenstein - Helenental - Hoher Lindkogel - Vöslauer Hütte - Harzberg - Bad Vöslau - mit dem Zug nach Mödling

Die Tour ist auch im Winter sehr lohnend, wenn auch anstrengend, je nach Witterungsverhältnissen. Die Wege können sehr eisig sein, dann macht die Begehung nur mit Grödeln (vierzackige Ministeigeisen) Spaß. Es kann auch sehr viel Schnee liegen. Am 13. Februar 1999 lag der Pulverschnee an der Westseite des Anninger hüfthoch. Am 5. Jänner 2006 war der unverspurte Schnee am Lindkogel so hoch, dass ich oberhalb des Brennersteiges umkehrte. Am 3. Jänner 2003 herrschte am Anninger extremer Sturm aus Westen, so dass ich nach Gaaden abstieg und über Rosental zur Krainerhütte ging und von dort auf den Lindkogel.

Etliche lokale Varianten des Weges sind möglich, z. B. durch den Kurpark in Baden oder beim Jungendbrunnen vorbei. Man kann auf zumindest vier verschiedenen Wegen vom Helenental auf den Hohen Lindkogel aufsteigen:
- markiert durch den Kalkgraben
- unmarkiert über den Kamm (Kaiserspitz) westlich Kalkgraben, sehr lohnend
- unmarkiert über den Kamm beim Beethovenstein, mit Felsberührung, sehr lohnend
- markiert über den Steinigen Weg

Auf diesem Weg besteht die Möglichkeit, 8 (in Worten: acht) Aussichtswarten zu besuchen:
- Jubiläumswarte am Anninger (Eschenkogel, 653 m)
- Wilhelmswarte am Anninger (675 m)
- Klesheimwarte am Pfaffstättner Kogel (541 m)
- Theresienwarte am Hühnerberg
- viereckiger Bergfried der Ruine Rauenstein
- dreieckiger Bergfried der Ruine Raueneck
- Sinawarte am Hohen Lindkogel (834 m)
- Jubiläumswarte am Harzberg (466 m)

Kurze Protokolle meiner Begehungen dieses Weges hier [Link...].


Unmarkiert

Wenn man abseits der Hauptwege oder außerhalb der Hauptzeiten unterwegs ist, kann es am Anninger sehr einsam sein. Im folgenden werden ein paar dieser weniger begangenen, meist unmarkierten Wege beschrieben. Wer oft am Anninger unterwegs ist wird selbst viele weitere Varianten und Kombinationen finden.

Vom Parkplatz Prießnitztal kann man durch den Rehgraben aufsteigen. Alternativ kann man über den nördlichen Begrenzungsrücken (Friedrichshöhe) oder über den südlichen Begrenzungsrücken aufsteigen, auf beiden Seiten gibt es schöne Steige. Diese beiden Rücken sind auch botanisch interessant (siehe Blumenwanderungen). Durch die Friedrichswand findet man in der Mitte sogar einen Aufstieg, für den man trittsicher sein sollte, aber nicht klettern muss. Vom oberen Ende des Rehgrabens kann man geradeaus dem Weg folgen, bis man zur Anningerstraße gelangt. Oder man geht vom Ende des Rehgrabens ein paar Schritte nach links Richtung Richardhof, und dann schräg rechts hinauf auf einem zunächst schmalen Steig, der in weiterer Folge bis auf's Kaisergerndl führt.

Mitte der 1990er Jahre wurde entlang des oberen Randes der Friedrichswand ein Drahtseil gespannt, als Absturzsicherung. Leider wurde diese Arbeit mit sehr wenig Verständnis durchgeführt. Das Seil überquerte mehrer Male den deutlich sichtbaren, ausgetretenen Pfad, der oben an der Friedrichswand entlangführt. Wanderer waren gezwungen, auf diesem Pfad das Drahtseil acht Mal (!) zu übersteigen. Es ist daher nicht erstaunlich, dass das Seil bald durchtrennt wurde. Heute sind nur mehr einige Meter Seilreste an den Bäumen entlang des Weges zu sehen. Die damals angebrachten Warntafeln sind ebenfalls längst verschwunden.

Am Kaisergerndl gibt es eine interessante Variante: im obersten Teil kann man nördlich (rechts) vom markierten Weg über einen teilweise felsigen Kamm gehen. Ein kleines alpines Erlebnis am Anninger, für manche vielleicht überraschend. Man kommt an den Resten der Grundmauern des ehemaligen Kaisergerndlhauses vorbei, nördlich des Kamms befindet sich der Beginn der ehemaligen Rodelbahn. Auf der Trasse der Rodelbahn kann man bis ins Kiental absteigen. Zwischen Kaisergerndl und Anningerstraße sind noch Steilwandkurven mit Betonsteinen vorhanden. Unterhalb der Riffer Quelle, bei den Resten der ehemaligen Brücke, überquert man die Anningerstraße. Unterhalb der Straße ist die Trasse der Bahn als Hohlweg deutlich zu erkennen. Relativ gemütlich kann man der Trasse folgend bis in den Graben zwischen Steinwand und Toter Mann absteigen.

Am Beginn der Anningerstraße zweigt kurz nach dem Schranken nach links ein schmaler Steig ab. Auf diesem kann man auf die Friedrichshöhe oberhalb der Felswand gelangen. Im östlichen Bereich der Friedrichshöhe befinden sich im Wald ein paar Felsen mit einer wunderschönen Schirmföhre.

Nordwestlich der Breiten Föhre führt ein Weg parallel zur Anningerstraße über einen Höhenrücken mit einigen Erhebungen, mit Blick zum Husarentempel. Einige Wege führen nach links zur Anningerstraße bzw. nach rechts zum Oberen Dreistundenweg hinab. Wenn man jedoch immer auf dem Rücken bleibt, gelangt man schließlich zu einem kleinen, felsigen Gipfel. Seit 2006 steht dort ein Gipfelkreuz mit einer kleinen Bank mit Inschrift Dies ist der Lieblingsplatz von Karl, gewidmet von U & C; WP. (Wolfgang P). Seit 2010 gibt es eine Kassette mit Gipfelbuch. Früher befand sich dort an einem Baumstamm ein kleines Kreuz mit Beschriftung Alexandraberg. Koordinaten: N 48,06888 / E 16,25936 entspricht 48°04'08"/16°15'33".

Hinter der Krausten Linde befindet sich eine kleine Anhöhe. Man gelangt dort hinauf, indem man rechts vom Zaun den Steig hinaufgeht, dann links den Kamm hinauf. Von der Höhe bietet sich ein Blick zum Husarentempel, auf Gießhübl und auf Wien. Nordwestlich davon befindet sich ein langgestreckter Bergrücken, der in Wanderkarten als "Toter Mann" bezeichnet ist. Möglicherweise handelt es sich um einen Versammlungsort aus der Keltenzeit, siehe Hallstattzeit. Ein sehr schöner Anstieg verläuft westlich davon über einen Kamm, der in den Karten mit "Steinwand 487m" bezeichnet ist.

Von Gaaden aus kann man unmarkiert durch das Kleine Buchtal aufsteigen. Es zweigt beim Wasserreservoir am Beginn des Großen Buchtals in nordöstlicher Richtung ab. Das Kleine Buchtal ist, wie der Name sagt, nur ein vergleichsweise kurzer Einschnitt, anschließend führt der Weg über einen Rücken zur Jubiläumswarte hinauf. Nördlich davon verläuft der sogenannte Ludergraben und noch weiter nördlich der Kleine Kohlgraben. Auch hier kann man mit etwas Orientierungssinn zur Jubiläumswarte gelangen. Die Kämme südlich und nördlich des Ludergrabens können ebenfalls als Aufstieg benutzt werden. Bei wenig begangenen Wegen, die in Gräben verlaufen, muss man mit Behinderungen durch Äste und Steine rechnen, oft sind diese durch Laub verdeckt. Ein paar Kratzer muss man bei Begehung unmarkierter Wege einkalkulieren. Berberitze, Brombeere und Rose können ziemlich stechen.

Von der Schießstätte Gaaden aus kann man unmarkiert zum Buchkogel aufsteigen. Der Buchkogel ist der einzige der vier Gipfel des Anninger, der nicht auf einem markierten Weg erreichbar ist. Der Weg beginnt beim Wasserbehälter oberhalb der Schießstätte und verläuft über den Rücken zwischen Gumpoldskirchner Steig und Großes Buchtal. Am höchsten Punkt des Buchkogel befindet sich ein Grenzstein ohne Beschriftung. Im Sommer 2010 war auf der Gipfelkuppe ein kleiner Steinmann errichtet, umgeben von einem Zaun aus trockenen Ästen.

Steinmann am Buchkogel
Steinmann am Buchkogel

In der Nähe des Husarentempels kann man zwei kleine Gipfelkreuze mit Gipfelbuch besuchen, das Phönixkreuz und das Kreuz am Kleinen Anninger, Beschreibung siehe beim Husarentempel.

Vom Richardhof aus kann man unmarkiert durch das Beital aufsteigen. Ein paar Meter unterhalb der Querung des Beethoven-Weges befindet sich im Graben eine gefasste Quelle. Anfangs ist es ein schöner Steig im Talgrund, im oberen Teil ist es sehr mühsam. Das Tal verengt sich zu einer Schlucht mit steilen Hängen links und rechts, rutschig durch Laub, Erde, Äste und Steine. Im Graben steht dort teilweise Wasser bzw. ist es sumpfig. Im gesamten Tal liegen zahlreiche umgestürzte Bäume, was einen Eindruck ähnlich einem Urwald bewirkt. Der Boden ist von Wildschweinen aufgewühlt. An zwei Stellen sind seltsame Holzkonstruktionen zu sehen. Da hat sich jemand vor längerer Zeit viel Arbeit gemacht und aus Rundhölzern kleine Brücken zusammengenagelt - wofür ist unklar. Vor Beginn des oberen mühsamen Abschnitts zieht ein mit roten Punkten markierter Steig nach links (südlich) hinauf zum Kalenderweg. Auf älteren Karten ist auch ein Steig nach rechts (nördlich) hinauf zum Kaisergerndl eingezeichnet. Die Trasse ist noch gut erkennbar und begehbar, der alte Weg führt direkt zum ehemaligen Kaisergerndlhaus.

Ein weiterer unmarkierter Anstieg führt durch das Tieftal südlich von Gumpoldskirchen. Ein Fahrweg führt durch den Graben nördlich des Glaslauerriegels bergauf. Hier befinden sich links und rechts kleine Gärten mit kleinen Hütten, zum Teil verfallen, zum Teil schön hergerichtet. Auf einer Hütte steht die Jahreszahl 1849. Nach dem letzen Garten führt der Steig in einer Art Baumallee weiter bergauf bis der Beethoven-Wanderweg gequert wird. Hier steht der bekannte Grenzstein RAVHENSTAIN - GVMPOLDSKHIRCHEN aus dem Jahr 1569. Weiters eine Tafel, die den Beginn der Kernzone des Biosphärenparks Wienerwald Anninger Tieftal kennzeichnet. Ein guter Steig führt im Graben weiter bergauf, bis eine Forststraße gequert wird. Ab dort wird es etwas mühsamer, einige Bäume liegen im Weg. Der Graben ist aber weiter gut begehbar und keineswegs so mühsam wie das obere Beital. An mehreren Jagdhütten vorbei gelangt man zum Rastplatz Drei Eichen. Wer an alten Grenzsteinen interessiert ist, sollte auf dem gesamten Weg die Augen offen halten. Außer dem beschilderten RAVHENSTAIN sind noch zwei weitere, ähnlich gestaltete Exemplare zu sehen, sowie einige weitere Grenzsteine aus vergangenen Jahrhunderten, siehe die Seite über die Grenzsteine.

Ebenfalls von der Gumpoldskirchner Seite kann man vom Roten Kreuz im Siebenbrunnengraben über den südlich, parallel zum Graben verlaufenden Kamm direkt zur Wilhelmswarte aufsteigen. Etwas südlich davon verläuft ein weiterer Weg, der auf alten Karten als Steinweg bezeichnet ist.

Von der Hinterbrühl aus gelangt man auf den Schwarzkogel, einer kegelförmigen Erhebung westlich des Kientals. Der Berg war Siedlungsgebiet zur Hallstattzeit. Dem Kammverlauf nach Süden folgend gelangt man zum Vorderen Otter und kann dann durch den Eschenbrunngraben zur Jubiläumswarte aufsteigen.


Rodeln

Bei entsprechener Schneelage verwandelt sich die Anningerstraße in eine wunderbare Rodelbahn mit über 4 km Abfahrtsstrecke. Die Flachstücke bei der Krausten Linde und bei der Breiten Föhre müssen zu Fuß überbrückt werden. Ganz selten ist die Piste so schnell, dass man bei der Breiten Föhre nicht absteigen muss. Leider sind es pro Winter i. a. nur wenige Tage, wo die Verhältnisse optimal sind. Wenn die Piste nicht wegschmilzt, dann wird sie innerhalb weniger Tage eisig, da die Anningerstraße immer wieder von Autos befahren wird. Nach starken Schneefällen wird die Anningerstraße geräumt, beim Anningerhaus ist ein Schneepflug stationiert. Es bleibt aber genug Schneeauflage zum Rodeln. Bericht in [LdB] 01-2006, S.61.

Besondere Vorsicht ist in der S-Kurve bei der Hans Riffer Quelle geboten. Erstens handelt es sich um die steilste Stelle der Anningerstraße, zweitens wird es dort besonders schnell eisig aufgrund der durchdrehenden Räder der bergauf fahrenden Autos und der berab schlitternden Rodeln, und drittens ist es eben eine S-Kurve. Nicht alle, die sich allzu forsch hinunterlassen, sind sich dessen bewusst, so dass immer wieder Rodler und Radler aus der Rechtskurve in den Wald fliegen.

Dieses Schicksal ereilte auch den damaligen Bürgermeister von Gumpoldskirchen. Im März 2003 brachte die Faschingsgilde Gumpoldskirchen eine Holztafel mit folgender Inschrift an: Anno 2001 beim Rodlfoan / an dieser starken Buch', / 'n Burgamasta von Gumpolds' / sei schwache Nase bruch. Der Baum ist seither auch unter dem Namen Göd-Buche bekannt, benannt nach dem Bürgermeister. Da sich der Baum im Gemeindegebiet von Gaaden befindet, erfolgt alljährlich am Rosenmontag eine Pachtzahlung der Gumpoldskirchner Faschingsgilde an den Gaadener Bürgermeister in Form von einem Karton Gumpoldskirchner Königswein. Die Tafel wurde Ende Jänner 2014 abmontiert, restauriert und zwei Tage später wieder montiert.
Am 28. Mai 2014 wurde neben der Göd-Buche eine neue Buche gepflanzt. Eine Tafel der Faschingsgilden Gumpoldskirchen und Gaaden informiert: Falls eines Tages die Göd'sche Buch / unter des Försters Hacke fällt, / haben wir bereits jetzt eine neue aufgestellt. / Allen sei in Zukunft in Erinnerung gebracht, / dass einst hier der Göd in die Buche gekracht.

Bei guter Schneelage und Sonnenschein an Nachmittagen von Sonn- und Feiertagen (wenn die Einkaufszentren geschlossen sind) macht es nicht sehr viel Spaß, mit der Rodel die Anningerstraße abzufahren, weil dann die unzähligen Rodelfahrer in breiter Front mit Plastikbob und Hund die Straße hinaufmarschieren und sehr spät oder gar nicht ausweichen, wenn abfahrende Rodelfahrer entgegenkommen. Bei Abfahrt auf anderen Wegen, z. B. Richtung Prießnitztal oder Richtung Richardhof, muss man ebenfalls mit entgegenkommenden Wanderern rechnen, dort kann man aber mit der Rodel praktisch nicht ausweichen.

In den Jahren 2005 und 2006 war es bis Mitte März hinein möglich, mit der Rodel abzufahren. Der Winter 2005/2006 war besonders schneereich, mit einer geschlossenen Schneedecke oberhalb der Krausten Linde von Mitte November 2005 bis Ende März 2006! Wenn im unteren Bereich der Anningerstraße zu wenig Schnee liegt oder die Piste sehr vereist ist, dann kann man manchmal noch sehr gut durch den Rehgraben abfahren. Leider gibt es auch immer wieder sehr schneearme Winter, wo das Rodeln am Anninger überhaupt nicht möglich ist (z. B. im Winter 2000/2001, 2006/2007 und 2011/2012). Schade ist auch, dass die Anningerstraße in den letzten Jahren im oberen Teil, im Gemeindegebiet von Gaaden, nach jedem stärkeren Schneefall sehr gründlich (im eigentlichen Wortsinn, bis auf den Grund) geräumt wird.

Anningerstraße als Rodelbahn
Anningerstraße als Rodelbahn
Burgamasta-Tafel bei der Hans Riffer Quelle
Göd-Buche mit Burgamasta-Tafel
Neue Göd-Buche
Neue Göd-Buche
Tafel bei der neuen Göd-Buche
Tafel bei der neuen Göd-Buche

Das Rodeln kam Anfang des 20. Jahrhunderts im Wienerwald in Mode, wie in der Mödlinger Zeitung vom 5. Februar 1904 ([MöZ] S.4) nachzulesen ist:

Die Rodler vom Anninger. Das Gebiet zwischen dem Anninger und dem "Eisernern Tor" war am vergangenen Sonntag das Ziel zahlreicher Ausflügler, die sich durch das Schneetreiben am Vormittag keineswegs abhalten ließen, die Höhen zu besteigen. ... Das "Rodeln" scheint sich überhaupt immer mehr im Wienerwald einzubürgern, denn man trifft die großen und kleinen "Rodler" allenthalben an. Im Anningergebiete haben es die Bauernburschen zu einer großen Fertigkeit in diesem Schneesporte gebracht. Sie führen die kleinen Holzschlitten über die gefährlichsten Stellen und haben selten einen ernsthaften Unfall zu verzeichnen. Deshalb wächst auch die Zahl der Passagiere, die sich vom Eisernen Tore oder vom Anninger unter sicherer Führung hinabrodeln lassen von Woche zu Woche. ...

Am 23. Jänner 1907 wurde der Anninger-Rodelverein gegründet. Auf fast 100 Jahren alten Fotos ([Aig2] Nr.153, 154, 156, [Jane1] Nr.47) ist zu sehen, dass die Straße damals als Rodelbahn ausgebaut war. Mit Holzplanken wurde die Strecke seitlich abgesichert, die S-Kurve im Bereich der Hans Riffer Quelle wurde sogar als Steilwandkurve gestaltet. Mitbegründer des Rodelvereins war der Rechtsanwalt Adolf Rziha (Rzhia?), der 1910 österreichischer Rodelmeister wurde und ein Buch Der Rodelsport verfasste. Um 1910 und ab dem Winter 1927/28 wurden am Anninger internationale Rodelrennen durchgeführt. Der Besitzer der Krausten Linde, Georg Weiss, erzeugte in seiner Zimmerei die legendären Anninger-Rodeln. ([WalKuc] S.36, S.38)

1924 errichtete der Anninger-Rodelverein mit Unterstützung durch das Militär eine 1700 m lange Rodelbahn am Anninger (siehe [Wal2] S.25, [WalKuc] S.63, S.169, [Wal3] S.58). Begründet wurde dieser Schritt von Adolf Rziha mit diesen Worten:
Um Konflikte mit den Schiwanderern zu vermeiden, wurde die neue Bahn vom Kaisergerndlhaus, die Anningerstraße auf einer hohen Holzbrücke übersetzend, bis in das Hinterbrühler Kiental geführt.

Der Start befand sich beim ehemaligen Kaisergerndlhaus. Das Gefälle betrug bis zu 36%. In einigen Steilwandkurven führte die Bahn zur Anningerstraße unterhalb der Hans Riffer Quelle, übersetzte dort die Straße auf einer 4,5 m hohen Brücke und führte hinab ins Kiental. Im Illustrierten Sportblatt wurde die Anningerbahn als die modernste und großartigste Österreichs bezeichnet [Link...].

Drei Winter lang konnte die neue Bahn nicht rennmäßig befahren werden. Der Grund war - Schneemangel! Auch das gab es damals schon. Erst 1928 konnten die Österreichischen Rodelmeisterschaften auf der großartigsten Kunstbahn Österreichs durchgeführt werden.

Nach einem tödlichen Unfall im Jahr 1935 wurde die Bahn verkürzt, sie führte nun bis zur Krausten Linde. Auf dieser Bahn wurden Rodelrennen mit internationaler Beteiligung ausgetragen. Beispiele: "Großer Preis von Österreich im Rennrodeln" am 29.1.1966, "Landesmeisterschaften NÖ" 1965 (ca. 60 Teilnehmer) und am 14./15.1.1967.

Die Reste der mit Betonsteinen aufgebauten Steilwandkurven sind heute noch zu sehen, beim Aufstieg links der Anningerstraße. Ein Fundament der Brücke ist vor der großen S-Kurve noch vorhanden, die Fortführung der Bahn rechts unterhalb der Straße ist im Waldboden deutlich zu erkennen. Auf der Trasse kann man relativ bequem bis ins Kiental absteigen.

S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn

Im Anningerhaus sind Erinnerungsstücke aus dieser Zeit zu sehen, eine Rennrodel, ein Lederhandschuh mit Spikes zum Lenken und Bremsen, eine Tafel mit Informationen. An der Südseite des Nebengebäudes beim Anningerhaus befindet sich heute noch, etwas versteckt, eine Tafel mit folgender Aufschrift: "Anninger Rodelverein - Betreten u. Befahren der Kunstrodelbahn ausnahmslos verboten | zeozon bräunt"
An der Waldrast Krauste Linde erinnert eine Vereinstafel an den Anninger-Rodelverein.
Fotos der Rodelbahn findet man in [Aig2] Nr.153,154.

Original Anninger-Rodel
Original Anninger-Rodel
Abzeichen Rodelverein
Abzeichen Rodelverein

Die folgenden historischen Aufnahmen der Rodelbahn am Anninger wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Rodelbahn am Anninger Rodelbahn am Anninger
Rodelbahn am Anninger Rodelbahn am Anninger

Gelegentlich sind heute auch Tourenschifahrer und Langläufer am Anninger unterwegs. in den 60er Jahren befand sich beim Nacke-Wirtshaus Zum Anninger Aufstieg an der Goldenen Stiege ein Schihügel, er musste dem Großparkplatz Föhrenberge weichen ([WalKuc] S.132, S.169, [Aig2] Nr.143). Auf dem Vierjochkogel gab es einmal eine Schisprungschanze [Düm]!

Videos auf YouTube vom Rodeln am Anninger: 2013-01-26 | 2010-01-23 | 2005-01-30 | 2004-02-28

Winterimpressionen vom Anninger [Link...]


Klettern

Um 1870 wurden die Felsen der Mödlinger Klausen als Klettergebiet entdeckt ([RögRich] S.16). Vergleichsweise kleine Felsformationen wurden mit Namen berühmter Vorbilder bezeichnet, z. B. Glocknergrat, Kleiner Buchstein und das berühmte Matterhörndl. Siehe [Luk] S.20f.

Auch die ehemaligen Steinbrüche dienten und dienen als Klettergebiete, z. B. die Rauhe Platte bei der Goldenen Stiege und die bis 80 m hohe Friedrichswand im Prießnitztal ([Luk] S.22). Hin und wieder wird versucht, die Friedrichswand für Kletterer herzurichten: lockeres Material wird abgeschlagen, im November 2009 wurden sogar mit einer Bohrmaschine Löcher für Bohrhaken gebohrt. Wirklich geklettert wird aber hier nur selten, vermutlich weil das gesamte Gelände sehr brüchig ist. Am oberen Rand führt ein Weg entlang, man muss damit rechnen, dass Steine losgetreten werden. Die Anhöhe oberhalb der Friedrichswand ist in älteren Karten als Friedrichshöhe bezeichnet ([Stei] S.54, Pläne von 1904 und 1935 in [WalKuc]).

Ein richtiger, kleiner Klettergarten befindet sich in der Klausen, mit Glocknergrat, Efeugrat, Lausbubenwand und Efeufelsen, wo bis zum 9. Grad geklettert wird ([RögRich] S.42f; leider wird hier die Rauhe Platte bei der Goldenen Stiege mit der Friedrichswand im Prießnitztal verwechselt). In der Klausen gibt es heute sogar einen versicherten Klettersteig im Schwierigkeitsgrad B-C, der nach dem ehemaligen Vizebürgermeister Robert Karpfen benannt ist. [Link...]

Am 25. Oktober 2008 wurde bei Gumpoldskirchen ein kleiner Klettergarten eröffnet. Ein versicherter Steig sowie 10 Sportkletterrouten bis zum 6. Grad führen durch eine Felswand oberhalb der Weingärten (nordwestlich der Kirche) hinauf. [Link...]


Radfahren

Natürlich sind auf allen möglichen und unmöglichen Wegen am Anninger auch Radfahrer unterwegs. Meist gibt es keine Probleme zwischen Radfahrern und Wanderern. Gelegentlich kommt es aber zu kritischen Situationen, z. B. wenn Radfahrer mit vollem Tempo den Hohlweg in den Rehgraben hinunterfahren, obwohl sie von oben nicht sehen können, ob sich jemand, Mensch oder Tier, im Hohlweg befindet. In der Gruppe möchte keiner der Burschen so uncool sein und dort womöglich bremsen.

Grundsätzlich ist das Radfahren im Wald verboten, außer dort, wo es explizit erlaubt ist. In der Mödlinger Stadtzeitung wurde darüber informiert:

Mountainbiker haben eine besondere Verantwortung gegenüber den anderen Waldnutzern, dem Lebensraum Wald und dem frei lebenden Wild.
Mountainbiker, die Forststraßen und Wanderwege ohne Zustimmung des Waldeigentümers benützen oder durch den Wald fahren, machen sich strafbar gemäß § 33 Abs. 2, Ziffer 3 des Forstgesetzes 1975.
Eine solche Verwaltungsübertretung bedingt eine Bestrafung mit bis zu 7.000 Euro.
Um Rechtsfolgen zu vermeiden: Biken nur auf genehmigten Routen!

Soweit die Theorie. Die Realität sieht ganz anders aus. Gefahren wird immer und überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit (in diesem Fall mit LED Scheinwerfern, die unglaublich blenden), auf markierten Wanderwegen, auf unmarkierten, ehemals wenig bekannten Steigen, und quer durch den Wald, über Stock und Stein und Felsabsätze, da werden Trails ausgefahren, mit Sprungschanzen aus Holz und Erde ausgebaut.

Die Mountainbiker haben gelernt, dass illegales Fahren im Wald ohne jede Konsequenz ist, solange nichts passiert. An manchen Stellen wurden Fahrverbotstafeln aufgestellt, z. B. gibt es eine Fahrverbotstafel beim Schießstattweg, an der Goldenen Stiege stehen an einer Stelle zwei Fahrverbotstafeln und am Eingang des Prießnitztales stehen an einer Stelle sogar drei(!) Fahrverbotstafeln. Es kümmert sich aber niemand darum, weder die Biker, die seelenruhig daran vorbei fahren, noch jene Organe, die das Fahrverbot überwachen sollten (müssten?).

Fahrverbot beim Schießstattweg
Fahrverbot beim Schießstattweg
Fahrverbot an der Goldenen Stiege
Doppeltes Fahrverbot an der Goldenen Stiege
Fahrverbot im Prießnitztal
Dreifaches Fahrverbot im Prießnitztal

Seit 2017 ist ein deutlicher Anstieg der Zahl der eBikes zu bemerken, d.h. es fahren noch mehr Leute hinauf, auch solche, die es körperlich aus eigener Kraft gar nicht schaffen würden, und fahren dann irgendwo durch den Wald hinunter. Wanderer müssen jetzt nicht nur Acht geben, ob von oben einer herunter prescht, jetzt fahren sie, mit Motor unterstützt, auch überall bergauf und das mit hohem Tempo.

Gelegentlich werden Radrennen am Anninger durchgeführt, z. B. die Anninger Trophy [Link...].
Bei der 1992 aus einem privaten Wettstreit hervorgegangenen Veranstaltung Rad'l gegen Wad'l können sich Läufer mit Radfahrern messen [Link...].
Auch überregionale Radwege führen über den Anninger, wie zum Beispiel die Alpentour Austria [Link...].

In der Mödlinger Zeitung vom 9. April 1904 ([MöZ] S.1-3) wird unter der Überschrift Sport-Plauderei am Anninger über Radler, Autler (Motorfahrer) und Motorzweiräder philosophiert und schließlich über folgenden Vorfall berichtet:
Ein weiterer Vorteil ist auch der, daß die Konstruktion mancher Motorzweiräder die Möglichkeit bietet, nach Wunsch mitzutreten, ..., oder wenn es gar scharf bergan geht, durch das Mittreten an Benzin zu sparen, wie es vor wenigen Tagen ein Verwegener tat, der auf einem Neckarsulmer Motorrad mit elektromagnetischer Zündung, 2 ½ HP, Modell 1904 ohne "Schenierer" den Anninger hinauffuhr, unbekümmert um die entsetzten Gesichter der Touristen, die sich angstvoll fragten, ob man heute selbst auf Bergeshöhen nicht mehr vor den verd... "Autln" sicher sei.


Reiten

Beim Richardhof befindet sich ein Reitzentrum mit Reithalle. Von dort schwärmen Reiter auch in das angrenzende Anningergebiet aus. Reitwege sind mit roten Punkten in Augenhöhe der Reiter markiert. Ende 2013 wurden im Bereich östlich der Krausten Linde Tafeln montiert: Privatbesitz - Reitwege - Pferde haben Vorrang. Im September 2015 wurden einzelne Wege mit runden, blauen Tafeln als Reitwege markiert.

Gelegentlich trifft man auch Pferde auf gewöhnlichen Wanderwegen an. Für die Wanderer ist das dann unangenehm, wenn der Boden nach Regen sehr weich ist. Die Pferdehufe wühlen den Boden auf und hinterlassen eine morastige Mondlandschaft.


Geocaching

Auch die modernen Schatzsucher kommen am Anninger auf ihre Rechnung, z. B. bei der Jubiläumswarte (GC23PD8), im Steinwandlgraben (GC21VM5) und an etlichen weiteren, bei Ausflüglern beliebten Plätzen. Auch weniger bekannte Orte kann man im Zuge von Geocaching entdecken. Zu viele Details dürfen hier natürlich nicht verraten werden, im erlaubten Ausmaß findet man Hinweise unter dem folgenden [Link...].


GPS Daten

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aktualisiert am 21-Jan-2018
Mitteilungen bitte an josef.mueller@kabsi.at