Der Anninger - Wandern und Sport

Wandern | Naturfreunde | Wanderverein | Bergrettung | Anningerstraße | Markiert | Unmarkiert | Rodeln | Klettern | Radfahren | Reiten | Geocaching | GPS


Wandern

Auf dem Anninger befinden sich zahlreiche markierte und unmarkierte Wanderwege. Es ist nicht beabsichtigt, hier eine vollständige Beschreibung zu geben. In subjektiver Auswahl werden einige Wege beschrieben. Selbstverständlich lassen sich alle diese Wege in vielfältiger Weise kombinieren. Die Österreichische Karte 1:50.000 als online Wanderkarte findet man unter diesem [Link...].

Noch vor wenigen Jahrzehnten, als die Fahrt zu wirklich hohen Bergen nicht so selbstverständlich war, wurde der Anninger respektvoll als Hochanninger bezeichnet ([Schw] S.78). Bis um das Jahr 2000 gab es vor dem letzten Anstieg zur Wilhelmswarte einen Wegweiser mit der Aufschrift Zur Anninger-Spitze.

Ende Oktober 2008 wurden an einigen Stellen neue Wegweiser montiert: gelbe Metallpfeile mit Ziel- und Zeitangaben, und mit blauen Punkten - die Wege im Wienerwald sind unschwierig zu begehen. Diese Form der Wegweiser ist seit einiger Zeit im Alpenraum gebräuchlich. Zum Teil wurde die neuen gelben Pfeile auf vorhandene Pflöcke montiert, an denen sich schon Holzpfeile befinden, die teilweise erst wenige Monate davor erneuert worden waren. Teilweise wurden aber komplett neue Wegweiser errichtet, einer z. B. am Kaisergerndl beim großen, dreieckigen Grenzstein. Dort zweigt der Weg zum Richardhof ab, dieser Weg ist aber seltsamerweise nicht beschriftet. Die neuen Wegweiser wurden in den Geschützten Werkstätten St. Pölten hergestellt [Link...].

Im Juli 2009 wurden an einigen Punkten, z. B. beim Parkplatz Prießnitztal, große Tafeln aufgestellt, auf denen einige Rundwanderwege und Streckenprofile eingezeichnet sind. Auch einiges an Werbung ist auf den Tafeln zu sehen. Überschrieben ist das ganze mit "Bewegungsarena Mödling". Online findet man die Information auf der Website von runnersfun [Link...].

Eine Reihe weiterer Tafeln wurden Ende September 2009 aufgestellt, einige davon entlang der Anningerstraße. Überschrieben sind die Tafeln mit "Ausgangspunkt / Orientierungspunkt / Infopunkt Wanderparadies Anninger". Auf einer Wanderkarte sind Wege und Standorte der Tafeln eingezeichnet. Informiert wird über Wandervorschläge, Wege und Hütten, Sagen, Mythen und Kraftplätze, die ehemalige Rodelbahn, den geologischen Aufbau, Klima, Wald und Tiere.

Aus Anlass 10 Jahre Biosphärenpark Wienerwald wurde 2015 eine Broschüre 10 Jahre - 10 Routen herausgegeben, in der 10 Rundwanderwege im Wienerwald beschrieben werden. Eine davon befindet sich am Anninger und eine am Pfaffstättner Kogel. An der Abzweigung Grenzweg - Anningerstraße wurde im Frühjahr eine Bank aufgestellt, die aus einem dicken, liegenden Buchenstamm besteht, aus dem in Längsrichtung ein Viertel herausgeschnitten wurde. Im August wurden an der Bank eine Infotafel zur Pecherei sowie eine Box montiert, in der die genannte Broschüre angeboten wird.

Infotafeln Prießnitztal
Infotafeln Prießnitztal
Infotafel Prießnitztal
Infotafel Prießnitztal
Infotafel Sagen, Mythen, Kraftplätze
Sagen, Mythen, Kraftplätze
Alter Wegweiser
Alter Wegweiser
Biosphärenbank Jubiläumsbank
Biosphärenbank Jubiläumsbank

Leider werden immer wieder bei Holzarbeiten am Anninger die Wanderwege durch schweres Gerät tiefgründig aufgewühlt. Über Monate und Jahre bildet sich dann bei Regenwetter eine Morastlandschaft, deren Begehung sehr mühsam ist, wenn sich Matschklumpen an die Wanderschuhe kleben. Ebenso werden Wegweiser, Infotafeln und (historische) Rastbänke immer wieder bei Holzarbeiten beschädigt. Für die Wiederherstellung ist dann offenbar niemand zuständig. Zu diesem Thema gab es schon vor über hundert Jahren, am 20. Mai 1899, einen Bericht in der Mödlinger Zeitung ([MöZ] S.5:

Unser Anninger. Sonntag den 14. d. M. war der Besuch auf dem Anninger ein massenhafter. Ausflügler von Wien und der ganzen Umgebung fanden sich ein, um die prachtvolle Fernsicht und die würzige Luft zu genießen. Das Wetter war ein herrliches. Fröhlich und guter Dinge verließ so manche Gesellschaft den schönen Ort und trat den Abstieg nach Gumpoldskirchen an, wo bei einem guten Glas Gumpoldskirchner der Tag beschlossen wurde. Hier fiel aber manche missbilligende Aeußerung über den miserablen Weg vom Anninger nach Gumpoldskirchen. So weit wir informiert sind, wäre es Sache der dortigen Section des Naturvereines, den Weg in Stand zu halten, oder liegen die leitenden Organe noch im Winterschlaf. Wir sind überzeugt, dass sie es nur dem Hauptvereine anzuzeigen brauchen und Abhilfe wird sofort getroffen, da es ja Aufgabe des Vereines ist, in erster Linie die Wege herzustellen, um dem Ausflügler nicht die Lust zu benehmen, unseren schönen Anninger zu besuchen.

Am 3. Juni 1899 musste folgende Gegendarstellung veröffentlicht werden ([MöZ] S.4:

Berichtigung. Auf Grund des § 19 Preßges. werden Sie aufgefordert, den in Ihrer Zeitung vom 20. d. J. erschienenen Artikel "Unser Anninger" folgendermaßen richtigzustellen. Es ist unwahr, dass die Wege vom Anninger nach Gumpldskirchen sich in einem miserablen Zustande befinden. Wahr ist vielmehr, dass alle Wege, die begangen werden dürfen, geradezu musterhaft hergerichtet sind und dass obiger Vorwurf nur der geringen Einsicht Ihres Gewährsmannes entsprungen sind, der es vielleicht nicht begreifen kann, dass nach einem Wettersturz auch die Wege beschädigt werden können. Unrichtig ist, dass die leitenden Organe sich noch im Winterschlaf befinden. Wahr ist vielmehr, dass sie sich überhaupt in keinem solchen befanden und dass, durch die Witterung bedingt, seit 26. März d. J. bereits 50 Arbeitstage für die Wegerhaltung angewendet wurden. Wahr ist auch, dass unser Streben bis jetzt immer äußerst lobend von den Ausflüglern, als insbesondere von der eigenen Gemeinde anerkannt wurden und dass über gedachten, Gumpoldskirchen schädigenden Bericht hier großer Unwillen herrscht. Falls Sie sich von der Wahrheit der vorstehenden Berichtigung überzeugen wollen, werden Sie von uns höflichst zu einer Anningerparthie eingeladen. Für die Section Gumpoldskirchen des Vereines der Naturfreunde. Der Schriftführer: Becker, Der Obmann: Bauer.


Verein der Naturfreunde

Der Verein der Naturfreunde in Mödling vom Jahre 1877 wurde am 18. März 1877 im Mödlinger Kursalon gegründet. Erster Obmann war Dr. Theodor von Gohren, Direktor im Francisco Josephinum, der ersten landwirtschaftlichen Mittelschule in Österreich. Der Verein sorgte dafür, dass das Anningergebiet als Wandergebiet bekannt wurde. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts galt der Anninger als wilder Berg, den man nur mit Führer besteigen sollte. Der Verein gab Mitteilungen heraus und erstellte Dioramen vom Anningergipfel, Husarentempel und Höllenstein. (Siehe [Sti] S.162f)

Am 29. September 1900 wird in der Mödlinger Zeitung ([MöZ] S.4) über die Tätigkeit des Vereins berichtet:

Seitdem in den Augustmittheilungen des Vereines veröffentlichten Berichte über die Thätigkeit des Vereines sind zwei Unterkunftshütten gegen Unwetter bei der "Krausten Linde" und beim "Dreieckigen Stein" mit ziemlichen Kosten errichtet worden und hofft der Ausschuss, daß dieselben ihrem Zwecke vollkommen und für lange Zeit dem Schutze des Publikums entsprechen mögen. Weiters wurde um das Anningerhaus ein offenes Betongerinne zum Abzuge der Tagwässer hergestellt, damit das Haus vor zerstörender, ungesunder Nässe geschützt sei. Hierbei stellte die Firma N. Rella und Neffe die Arbeitskräfte unentgeltlich zur Verfügung, wofür ihr vom Ausschusse der wärmste Dank zum Ausdruck gebracht wurde.

Von eben dieser Firma wird auch die Wilhelms-Warte am Anninger einer Restaurierung unterzogen werden. Die Portlandcement-Fabrik "Waldmühle" in Rodaun hat eine größere Menge von Cement für diese Arbeiten zur Verfügung gestellt und gebührt auch dieser Firma der Dank des Vereines. Durch den die Vereinszwecke sehr fördernden Ingenieur Herrn Martony wurde ein Neues Inventar der Bänke aufgenommen und eine Planskizze über ihre Vertheilung angelegt. Eine Reihe neuer Bänke und Orientierungstafeln kommen zur Aufstellung. Die neue Fürstlich Liechtenstein'sche Straße wurde in letzter Zeit bis zum Eschenbrunnen fortgesetzt und geht nun bald seiner Vollendung entgegen.

Am 12. April 1902 berichtet die Mödlinger Zeitung ([MöZ] S.5) über das 25-Jahr Jubiläum:

Verein der Naturfreunde. Aus Anlaß der 25jährigen Wiederkehr des Gründungstages dieses für Mödling und Umgebung so verdienstvoll wirkenden Vereines veranstaltet der Ausschuß am 7. Mai im Hotel Mödling ein Festbankett, welches die Gönner, Ehrenmitglieder etc. des Vereines zusammenführen soll. Die schön ausgestattete Festschrift werden 19 Bilder der um den Verein verdientesten Männer, sowie eine Serie der hervorragendsten Werke zieren. Jene relativ wenigen Mitglieder, welche dem Vereine durch 25 Jahre angehören, sollen durch Überreichung entsprechender Diplome geehrt werden. Im Sommer ist ein größeres Fest, wahrscheinlich auf dem Anninger in Aussicht genommen, um auch weiteren Kreisen Gelegenheit zu geben, sich an der Gedenkfeier zu betheiligen.

In der Mödlinger Zeitung vom 10. Mai 1902 ([MöZ] S.1ff) wir auf über zwei Seiten ausführlich über diese Jubelfeier des Vereines der Naturfreunde in Mödling berichtet.

Am Mittwoch, den 7. Mai d. J. fand im Prachtsaale des Hotel "Stadt Mödling" aus Anlaß der 25-jährigen Gründungsfeier des Vereines der Naturfreunde in Mödling ein Festbankett statt, das einen glänzenden Verlauf nahm. Der weitere Bericht besteht hauptsächlich in der Aufzählung von Namen von Personen, die bei der Feier anwesend waren und/oder für den Verein bedeutendes geleistet haben. Die wiedergegebenen Reden bestehen ebenso aus Danksagungen, u. a. wurde dem Stift Heiligenkreuz und besonders Seiner Durchlaucht, dem regierenden Fürsten von Liechtenstein, dem größten Wohlthäter von Mödling (vertreten durch den fürstlich Liechtenstein'schen Amtsverwalter Karl Edler von Ruber) gedankt.
Der Protektor des Vereines, Herr Franz Regenhart Ritter von Zapory... weist auf die größeren Schöpfungen des Vereines, insbesonders den Bau der Kaiser-Jubiläumswarte, auf das Anningerhaus, die Wilhelmswarte und den Julienthurm (am Höllenstein) hin und sagt, daß dies bleibende Denkmäler sind, welche unsere Nachkommen daran erinnern werden, was gemeinnütziges Zusammenwirken und fester Wille zu leisten vermag.

Heute betreut der Verein die beiden Schutzhütten Anningerhaus und Krauste Linde, die beiden Aussichtswarten Jubiläumswarte und Wilhelmswarte, sowie das Netz der Wanderwege am Anninger. Die Wege sind vorbildlich markiert und mit Wegweisern aus Holz gekennzeichnet. Im Frühjahr 2007 brach der Wegweiser bei der Breiten Föhre in Bodenhöhe ab, die Holzstange war vermorscht, kurz darauf wurde ein neuer Wegweiser aufgestellt.

Im Wappen des Vereins ist die Aurikel abgebildet, eine Alpenblume, die auch im Anningergebiet vorkommt. Das Vereinswappen ist, in Stein gegossen, an der nordöstlichen Ecke des Anningerhauses und seitlich am Unterbau von Rastbänken zu sehen. Leider befinden sich diese Bänke zum Teil schon in schlechtem Zustand. Auf Holz gemalt findet man das Wappen an der Außenwand der Krausten Linde.

Vereinswappen am Anningerhaus
Vereinswappen
Vereinswappen an einer Rastbank
Vereinswappen
Vereinswappen an der Krausten Linde
Vereinswappen

Zur 100-Jahr Feier des Vereins wurde am 18. September 1977 das große Kreuz an der nördlichen Außenmauer des Anningerhauses gesegnet. Bei diesem Kreuz feierte Kaplan Andrzej Prochnik am 3. Juni 2007 einen Gottesdienst zum 130-Jahr Jubiläum des Vereins. An diesem Tag wurde der Erste Anningerkirtag veranstaltet mit Programmpunkten beim Anningerhaus und bei der Krausten Linde. Am 1. Juni 2008 findet wieder ein Anningerkirtag statt.

Ein kleines Missgeschick ist vor einigen Jahren bei der Erneuerung des Wegweisers hinter dem Anningerhaus passiert. Der Pfeil in den Steinwandlgraben war beschriftet mit Proksch-Hütte Einöde... Gelegentlich konnte man dort Wanderer mit Plan in der Hand sehen, die ratlos den Wegweiser betrachteten. Der Wirt des Anningerhauses erklärte, dass er nur für die kulinarische Betreuung der Wanderer zuständig sei, nicht aber für die Korrektur von irreführenden Wegweisern. Seit Ende 2005 weist der Wegweiser wieder den richtigen Weg: Steinwandlgraben Buchtal Gaaden

[Link...]


Alpenverein

Auch der Alpenverein [Link...] bietet immer wieder Wanderungen auf den Anninger an. Hier ein historisches Beispiel aus der Mödlinger Zeitung vom 27. Jänner 1907 ([MöZ] S.2):

Die Sektion Mödling des "Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins" veranstaltet am 1. Februar bei jedem Wetter eine Wintertour auf dem Hochanninger. Gemeinsamer Abmarsch von der "Goldenen Stiege" um 7 Uhr abends (Sammelpunkt: Station der elektrischen Bahn). Nächtigung im Anninger Schutzhause, doch kann infolge von alpinen Gesängen, Musik und Tanz für ungestörte Nachtruhe nicht garantiert werden.


1. Mödlinger Wanderverein "Föhrenberge"

Der Verein wurde am 23. Februar 1972 gegründet. Er veranstaltet Wanderungen und betreut Wanderwege, siehe [WVF] und [Link...]


Bergrettung

Für uns ist es heute selbstverständlich, dass im Falle eine Unfalls am Anninger innerhalb kurzer Zeit die Bergrettung oder das Rote Kreuz zur professionellen Hilfeleistung eintrifft. Die Mödlinger Zeitung schildert am 19. April 1902 ([MöZ] S.3), wie schwierig das früher einmal war:

Ein verhängnisvoller Ausflug auf den Anninger. Sonntag vormittag unternahm eine größere Gesellschaft junger Leute von hier einen Ausflug auf den Anninger, an welchem auch der in der Korksteinfabrik Kleiner & Bockmayer als factorant beschäftigte, 21 Jahre alte Herr Rudolf Fröhlich, ein Warnsdorfer, theilnahm. Gegen 11 Uhr trat die Gesellschaft wohlgemuth den Heimweg wieder an. Plötzlich stürzte Fröhlich, einen Schmerzensschrei ausstoßend, zusammen. Er war auf einen Stein getreten, ausgerutscht und hatte sich hiebei den rechten Fuß beim Knöchel gebrochen. Der Verunglückte mußte ca. drei Viertelstunden weit bis zur goldenen Stiege getragen werden, wo ein Wagen requiriert wurde, der den Verunglückten zu dem städtischen Arzt Herrn Dr. Rauch in der Elisabethstraße brachte. Sein Freund Herr Robert Kussel, Correspondent bei derselben Firma, 22 Jahre alt, trug Fröhlich in die im ersten Stock gelegene Wohnung des Arztes. Während der Arzt den Verunglückten untersuchte, wurde Kussel unwohl und verließ, ohne dem Arzte hievon Mittheilung zu machen, das Operationszimmer. Kaum hatte Herr Kussel das letztere verlassen, wurde dem Arzte gemeldet, daß im unteren Geschoß ein schwer verletzter junger Mann in einer Blutlache bewußtlos liege. Der Arzt eilte rasch zu dem Verunglückten und erkannte in demselben jenen jungen Mann, welcher den Herrn Fröhlich zu ihm gebrachte hatte, Herrn Kussel. Dieser dürfte sehr wahrscheinlich auf der Stiege bewußtlos geworden und abgestürzt sein. Kussel hatte geradezu fürchterliche Verletzungen erlitten; die linke Halsseite wies eine lange und tiefe klaffende Wunde auf und der Unterkiefer samt fünf Zähnen war ihm zerschmettert. Der Arzt hatte nun eine riesige Arbeit zu bewältigen. Nachdem er den beiden jungen Männern Hilfe geleistet hatte, wurden sie auf Wunsch in ihre Wohnungen gebracht. Das tragische Schicksal dieser beiden Freunde erregt unter der Bevölkerung große Theilnahme.


Anningerstraße

Der meistbegangene Weg auf den Anninger ist sicher die Anningerstraße. Das war wohl auch schon in früheren Jahrhunderten so, da der Weg an der berühmten Breiten Föhre vorbeiführt. Seit über hundert Jahren ist dieser Weg zu einer Straße ausgebaut ([Jane1] Nr.47). In der Mödlinger Zeitung ([MöZ] 29. September 1900 S.4) wurde berichtet: Die neue Fürstlich Liechtenstein'sche Straße wurde in letzter Zeit bis zum Eschenbrunnen fortgesetzt und geht nun bald seiner Vollendung entgegen.

Die Anningerstraße ermöglicht die Zufahrt zu den beiden Gaststätten Anningerhaus und Krauste Linde sowie zum Sender. Das letzte Stück vom Anningerhaus zum Sender ist sogar asphaltiert, hoffentlich bleibt der Rest für immer als Schotterstraße erhalten. Im oberen Teil der Anningerstraße befindet sich die Hans Riffer Quelle, man darf sich jedoch nicht darauf verlassen, dort Wasser anzutreffen. Etwa auf halber Höhe zweigt von der Anningerstraße nach rechts der Grenzweg ab, ein beliebter Zugang zum Husarentempel.

An schönen Sonn- und Feiertagen trifft man auf der Anningerstraße sehr viele Wanderer und Spaziergänger an (nicht an Samstagen, da sind die meisten Leute shoppen). Für halbwegs geländegängige Kinderwagen ist dieser Weg geeignet, um einen Familienausflug mit den Kleinsten auf den Anninger zu unternehmen. Bei Läufern und Radfahrern ist diese Strecke ebenfalls sehr beliebt. Sie wird auch mit Fahrrädern mit Kleinkind-Sitz und auch Kleinkind-Anhänger befahren. Bei der Talfahrt werden die Kinder allerdings schon arg durchgebeutelt. Bei entsprechendem Können kann die Anningerstraße sogar mit dem Einrad befahren werden. Im Frühjahr 2007 (und auch danach) konnte ein Einrad-Fahrer beobachtet werden, der jedenfalls bis zur Krausten Linde gelangt ist. Auch Tandem-Fahrer mit geländegängigem Tandem wurde auf der Anningerstraße schon beobachtet. Im Juli 2008 war ein Segway-Fahrer auf der Anningerstraße zu sehen. Anfang Jänner 2009 war ein E-Bike bei der Jubiläumswarte unterwegs. Fast geräuschlos fuhr das mit Geländereifen ausgerüstete Elektromoped durch den Schnee.

Die Anningerstraße ist zwar durch Schranken abgesperrt, wird aber von Berechtigten immer wieder mit Autos befahren. Hüttenwirte, Jäger, Forstleute und Betreuer der Sendeanlage fahren hier zu ihrem Arbeitsplatz. Bei der Abfahrt mit Fahrrad oder Rodel ist daher Vorsicht geboten. Weiters verwandelt sich die Straße durch das Befahren mit Autos bei Schneelage ziemlich schnell in eine glatte Bahn. Wenn dann noch eine kurze Wärmeperiode, eventuell mit Regen, von einer Kälteperiode gefolgt wird, dann kann sich die Anningerstraße in eine blanke Eisplatte verwandeln. In diesem Fall ist die Verwendung von Grödeln bzw. Leichtsteigeisen sehr empfehlenswert, auch wenn man "nur" im Wienerwald unterwegs ist.

Für häufige Besucher des Anninger mag die Anningerstraße ein wenig fad erscheinen, ein großer Vorteil ist jedoch, dass man auf diesen Weg im Herbst und Winter, wenn die Tage kurz sind, auch bei Dunkelheit sicher nach Mödling gelangt. Und an einem nebeligen Novembertag kann es vorkommen, dass man außer einem Hüttenwirt in seinem Auto niemanden antrifft, nicht einmal einen Radfahrer.

Rastbank an der Anningerstraße
Rastbank an der Anningerstraße
Rastbank an der Anningerstraße
Anningerstraße, total vereist

Um 1995 wurde die Anningerstraße generalsaniert. Auf der Bergseite wurde eine Rinne ausgehoben, damit das Regenwasser abfließen kann. An einigen Stellen wurden quer zur Straße Wasserrinnen aus Beton eingelegt. Alle paar Jahre wird die Anningerstraße mit einem Gräder glattgehobelt, so z. B. im Mai 2007. Die im Lauf der Zeit an den Straßenrändern angehäuften Berge von lockerem Material werden weggeschoben, die Straße erscheint dann um einiges breiter. Die Regenrinnen entlang der Straße werden von Zeit zu Zeit ausgeputzt, manchmal wird sogar mit einem riesigen Staubsauger Laub usw. aus den Rinnen entfernt. Diesen Pflegemaßnahmen fällt dann leider auch die Stendelwurz zum Opfer, eine Orchideenart, die am Rand der Anningerstraße gedeiht. Es ist sehr zu hoffen, dass die Anningerstraße nicht eines Tages asphaltiert wird.

Im Juni 2007 hat irgend jemand an Bäumen neben der Anningerstraße Kilometerangaben angebracht: 1,5, 2,0 usw. Eine kleine Fläche der Rinde wurde geglättet, die Zahl daraufgeschrieben und mit Lack fixiert. 3,0 befindet sich am Mast gegenüber der Krausten Linde. Wo sich 0,0 befindet ist unbekannt.


Markiert

Der Aufstieg durch das Prießnitztal führt geradeaus weiter zum Maibründl und weiter über das Kaisergerndl.

Wer sich einige Höhenmeter Aufstieg ersparen will, kann mit dem Auto zum Richardhof fahren und von dort zum Kaisergerndl aufsteigen. Von Gumpoldskirchen aus stehen der Kalenderweg, der Vierkochkogelweg und der Weg durch den Siebenbrunnengraben (vorbei an der Dreidärrischen Höhle) zur Verfügung.

Schnee am Kaisergerndl
Schnee am Kaisergerndl
Felskamm am Kaisergerndl
Felskamm am Kaisergerndl

Der Dreistundenweg führt nicht direkt auf den Anninger hinauf. Er ist wegen seiner geringen Steigung eine beliebte Lauftrecke. Vom Ende des breiten Weges kann man zum Husarentempel aufsteigen. Am Beginn des Dreistundenweges befindet sich ein Trinkbrunnen. Auf alten Karten (Plan von 1935 in [WalKuc]) ist der Dreistundenweg als Höhenstraße bezeichnet, der Weg, der vom Beginn des Dreistundenweges etwas steiler bergauf führt, ist dort als sogenannter Dreistunden-Weg bezeichnet, auf einer Karte von 1905 als 3 Stunden Weg. Heute wird er manchmal Oberer Dreistundenweg genannt. Dieser Weg ist sehr empfehlenswert, landschaftlich besonders schön, er führt teilweise an Felsen vorbei, durch die typische Schwarzföhren-Waldgesellschaft mit Felsenbirne und Kalkblaugras, in einem großen Bogen bis zum Matterhörndl und zum Husarentempel. Im Frühjahr blühen an diesem Weg vereinzelt der Diptam und die Waldhyazinthe, eine Orchideenart.

Sehr beliebt ist der Anstieg über die Goldene Stiege. Vom Mödlinger Stadtzentrum aus ist es die erste Möglichkeit, auf den Anninger zu gelangen. Der Weg führt an einem ehemaligen Steinbruch vorbei. Nach dem ersten Anstieg kann man sich entscheiden, ob man zur Burg Mödling, zum Dreistundenweg oder zur Breiten Föhre weitergeht.

Aus der Vorderbrühl kann man durch das Kiental und den Eschenbrunnengraben zum Anninger aufsteigen. Von Gaaden aus gibt es den Weg durch den Steinwandlgraben, der tatsächlich an einer kleinen Felswand vorbeiführt. Weiters führt von Gaaden aus die Buchtalstraße durch das Große Buchtal auf den Anninger. Diese führt an Stellen vorbei, wo Fossilien gefunden wurden (Buchtalkehre). Im oberen Bereich kommt man an den Resten des Buchbrunnens vorbei, an dem bis zum Brand 1910 das erste Anningerhaus stand.

Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben
Steinwandlgraben

Einer der langweiligsten Anstiege ist der sogenannte Gumpoldskirchner Steig, eine wenig abwechslungsreiche Forststraße, die in fast gerader Linie vom Gut Waldhof (Ferdinand und Leopoldine Pölzl) bei Gaaden zum Rastplatz Drei Eichen hinaufführt, immer am Zaun entlang, der ein großes, zum Gut Waldhof gehöriges Waldgebiet begrenzt. Empfehlenswert ist hingegen die geradlinige Fortsetzung des Gumpoldskirchner Steiges, eine unmarkierte Forststraße, die vom Sattel Drei Eichen nach Gumpoldskirchen hinabführt. Man kommt an einem netten Häuschen mitten im Wald vorbei, kurz danach an einer ehemaligen Quelle, die jetzt leider kaum mehr Wasser gibt. Der Weg führt direkt zum Heberlberg (Heferlberg), die für seine botanischen Raritäten bekannt ist. Auf der Gaadener Seite verläuft auf dem Rücken zwischen Gumpoldskirchner Steig und Buchtal ein unmarkierter Weg. Er erfordert im oberen Teil etwas Orientierungssinn, bietet aber eine interessante Alternative zu den beiden eher eintönigen Forststraßen.

Am Nordhang des Frauenstein, der auf alten Karten als Maaberg bezeichnet ist, ließ Johann II. von Liechtenstein einen Kurpark und eine Weganlage mit Stiegen anlegen ([Jane1] Nr.15, [Jane4] S.92ff). Johann II. war der Enkel von Johann I., der die Aufforstung mit Schwarzföhren durchgeführt hatte. Die Stiegen sind noch vorhanden, die Anlage sieht aber inzwischen ziemlich naturbelassen aus. Im Park davor befinden sich Stein-Skulpturen vom Bildhauer-Syposium 1987 und eine Gedenktafel für Elsa Brändström [Link...].

Auch einige Wanderwege von überregionaler Bedeutung durchziehen das Anningergebiet [Link...]:

An der Stelle, wo der Weg aus dem Rehgraben in den Verbindungsweg Breite Föhre - Richardhof einmündet, wurde im Oktober 2012 eine Informationstafel über Harald Lowatschek aufgestellt. Der Rastplatz ist nun nach dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt Mödling benannt.

Harald Lowatschek Rastplatz
Harald Lowatschek Rastplatz...
Harald Lowatschek Rastplatz
...bei winterlichen Verhältnissen...
Harald Lowatschek Rastplatz
...Ende Oktober 2012

Seit 2013 führt ein Schubert Wanderweg vom Kiental zum Husarentempel und weiter entlang des Grenzweges zur Anningerstraße. Tafeln informieren über den Komponisten und interessante Orte am Anninger.

Immer wieder finden am Anninger organisierte Wanderveranstaltungen statt mit Startgebühr, Labestellen und Abzeichen. Seit einigen Jahren wird jeweils im August die Internationale Dreitage Wanderung durchgeführt mit Wegstrecken bis zur Marathon-Distanz, da wird der Anninger zu einem Zentrum der internationalen Wanderszene [Link...].

Bei der Meiereiwiese sind zwei Laufstrecken mit Self-Time-Anlage eingerichtet. Start ist beim Märchenteich. Die Mario-Weiß-Strecke führt über 1650 m rund um die Meiereiwiese, die Dietmar-Millonig-Strecke führt über 7750 m beim Matterhörndl vorbei.

Am 2. Juni 2007 wurde in Gumpoldskirchen unter dem Titel runnersfun eine 10,6 km lange Laufstrecke Klinger Runde eröffnet. Sie ist mit kleinen Metalltafeln beschildert und führt am Anningerhaus vorbei. [Link...]

Gelegentlich findet ein organisierter Anningerlauf statt [Link...]

Am 15. November 2017 wurden "Tut gut!"-Wanderwege im Mödlinger Stadtwald eröffnet. Es handelt sich um drei Rundwanderwege mit 1,5 km, 3 km und 7 km Länge, welche die Meiereiwiese in mehr oder weniger großem Abstand umrunden, der mittlere und der längste Weg führen zur Burg Mödling, der längste auch über den Frauenstein. In der zugehörigen Broschüre ist zu lesen: Bikerstrecken und Wanderwege sind strikt getrennt. Das Foto unten zeigt, dass diese Aussage nicht einmal in der Theorie richtig ist, noch viel weniger in der Praxis, wo die MTBer immer und überall im Wald herumfahren. Mehr dazu im Anschnitt Radfahren.

tut gut
Tut gut! und MTB - tut gut??

Anninger - Lindkogel

Eine sehr empfehlenswerte Wanderung, die jedoch einige Kondition erfordert, ist die Überschreitung vom Anninger zum Hohen Lindkogel: Mödling - Anninger - Pfaffstättner Kogel - Einöde - Hühnerberg - Mitterberg - Ruine Rauenstein - Helenental - Hoher Lindkogel - Vöslauer Hütte - Harzberg - Bad Vöslau - mit dem Zug nach Mödling

Die Tour ist auch im Winter sehr lohnend, wenn auch anstrengend, je nach Witterungsverhältnissen. Die Wege können sehr eisig sein, dann macht die Begehung nur mit Grödeln (vierzackige Ministeigeisen) Spaß. Es kann auch sehr viel Schnee liegen. Am 13. Februar 1999 lag der Pulverschnee an der Westseite des Anninger hüfthoch. Am 5. Jänner 2006 war der unverspurte Schnee am Lindkogel so hoch, dass ich oberhalb des Brennersteiges umkehrte. Am 3. Jänner 2003 herrschte am Anninger extremer Sturm aus Westen, so dass ich nach Gaaden abstieg und über Rosental zur Krainerhütte ging und von dort auf den Lindkogel.

Etliche lokale Varianten des Weges sind möglich, z. B. durch den Kurpark in Baden oder beim Jungendbrunnen vorbei. Man kann auf zumindest vier verschiedenen Wegen vom Helenental auf den Hohen Lindkogel aufsteigen:
- markiert durch den Kalkgraben
- unmarkiert über den Kamm (Kaiserspitz) westlich Kalkgraben, sehr lohnend
- unmarkiert über den Kamm beim Beethovenstein, mit Felsberührung, sehr lohnend
- markiert über den Steinigen Weg

Auf diesem Weg besteht die Möglichkeit, 8 (in Worten: acht) Aussichtswarten zu besuchen:
- Jubiläumswarte am Anninger (Eschenkogel, 653 m)
- Wilhelmswarte am Anninger (675 m)
- Klesheimwarte am Pfaffstättner Kogel (541 m)
- Theresienwarte am Hühnerberg
- viereckiger Bergfried der Ruine Rauenstein
- dreieckiger Bergfried der Ruine Raueneck
- Sinawarte am Hohen Lindkogel (834 m)
- Jubiläumswarte am Harzberg (466 m)

Kurze Protokolle meiner Begehungen dieses Weges hier [Link...].


Unmarkiert

Wenn man abseits der Hauptwege oder außerhalb der Hauptzeiten unterwegs ist, kann es am Anninger sehr einsam sein. Im folgenden werden ein paar dieser weniger begangenen, meist unmarkierten Wege beschrieben. Wer oft am Anninger unterwegs ist wird selbst viele weitere Varianten und Kombinationen finden.

Vom Parkplatz Prießnitztal kann man durch den Rehgraben aufsteigen. Alternativ kann man über den nördlichen Begrenzungsrücken (Friedrichshöhe) oder über den südlichen Begrenzungsrücken aufsteigen, auf beiden Seiten gibt es schöne Steige. Diese beiden Rücken sind auch botanisch interessant (siehe Blumenwanderungen). Durch die Friedrichswand findet man in der Mitte sogar einen Aufstieg, für den man trittsicher sein sollte, aber nicht klettern muss. Vom oberen Ende des Rehgrabens kann man geradeaus dem Weg folgen, bis man zur Anningerstraße gelangt. Oder man geht vom Ende des Rehgrabens ein paar Schritte nach links Richtung Richardhof, und dann schräg rechts hinauf auf einem zunächst schmalen Steig, der in weiterer Folge bis auf's Kaisergerndl führt.

Mitte der 1990er Jahre wurde entlang des oberen Randes der Friedrichswand ein Drahtseil gespannt, als Absturzsicherung. Leider wurde diese Arbeit mit sehr wenig Verständnis durchgeführt. Das Seil überquerte mehrer Male den deutlich sichtbaren, ausgetretenen Pfad, der oben an der Friedrichswand entlangführt. Wanderer waren gezwungen, auf diesem Pfad das Drahtseil acht Mal (!) zu übersteigen. Es ist daher nicht erstaunlich, dass das Seil bald durchtrennt wurde. Heute sind nur mehr einige Meter Seilreste an den Bäumen entlang des Weges zu sehen. Die damals angebrachten Warntafeln sind ebenfalls längst verschwunden.

Am Kaisergerndl gibt es eine interessante Variante: im obersten Teil kann man nördlich (rechts) vom markierten Weg über einen teilweise felsigen Kamm gehen. Ein kleines alpines Erlebnis am Anninger, für manche vielleicht überraschend. Man kommt an den Resten der Grundmauern des ehemaligen Kaisergerndlhauses vorbei, nördlich des Kamms befindet sich der Beginn der ehemaligen Rodelbahn. Auf der Trasse der Rodelbahn kann man bis ins Kiental absteigen. Zwischen Kaisergerndl und Anningerstraße sind noch Steilwandkurven mit Betonsteinen vorhanden. Unterhalb der Riffer Quelle, bei den Resten der ehemaligen Brücke, überquert man die Anningerstraße. Unterhalb der Straße ist die Trasse der Bahn als Hohlweg deutlich zu erkennen. Relativ gemütlich kann man der Trasse folgend bis in den Graben zwischen Steinwand und Toter Mann absteigen.

Am Beginn der Anningerstraße zweigt kurz nach dem Schranken nach links ein schmaler Steig ab. Auf diesem kann man auf die Friedrichshöhe oberhalb der Felswand gelangen. Im östlichen Bereich der Friedrichshöhe befinden sich im Wald ein paar Felsen mit einer wunderschönen Schirmföhre.

Nordwestlich der Breiten Föhre führt ein Weg parallel zur Anningerstraße über einen Höhenrücken mit einigen Erhebungen, mit Blick zum Husarentempel. Einige Wege führen nach links zur Anningerstraße bzw. nach rechts zum Oberen Dreistundenweg hinab. Wenn man jedoch immer auf dem Rücken bleibt, gelangt man schließlich zu einem kleinen, felsigen Gipfel. Seit 2006 steht dort ein Gipfelkreuz mit einer kleinen Bank mit Inschrift Dies ist der Lieblingsplatz von Karl, gewidmet von U & C; WP. (Wolfgang P). Seit 2010 gibt es eine Kassette mit Gipfelbuch. Früher befand sich dort an einem Baumstamm ein kleines Kreuz mit Beschriftung Alexandraberg. Koordinaten: N 48,06888 / E 16,25936 entspricht 48°04'08"/16°15'33".

Hinter der Krausten Linde befindet sich eine kleine Anhöhe. Man gelangt dort hinauf, indem man rechts vom Zaun den Steig hinaufgeht, dann links den Kamm hinauf. Von der Höhe bietet sich ein Blick zum Husarentempel, auf Gießhübl und auf Wien. Nordwestlich davon befindet sich ein langgestreckter Bergrücken, der in Wanderkarten als "Toter Mann" bezeichnet ist. Möglicherweise handelt es sich um einen Versammlungsort aus der Keltenzeit, siehe Hallstattzeit. Ein sehr schöner Anstieg verläuft westlich davon über einen Kamm, der in den Karten mit "Steinwand 487m" bezeichnet ist.

Von Gaaden aus kann man unmarkiert durch das Kleine Buchtal aufsteigen. Es zweigt beim Wasserreservoir am Beginn des Großen Buchtals in nordöstlicher Richtung ab. Das Kleine Buchtal ist, wie der Name sagt, nur ein vergleichsweise kurzer Einschnitt, anschließend führt der Weg über einen Rücken zur Jubiläumswarte hinauf. Nördlich davon verläuft der sogenannte Ludergraben und noch weiter nördlich der Kleine Kohlgraben. Auch hier kann man mit etwas Orientierungssinn zur Jubiläumswarte gelangen. Die Kämme südlich und nördlich des Ludergrabens können ebenfalls als Aufstieg benutzt werden. Bei wenig begangenen Wegen, die in Gräben verlaufen, muss man mit Behinderungen durch Äste und Steine rechnen, oft sind diese durch Laub verdeckt. Ein paar Kratzer muss man bei Begehung unmarkierter Wege einkalkulieren. Berberitze, Brombeere und Rose können ziemlich stechen.

Von der Schießstätte Gaaden aus kann man unmarkiert zum Buchkogel aufsteigen. Der Buchkogel ist der einzige der vier Gipfel des Anninger, der nicht auf einem markierten Weg erreichbar ist. Der Weg beginnt beim Wasserbehälter oberhalb der Schießstätte und verläuft über den Rücken zwischen Gumpoldskirchner Steig und Großes Buchtal. Am höchsten Punkt des Buchkogel befindet sich ein Grenzstein ohne Beschriftung. Im Sommer 2010 war auf der Gipfelkuppe ein kleiner Steinmann errichtet, umgeben von einem Zaun aus trockenen Ästen.

Steinmann am Buchkogel
Steinmann am Buchkogel

In der Nähe des Husarentempels kann man zwei kleine Gipfelkreuze mit Gipfelbuch besuchen, das Phönixkreuz und das Kreuz am Kleinen Anninger, Beschreibung siehe beim Husarentempel.

Vom Richardhof aus kann man unmarkiert durch das Beital aufsteigen. Ein paar Meter unterhalb der Querung des Beethoven-Weges befindet sich im Graben eine gefasste Quelle. Anfangs ist es ein schöner Steig im Talgrund, im oberen Teil ist es sehr mühsam. Das Tal verengt sich zu einer Schlucht mit steilen Hängen links und rechts, rutschig durch Laub, Erde, Äste und Steine. Im Graben steht dort teilweise Wasser bzw. ist es sumpfig. Im gesamten Tal liegen zahlreiche umgestürzte Bäume, was einen Eindruck ähnlich einem Urwald bewirkt. Der Boden ist von Wildschweinen aufgewühlt. An zwei Stellen sind seltsame Holzkonstruktionen zu sehen. Da hat sich jemand vor längerer Zeit viel Arbeit gemacht und aus Rundhölzern kleine Brücken zusammengenagelt - wofür ist unklar. Vor Beginn des oberen mühsamen Abschnitts zieht ein mit roten Punkten markierter Steig nach links (südlich) hinauf zum Kalenderweg. Auf älteren Karten ist auch ein Steig nach rechts (nördlich) hinauf zum Kaisergerndl eingezeichnet. Die Trasse ist noch gut erkennbar und begehbar, der alte Weg führt direkt zum ehemaligen Kaisergerndlhaus.

Ein weiterer unmarkierter Anstieg führt durch das Tieftal südlich von Gumpoldskirchen. Ein Fahrweg führt durch den Graben nördlich des Glaslauerriegels bergauf. Hier befinden sich links und rechts kleine Gärten mit kleinen Hütten, zum Teil verfallen, zum Teil schön hergerichtet. Auf einer Hütte steht die Jahreszahl 1849. Nach dem letzen Garten führt der Steig in einer Art Baumallee weiter bergauf bis der Beethoven-Wanderweg gequert wird. Hier steht der bekannte Grenzstein RAVHENSTAIN - GVMPOLDSKHIRCHEN aus dem Jahr 1569. Weiters eine Tafel, die den Beginn der Kernzone des Biosphärenparks Wienerwald Anninger Tieftal kennzeichnet. Ein guter Steig führt im Graben weiter bergauf, bis eine Forststraße gequert wird. Ab dort wird es etwas mühsamer, einige Bäume liegen im Weg. Der Graben ist aber weiter gut begehbar und keineswegs so mühsam wie das obere Beital. An mehreren Jagdhütten vorbei gelangt man zum Rastplatz Drei Eichen. Wer an alten Grenzsteinen interessiert ist, sollte auf dem gesamten Weg die Augen offen halten. Außer dem beschilderten RAVHENSTAIN sind noch zwei weitere, ähnlich gestaltete Exemplare zu sehen, sowie einige weitere Grenzsteine aus vergangenen Jahrhunderten, siehe die Seite über die Grenzsteine.

Ebenfalls von der Gumpoldskirchner Seite kann man vom Roten Kreuz im Siebenbrunnengraben über den südlich, parallel zum Graben verlaufenden Kamm direkt zur Wilhelmswarte aufsteigen. Etwas südlich davon verläuft ein weiterer Weg, der auf alten Karten als Steinweg bezeichnet ist.

Von der Hinterbrühl aus gelangt man auf den Schwarzkogel, einer kegelförmigen Erhebung westlich des Kientals. Der Berg war Siedlungsgebiet zur Hallstattzeit. Dem Kammverlauf nach Süden folgend gelangt man zum Vorderen Otter und kann dann durch den Eschenbrunngraben zur Jubiläumswarte aufsteigen.


Rodeln

Bei entsprechener Schneelage verwandelt sich die Anningerstraße in eine wunderbare Rodelbahn mit über 4 km Abfahrtsstrecke. Die Flachstücke bei der Krausten Linde und bei der Breiten Föhre müssen zu Fuß überbrückt werden. Ganz selten ist die Piste so schnell, dass man bei der Breiten Föhre nicht absteigen muss. Leider sind es pro Winter i. a. nur wenige Tage, wo die Verhältnisse optimal sind. Wenn die Piste nicht wegschmilzt, dann wird sie innerhalb weniger Tage eisig, da die Anningerstraße immer wieder von Autos befahren wird. Nach starken Schneefällen wird die Anningerstraße geräumt, beim Anningerhaus ist ein Schneepflug stationiert. Es bleibt aber genug Schneeauflage zum Rodeln. Bericht in [LdB] 01-2006, S.61.

Besondere Vorsicht ist in der S-Kurve bei der Hans Riffer Quelle geboten. Erstens handelt es sich um die steilste Stelle der Anningerstraße, zweitens wird es dort besonders schnell eisig aufgrund der durchdrehenden Räder der bergauf fahrenden Autos und der berab schlitternden Rodeln, und drittens ist es eben eine S-Kurve. Nicht alle, die sich allzu forsch hinunterlassen, sind sich dessen bewusst, so dass immer wieder Rodler und Radler aus der Rechtskurve in den Wald fliegen.

Dieses Schicksal ereilte auch den damaligen Bürgermeister von Gumpoldskirchen. Im März 2003 brachte die Faschingsgilde Gumpoldskirchen eine Holztafel mit folgender Inschrift an: Anno 2001 beim Rodlfoan / an dieser starken Buch', / 'n Burgamasta von Gumpolds' / sei schwache Nase bruch. Der Baum ist seither auch unter dem Namen Göd-Buche bekannt, benannt nach dem Bürgermeister. Da sich der Baum im Gemeindegebiet von Gaaden befindet, erfolgt alljährlich am Rosenmontag eine Pachtzahlung der Gumpoldskirchner Faschingsgilde an den Gaadener Bürgermeister in Form von einem Karton Gumpoldskirchner Königswein. Die Tafel wurde Ende Jänner 2014 abmontiert, restauriert und zwei Tage später wieder montiert.
Am 28. Mai 2014 wurde neben der Göd-Buche eine neue Buche gepflanzt. Eine Tafel der Faschingsgilden Gumpoldskirchen und Gaaden informiert: Falls eines Tages die Göd'sche Buch / unter des Försters Hacke fällt, / haben wir bereits jetzt eine neue aufgestellt. / Allen sei in Zukunft in Erinnerung gebracht, / dass einst hier der Göd in die Buche gekracht.

Bei guter Schneelage und Sonnenschein an Nachmittagen von Sonn- und Feiertagen (wenn die Einkaufszentren geschlossen sind) macht es nicht sehr viel Spaß, mit der Rodel die Anningerstraße abzufahren, weil dann die unzähligen Rodelfahrer in breiter Front mit Plastikbob und Hund die Straße hinaufmarschieren und sehr spät oder gar nicht ausweichen, wenn abfahrende Rodelfahrer entgegenkommen. Bei Abfahrt auf anderen Wegen, z. B. Richtung Prießnitztal oder Richtung Richardhof, muss man ebenfalls mit entgegenkommenden Wanderern rechnen, dort kann man aber mit der Rodel praktisch nicht ausweichen.

In den Jahren 2005 und 2006 war es bis Mitte März hinein möglich, mit der Rodel abzufahren. Der Winter 2005/2006 war besonders schneereich, mit einer geschlossenen Schneedecke oberhalb der Krausten Linde von Mitte November 2005 bis Ende März 2006! Wenn im unteren Bereich der Anningerstraße zu wenig Schnee liegt oder die Piste sehr vereist ist, dann kann man manchmal noch sehr gut durch den Rehgraben abfahren. Leider gibt es auch immer wieder sehr schneearme Winter, wo das Rodeln am Anninger überhaupt nicht möglich ist (z. B. im Winter 2000/2001, 2006/2007 und 2011/2012). Schade ist auch, dass die Anningerstraße in den letzten Jahren im oberen Teil, im Gemeindegebiet von Gaaden, nach jedem stärkeren Schneefall sehr gründlich (im eigentlichen Wortsinn, bis auf den Grund) geräumt wird.

Anningerstraße als Rodelbahn
Anningerstraße als Rodelbahn
Burgamasta-Tafel bei der Hans Riffer Quelle
Göd-Buche mit Burgamasta-Tafel
Neue Göd-Buche
Neue Göd-Buche
Tafel bei der neuen Göd-Buche
Tafel bei der neuen Göd-Buche

Das Rodeln kam Anfang des 20. Jahrhunderts im Wienerwald in Mode, wie in der Mödlinger Zeitung vom 5. Februar 1905 ([MöZ] S.4) nachzulesen ist:

Die Rodler vom Anninger.
Das Gebiet zwischen dem Anninger und dem "Eisernen Tor" war am vergangenen Sonntag das Ziel zahlreicher Ausflügler, die sich durch das Schneetreiben am Vormittag keineswegs abhalten ließen, die Höhen zu besteigen. ... Das "Rodeln" scheint sich überhaupt immer mehr im Wienerwald einzubürgern, denn man trifft die großen und kleinen "Rodler" allenthalben an. Im Anningergebiete haben es die Bauernburschen zu einer großen Fertigkeit in diesem Schneesporte gebracht. Sie führen die kleinen Holzschlitten über die gefährlichsten Stellen und haben selten einen ernsthaften Unfall zu verzeichnen. Deshalb wächst auch die Zahl der Passagiere, die sich vom Eisernen Tore oder vom Anninger unter sicherer Führung hinabrodeln lassen von Woche zu Woche. ...

Die Euphorie wurde durch ein örtlich und zeitlich begrenztes Rodelverbot am Anninger gedämpft, worüber in der Mödlinger Zeitung vom 16. Dezember 1906 ([MöZ] S.3) berichtet wird:

Das Rodelverbot am Anninger
Ueber Anregung der k. k. Bezirkshauptmannschaft haben die Gemeinden Mödling, Hinterbrühl und Gaaden das Rodeln auf dem Wege Breite Föhre - Krauste Linde - Eschenkogel (Anningerstraße) an Sonn- und Feiertagen von 10 Uhr an verboten. Es ist dies keine Maßregel, die auf eine Feindseligkeit gegenüber dem Rodelsport zurückzuführen wäre. Im Gegenteile dürfte diese Anordnung sowohl im Interesse der Fußgeher als auch der Rodler gelegen sein.

Wer je im letzten Winter an einem schönen Sonntage einen Ausflug auf den Anninger gemacht hat, wird zugeben müssen, daß es eine Pflicht der Behörden war, einzugreifen. Förmlich zwischen den Beinen der Fußgeher durch sauste eine Schar jugendlicher Rodel-Wildlinge. Ein Teil wollte nicht ausweichen, ein Teil konnte es nicht, nur durch ein Wunder entging man einem Zusammenstoß. Die wenigen Rodler, die rücksichtsvoll vorgehen wollten, wurden von hinten her angefahren, umgerissen und aus der Bahn gedrängt. Es waren tolle Szenen, die sich an solchen Tagen auf dem massenhaft besuchten Anninger abspielten.

Diesen Auswüchsen des Sportes sucht das Verbot zu steuern. Dagegen steht das ganze weite Anningergebiet den Freunden des Rodelsports mit Ausnahme des Hauptweges auch an Sonntagen offen.

Der obere Teil des Siebenbrunnengrabens ist für Anfänger vorzüglich geeignet.
Der Eschenbrunnengraben ist geradezu eine Prüfungsstrecke für tüchtige Fahrer, ebenso der Weg vom Kaisergerndl zur Krausten Linde.
Einzig schön ist der Weg vom Kaisergerndl zum Richardshofe. Ueber 2 km lang, mit gleichmäßigem Gefälle und im Schatten gelegen, bietet er mit seinen fortwährenden sanften Kurven eine sehr anregende Fahrt. Einige Steine könnten mit geringen Kosten aus dem Wege geräumt und die Bahn nach einem ordentlichen Schneefall ein wenig in Stand gesetzt werden. Dann wäre auch für Sonntag gesorgt.

Unter der Woche bleibt aber die Straße über die Breite Föhre und Krauste Linde so wie so offen. Sehr zu bedauern ist nur, daß der auch gemachte Vorschlag, die Straße in einen Fuß- und einen Rodelweg zu teilen, technisch undurchführbar ist. Das ist aber nicht zu ändern, und darum wird jedem Einsichtigen das erlassene Verbot als eine Maßregel erscheinen, die gegen niemanden eine Ungerechtigkeit darstellt.

Das Rodeln auf der Goldenen Stiege (bis zur Kreuzung der Schießstättenstraße) wurde vollkommen verboten. Ich wünsche keinem Fußgeher, auf diesem Stück Weg einem Rodler zu begegnen, der sein Fahrzeug nicht ordentlich in der Hand hat. Freilich soll man eine Rodel überall auf 2-3 m zum Stehen bringen. Ob das alle Anningerrodler können, bezweifle ich. Was bleibt also dem Fußgeher dort anderes übrig, als ein Sprung in den Graben oder eine Kletterpartie auf die Felsen, wenn er nicht dem Rammstoß des Rodlers zum Opfer fallen will?

Auf dieser Strecke hätte es über kurz oder lang ein Unglück gegeben, und es ist ganz in der Ordnung, das Rodeln auf diesem Stück Weg - das ohnedies nie ordentlich fahrbar ist - ganz zu verbieten.

Wenn man also das Rodelverbot mit ruihigem Blute überdenkt, muß man zugeben, daß es keiner Sportfeindlichkeit entsprungen ist, sondern nur die geradezu chaotischen Zustände ordnen will, die an Sonntag-Nachmittagen auf der Anningerstraße herrschten. (Dr. Adolf Rziha)

Zwei Wochen später wurde in der Ausgabe vom 30. Dezember 1906 ([MöZ] S.2) über die Unsinnigkeit dieser Maßregel philosophiert, wobei in der Entgegnung außer Acht gelassen wurde, dass das Ziel weniger der Schutz der Rodler vor sich selbst, sondern mehr der Schutz der Fußgeher vor rücksichtslosen Rodlern war:

Zum Rodelverbot in Mödling
Der Rodelsport ist überall, wo Sinn und Verständnis für rationelle Gesundheitspflege, sowie für echte, Geist und Gemüt hebende Unterhaltungen vorhanden, im erfreulichen Aufstreben begriffen; täglich wächst seine Anhängerschaft - auch ein Beweis für das steigende Bedürfnis des modernen Kulturmenschen nach körperlicher Betätigung im Freien zum Ausgleiche der vielen leiblichen und seelischen Schäden, die das heutige naturwidrige Leben speziell in den Großstädten mit sich bringt; in manchen Orten haben sich Sports- und Verschönerungsvereine um Hebung des so gesunden Rodelsports schon große Verdienste erworben, und viele größere und kleinere Ortschaften haben die vielseitige Bedeutung des Rodelns erkannt und sind auch nach besten Kräften bemüht, dasselbe in jeder Hinsicht zu fördern (so hat z. B., um nur einen Fall zu erwähnen, die Gemeinde Semmering allein 10.000 K als Beitrag zur Erbauung einer zirka 3 km langen Rodelbahn auf dem Semmering gespendet.

Unser Mödling dagegen, das vor allem berufen wäre, infolge seiner so überaus günstigen Lage, gesunde und kräftigende Körperübungen sowie wahrhaft wohltuende Volksbelustigungen in der freien Natur, in Berg, Wald und Wiese, zu fördern, zeigt leider dafür keinen Sinn. Ja, es wurde sogar ein Verbot gegen das Rodeln erlassen, wodurch dem Aufblühen desselben in Mödling direkt entgegengearbeitet wird. Das Rodeln ganz zu untersagen - das wäre allerdings unmöglich gewesen. Daher hat man sich begnügt, anzuordnen, daß der Hauptweg vom Anninger herunter von nun ab an Sonn- und Feiertagen, und zwar zu einer Zeit, da die Mehrzahl der Menschen aller Berufsklassen frei ist, mit Rodeln nicht befahren werden darf. Die Tafeln am Anningerweg sind bereits aufgestellt und kündigen dem Publikum das unliebsame Verbot an.

Welches möchte wohl die eigentliche Veranlassung zu dieser prohobitiven Maßregel gewesen sein? Er ist schwer, einen triftigen Grund hiefür herauszufinden. In einem in diesem Blatte erschienenen und mit Dr. Rziha unterzeichneten Aufsatz über denselben Gegenstand wurde behauptet, daß das Rodelverbot erlassen worden sei "unter Hinweis auf die im Vorjahre vorgekommenen Unglücksfälle". Diese Tatsache kann jedoch niemals ein teilweises Rodelverbot begründen. Wären die beim Rodeln zuweilen vorkommenden Verletzungen der wahre und einzige Grund zu einem Eingreifen, dann hätten folgerichtig die Behörden ein gänzliches Verbot erlassen sollen, weil die Gefahr der Körperverletzung wohl auch an anderen, außer den Sonn- und Feiertagen besteht, ja unter der Woche sogar eine größere ist, da gewiß manche Leute bei weniger Publikum mit größerer Hast und Leidenschaft und daher geringerer Vorsicht dem Vergnügen sich hingeben. Dann könnte man aber mit gleicher Berechtigung jede körperliche Uebung, das Eislaufen, das Schneeschuhlaufen, den Alpensport, ja selbst das Turnen verbieten, weil auch dabei Unglücksfälle mitunter vorkommen!

Die von der Mödlinger Stadtvertretung auf Anregung der k. k. Bezirkshauptmannschaft zu Mödling gegen das Rodeln ergriffene Maßregel muß als ein bedauerlicher Mißgriff bezeichnet werden. Ein Unrecht ist sie in jedem Falle gegenüber jenen zahlreichen Personen, die nur an Sonntagen frei sind und das Rodeln nicht nur zum Vergnügen, sondern auch als gesundheitsförderndes Mittel ausüben.

An Sonntagen nachmittags, wenn die Schneeverhältnisse günstig waren und Frostwetter herrschte, bot der Anningerweg ein sehr anmutendes und interessantes Bild. Es war eine entzückende Volksbelustigung und jedes Gesicht - auch das der Nichtrodler - strahlte vor Freude an dem lustigen Treiben. Also auch von diesem Standpunkte aus besehen ist das erwähnte Verbot zu bedauern. Fürderhin wird man also das flotte, reich bewegte Leben am Anninger nicht mehr bewundern können!

Wie vernünftig, wenn anstelle der traurigen Verbotstafeln andere Tafeln stünden, auf denen seitens der Behörden und Sportvereine die Bevölkerung, jung und alt, Männer und Frauen, zur uneingeschränkten Ausübung des edlen Rodelsportes aufgefordert wird. Das würde im allseitigen Interesse liegen und die freudigste Stimmung hervorrufen. Vielleicht bringt das neue Jahr Licht in den Kopf mehrerer unserer Stadtväter und erweckt in ihnen den Sinn für wahre Gesundheitspflege und echte Volksbelustigung. Hoffen wir es. (Alfred von del Torre)

Ergänzung und Klarstellung sowie der Hinweis auf Leihrodeln folgt am 27. Jänner 1907 ([MöZ] S.2):

Das Rodeln auf dem Anninger
Der Anninger wird von Rodlern viel zu wenig besucht. Es herrscht vielfach die Meinung, daß das Rodeln auf dem Anninger verboten sei. Das ist aber nicht der Fall. Das Rodeln ist auf der Anningerstraße nur an Sonn- und Feiertagen ab 10 Uhr vormittags bei Strafe von 2 bis 50 K verboten - eine Verordnung, die aber voraussichtlich in nicht allzu ferner Zeit zurückgezogen werden wird und auch jetzt nicht besonders genau befolgt wird; an allen anderen Tagen ist das Rodeln gestattet. Das Befahren der sogenannten "Goldenen Stiege" ist dagegen gänzlich verboten, was kaum zu bedauern ist, da es auch andere Abfahrten gibt, die leichter sind. Rodeln sind im Gasthause bei der "Krausten Linde" und im Anninger-Schutzhause zu erhalten.

In derselben Ausgabe auf derselben Seite wird über die Gründung eines Anninger-Rodelvereins berichtet:

Am Mittwoch den 23. d. M. fand diesbezüglich im Hotel "Kaiser von Oesterreich" [Link...] eine erste Interessenten-Versammlung statt. Ueber den glänzenden Verlauf derselben werden wir in der nächsten Nummer unseres Blattes berichten. Ueber 200 alle Gesellschaftskreise, das schöne wie das starke Geschlecht repräsentierende Unterschriften zieren bereits die Anmeldungslisten dieses gemeinnützigen Unternehmens und täglich laufen neue Beitrittserklärungen ein.

Wie oben angekündigt wird am 3. Februar 1907 ([MöZ] S.3) ausführlicher berichtet:

Gründung eines Anninger Rodelvereins
Der erste Schritt hiezu ist getan - u. zw. mit glücklichem Erfolge. Die von Herrn Rittmeister Fritsch am Mittwoch den 23. Jänner in Breiers Hotel "zum Kaiser von Oesterreich" einberufene Versammlung war zahlreich besucht. Es wurde ein Aktions-Komitee, bestehend aus den Herren: Postbeamter Brunner, Privatbeamter Enderle, Rittmeister Fritsch, Dr. phil. Giannoni, Advokat Dr. Rziha, Dr. jur. Siecsynski, Fachschriftsteller v. del Torre und den Damen: Frau Hofrätin Rühl und Fräul. Minna Gorhan, gewählt, dem nun die Aufgabe zufällt, alle erforderlichen Schritte zu unternehmen, um die Bildung des Vereines noch in dieser Saison zu verwirklichen.

Der Einberufer der Versammlung, Herr Rittmeister A. Fritsch, begrüßte auf das allerherzlichste die Erschienenen und hielt eine zündende Rede, in der er zunächst des Edelsinnes des Fürsten Liechtenstein gedachte, dem es vor allem zu verdanken sei, daß das herrliche Anninger-Paradies allen Menschen zugänglich sei. Dann besprach er in treffenden Worten die Bedeutung des aufblühenden Rodelsports und gab dem Wunsche Ausdruck, daß derselbe im Interesse der Volksgesundheit von jedermann, speziell aber von Seiten der Behörden, Eltern und Jugenderzieher Förderung und Unterstützung finden möge. Redner bedauerte, daß es merkwürdigerweise auch Gegner dieses edlen Sports gibt, gab jedoch der sicheren Hoffnung Ausdruck, daß bald auch die Gegner die vielen Vorteile winterlicher Abhärtung erkennen und den Wert des Rodelns richtig beurteilen werden. Lebhafter Beifall folgte diesen Ausführungen.

Hierauf wurde von der Versammlung auf Vorschlag des Herrn Rittmeisters Fritsch einstimmig Herr Dr. Rziha zum Vorsitzenden gewählt, der in kurzen Zügen die Entwicklung des Wintersports skizzierte und einige mit lebhafter Zustimmung der Anwesenden aufgenommene Ankündigungen für den zu bildenden Verein gab.

Der nächste Redner, Herr A. von del Torre, wies auf den hohen gesundheitlichen Wert des Rodelns hin und wünschte, daß sowohl in den Vereinsstatuten als auch in einem demnächst zu veröffentlichenden Aufrufe der Hauptzweck des Rodelns hervorgehoben werde: Förderung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens, physische Kräftigung, Förderung des Frohsinns der Menschheit. Zum Schluß trat Herr Dr. Giannoni in überzeugender Weise für das Rodeln der Schuljugend ein.

Stürmischen Beifall fand die Mitteilung des Herrn Rittmeister Fritsch, daß die Zahl der Interessenten nahezu 200 erreicht habe und daß von Seiten des "Landesverbandes für Fremdenverkehr in Niederösterreich" ein ausführliches und äußerst freundliches Schreiben eingelangt ist, in welchem die Bildung eines Wintersportvereines freudigst begrüßt und das größte Entgegenkommen zugesprochen wird.

Bis nun beträgt die Zahl der Personen, die ihren Beitritt erklärten, nahezu 300 und dürfte das Halbtausend in kurzer Zeit erreicht sein. (a. d.)

In der Ausgabe vom 17. Februar 1907 ([MöZ] S.1) wird um Mitglieder geworben:

Aufruf!
In Mödling ist ein Verein im Entstehen begriffen, der den Titel "Anninger Rodel-Verein" führen soll.

Den Anstoß zur Gründung dieses Vereines hat die Erkenntnis gegeben, daß der Rodelsport als mächtiger Faktor der Gesundheitspflege einer geregelten Ausübung bedarf und daß das an Naturschönheiten so gesegnete Anningergebiet wie kein zweites in der Nähe Wiens geeignet zur Ausübung dieses Sports ist.

Der Verein will daher die in sportlicher als auch in hygienischer Hinsicht richtige Pflege des schönen Rodelsports fördern und durch Schaffung geeigneter Bahnen für einen geregelten, ungestörten und die Fußgeher nicht gefährdenden Sportbetrieb sorgen.

Der Verein hat sich hohe Ziele gesetzt, zu deren Erreichung manche Schwierigkeiten beseitigt und bedeutende Geldopfer gebracht werden müssen.

Große Ziele werden nur durch vereintes Wirken erreicht. Darum wendet sich der Verein an alle Kreise der Bevölkerung, er wendet sich an jeden, der die herrlichen Naturschönheiten unseres Anninger liebgewonnen hat, er wendet sich an jeden, der an diesem Sport einen mächtigen Faktor der Gesundheitspflege, der Aufbesserung unserer Rasse erblickt.

Wer immer ein offenes Herz hat für das Schöne, das uns das Leben bietet, der fördere die Ziele des Vereines durch seinen Beitritt und mache sie zu seinen eigenen!

Die Schönheit der Natur, ihre heilende und stärkende Kraft sind Gemeingut Aller. Darum kennt der Verein keine sozialen Unterschiede. Er wendet sich an alle Schichten der Bevölkerung und hofft, ein wahrhaft impossantes Bild vereinigten Schaffens und Wirkens zu bieten.

Niemand der wahren Sinn für Natur, Lebensfreude und körperliche Tüchtigkeit hat, er sei alt oder jung, arm oder reich, soll dem Vereine fern bleiben! (Das Aktions-Komitee)

Beitrittserklärungen wollen bekannt gegeben und gewünschte Auskünfte verlangt werden mittels Korrespondenzkarte unter der Adresse: Anninger-Rodel-Verein Mödling.

Der in Aussicht genommene jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 2 K. Jünglinge unter 18 und Mädchen unter 16 Jahren können durch ihre Eltern als Eleven des Vereines angemeldet werden und haben den halben Mitgliedsbeitrag zu entrichten, genießen aber alle Begünstigungen der Vereinsmitglieder und stehen unter deren Schutz.

Ebenfalls am 17. Februar 1907 ([MöZ] S.4) wird zur Versammlung eingeladen und über Rodelunfälle berichtet:

Anninger-Rodel-Verein
Samstag, den 2. März abends 8 Uhr findet im Hotel "Kaiser von Oesterreich" die zweite "Versammlung aller Anninger-Rodelvereins-Interessenten" statt, welche für den Fall behördlicher Genehmigung der Statuten gleichzeitig als konstituierende Generalversammlung gelten wird.
Tagesordnung:
1. Beratung und endgiltige Festsetzung der vom Aktions-Komitee in Vorschlag gebrachten Statuten;
2. Wahl der Vereinsleitung;
3. Festsetzung des Jahresbeitrages;
4. Anträge, Wünsche der Interessenten.
Alle Herren und Damen, deren Unterschriften die Interessentenliste bereits zieren, nahezu schon 400 an der Zahl, sowie alle anderen Anninger-Rodel- und Wintersportfreunde, insbesondere jene, welchen Kinderwohl und die Jugend anvertraut ist, werden eingeladen, dieser Versammlung beizuwohnen. Niemand fehle an diesem Abend, gilt es ja doch, in rigorosester Weise felsenfesten Grund zu legen zu diesem so gemeinnützigen Unternehmen. Besondere Einladungen ergehen nicht. Vorurteilsfreie Gegner sind an diesem Abend behufs Diskussion besonders willkommen.

Beim Rodeln verunglückt
Sonntag den 10. d. nachmittags stürzte der in Wien 14. Bezirk, Felberstraße Nr. 40, wohnhafte Zahntechniker R. Brandegger beim Rodeln in der Nähe der "Krausten Linde" derart unglücklich, daß er beim Auffallen auf einen Baumstumpf eine schwere Verletzung der Genitalien erlitt. Herr Brandegger wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht.

Am 12. d. hatte eine Arztgattin aus Wien beim Rodeln auf dem Anninger einen doppelten Beinbruch erlitten. Ihr Gatte, der Zeuge des Unfalls war, legte ihr in Kusatz' Gastwirtschaft auf dem Anninger einen Notverband an, von wo sie auf einer improvisierten Tragbahre zur hiesigen Südbahn geschafft wurde. Im Wartesaal auf einer Bank gelagert, wartete sie unter schrecklichen Qualen auf das Kommen des nächsten nach Wien fahrenden Zuges. Ihr Gatte und dessen Begleiter hofften, ihr das schmerzhafte Einwaggonieren über die steilen Wagenstiegen und durch die schmale Koupeetüre ersparen zu können und ersuchten den diensthabenden Beamten zu gestatten, daß die Verletzte auf der Bank, auf welcher sie gelagert war, im Gepäckwagen nach Wien transportiert werde. Der Verkehrsbeamte verweigerte dies unter Hinweis auf die bestehenden Vorschriften. Die Verletzte mußte in einem Koupee 2. Klasse transportiert werden, obgleich ihre Unterbringung in dem leeren Gepäckwagen ganz gut tunlich gewesen wäre. Die umständliche Einwaggonierung in das Koupee und die damit verbundenen unvermeidlichen Erschütterungen des Körpers bereiteten der Verletzten fürchterliche Schmerzen, so daß sie wiederholt gellende Schreie ausstieß. Diese Szene erregte bei den Mitreisenden ungeteilte Entrüstung.

Es wäre zu wünschen, daß seitens der Eisenbahndirektionen im allgemeinen und der Südbahndirektion im besonderen den Beamten für ähnliche Fälle die Ermächtigung gegeben würde, den Forderungen der Menschlichkeit das Vorrecht vor dem Buchstaben der Vorschrift einzuräumen.

Der Verein muss gute Kontakte zur Mödlinger Zeitung gehabt haben, da am 24. Februar 1907 ([MöZ] S.5) schon wieder berichtet wurde:

Anninger-Rodelverein
Wie bereits in der letzten Nummer unseres Blattes ausführlich mitgeteilt wurde, findet am 2. März, abends 8 Uhr im Hotel "Kaiser von Österreich" die zweite Versammlung aller Anninger-Rodelvereins-Interessenten statt, welche für den Fall behördlicher Genehmigung der Statuten gleichzeitig als konstituierende Generalversammlung gelten wird.

Endlich wird am 10. März 1907 ([MöZ] S.4) von dieser lange erwarteten Versammlung berichtet:

Gründung des Anninger-Rodelvereines
Am 2. d. M. wurden in einer Versammlung von Herren und Damen die von dem Aktionskomitee vorgelegten Stauten mit wenigen Aenderungen und Zusätzen einstimmig angenommen. Sohin ist der neue, für den gesundheitlichen Sport Mödlings herrlicher Gebirgsgegend so bedeutsame Verein, der den Namen "Anninger Rodelverein" führt, als konstituiert anzusehen, da es wohl keinem Zweifel unterliegt, daß die k. k. Statthalterei die Statuten genehmigen wird.

In den Ausschuß wurden gewählt: Rittmeister Fritsch (Präsident), Rechn.-Rat Ritter v. Gregor (Stellvertreter), Fachschriftsteller Alfr. v. del Torre (Schriftführer), Beamter Enderle (Kassier), Advokat Dr. Rziha (Fahrwart), Restaurateur Kusatz (Bahnwart), ferner die Herren Dr. jur. Brudniok, Dr. phil. Giannoni, Dr. jur. Siecsynski, Oberforstmeister Fritsch, Postbeamter Brunner und die Damen: Frau Hofrätin Rühl, Fräul. Genie Esokor und Frl. Mina Gorhan.

Herr Rittmeister Fritsch, dem eigentlich in erster Linie zu danken ist, daß diese wichtige Vereinigung zustande kam, wollte die Präsidentenstelle unter keiner Bedingung annehmen, entschloß sich jedoch schließlich dazu nach wiederholter eindringlicher Aufforderung seitens aller Anwesenden.

Während in der Mödlinger Zeitung vom 16. Dezember 1906 noch behauptet wurde, dass eine Trennung von Rodelbahn und Fußweg teschnisch nicht möglich wäre, wird genau das in der Ausgabe vom 6. Oktober 1907 ([MöZ] S.4) angekündigt und um Spenden dafür geworben:

Aufruf
In kaum einer halben Stunde Bahnfahrt von Wien aus erreichbar, knapp an der aufblühenden tausendjährigen Stadt Mödling, liegt inmitten von unabsehbaren Wäldern eine lange und herrliche Rodelbahn, wie geschaffen, hunderten Erholungsbedürftigen fern vom Staube der Straßen eine Stätte des Vergnügens und der Körperpflege zu sein.

Und all die Tausende, die im Sommer die Herrlichkeiten des Anningergebietes erkannt, werden ahnen können, wie dieser Anninger zur Winterszeit mit glitzerndem Schnee bedeckt, knapp vor den Toren der Stadt, einem winterlichen Paradiese gleicht und zu einem zweiten Semmering werden könnte! Da ist es wohl gewiß natürlich gewesen, daß im Vorjahre eine Anzahl Natur- und Sportfreunde aus allen Kreisen und Schichten der Bevölkerung zusammentraten und den Anninger-Rodleverein gründeten, dessen Zweck es ist, die Rodelbahn am Anninger zu erhalten, für strenge Aufrechterhaltung der Ordnung zu sorgen und eine Trennung des Fußweges von der Rodelbahn durchzuführen.

Da nahezu der ganze Weg Privatstraße ist, galt es in erster Linie, die Erlaubnis der Gutsherren zu erwirken, welcher Schritt dank dem liebenswürdigen Entgegenkommen des Herrn k. k. Forst- und Domänenverwalters, Forstmeister J. Fritsch in Hinterbrühl, des Herrn fürstl. Johann Liechtenstein'schen Forstinspektors L. Baumer in Vorderbrühl und des Herrn Börsenrates Fr. Marzy, Baron v. Drasche'sche Güterverwalters in Inzersdorf, von Erfolg begleitet war.

Den Mitgliedern des Anninger-Rodelvereines ist das Rodeln auf der Anningerstraße von den Gutsherrschaften gestattet worden. Um die Fußgänger und Rodler, zwischen denen natürlich manch kleiner Streit entstand, zu trennen, wird nun mit allen Kräften daran gearbeitet, auf dem größten Teile des Weges neben der Rodelbahn auch einen Fußweg anzulegen, so daß beiden Teilen geholfen ist.

Dazu aber braucht der Anninger-Rodelverein auch Geld, und, um allen den Anforderungen gerecht werden zu können, welche die Rodelsportfreunde und Fußgeher an ihn stellen, nicht wenig Geld. Da ist es gewiß nicht unbescheiden zu nennen, wenn der Verein sich an alle Jene wendet, denen seine Tätigkeit zugute kommt. Und das sind alle Naturfreunde und Sportfreunde, die unmittelbar daran beteiligt sind, sowie alle jene Geschäftsleute von Mödling und den angrenzenden Gemeinden, die durch das Heranziehen eines großen Sportpublikums zwar mittelbar, aber darum gewiß nicht weniger Vorteile daraus schöpfen.

Da die Arbeiten in Kürze in Angriff genommen werden müssen, werden sich Funktionäre des Vereines demnächst erlauben, die Bitte des Vereines um einen Beitrag zu dem geplanten Werke vorzubringen.

Außerdem richtet die Vereinsleitung an die Bevölkerung Mödlings und der Anningergemeinden, aber auch an alle Sport- und Naturfreunde wo immer, die den Anninger kennen und lieben gelernt haben, die Bitte, dem Anninger-Rodelverein, auch wenn sie selbst nicht ausübende Rodler sind, beizutreten und mit dem geringen Jahresbeitrag von 2 Kronen zu unterstützen. Die Mitgliedskarten (Jahresbeitrag 2 Kronen) sowie das Vereinsabzeichen (1 Krone) sind im Café Weißkirchner, Elisabethstraße 19, Mödling, erhältlich. Daselbst werden auch Spenden mit Dank entgegengenommen. (Mödling, im Oktober 1907.)

Die Vereinsleitung:
Al. R. Fritsch, Präsident; Rechn.-Rat Dr. R. Ritter v. Gregor, Präsident-Stellvertreter; Privatbeamter E. Enderle, Kassier; Schriftsteller Alfred del Torre, Schriftführer; Advokat Dr. Ad. Rziha, Fahrwart; Restaurateur Fr. Kusatz, Bahnwart; Dr. jur. B. Brudniok, Postbeamter; Ign. Brunner, Eugenie Esokor, Forstmeister J. Fritsch, Dr. phil. K. Giannoni, Mina Gorhan, Hofrätin H. Rühl, Dr. jur. R. Siecsynski, Ausschußmitglieder.

Nach Errichtung dieser Rodelbahn konnte das Rodelverbot aufgehoben werden, wie in der Mödlinger Zeitung vom 24. November 1907 ([MöZ] S.4) zu lesen ist:

Gemeinde-Ausschuß Sitzung vom 20. November 1907
...Anschließend berichtet der Bürgermeister ausführlich über das Ansuchen des Anninger-Rodelvereines um Aufhebung des Rodelverbotes und um käufliche Ueberlassung der gegenstandslos gewordenen städt. Verbotstafeln und führt aus, daß der genannte Verein von der Fst. Liechtensteinschen und Frh. Drascheschen Gutsverwaltung und dem Forstärar die Bewilligung zur Abteilung der auf den Anninger führenden Straße in einen Fußweg und eine Rodelbahn erhalten habe. Da durch diese Anordnung eine Gefährdung von Fußgängern ausgeschlossen sei, stelle er den Antrag, daß im Anningergebiet von Mödling das bestehende Verbot, an Sonntagen von 10 Uhr Vormittags an rodeln zu dürfen, aufgehoben werde; dagegen sein das unbedingte Rodelverbot für den Weg unterhalb der Schießstätte und die "Goldene Stiege" sowie die Straße vom oberen Steinbruch bis zur Elektr. Bahn in der Weise aufrecht zu erhalten, daß das Verbot für die beiden erstangeführten Wege nur vorübergehend bis zur Herstellung einer geeigneten Rodelbahn daselbst, für die letztgenannte Straße aber dauern Geltung haben soll. Die dadurch gegenstandslos gewordenen Verbotstafeln seien dem Verein um die Hälfte des Anschaffungspreises zu überlassen. Der vom Bürgermeister formulierte Antrag wird einstimmig angenommen.

Wenig überraschend wird eine Woche später, am 1. Dezember 1907 ([MöZ] S.3) schon wieder für den Verein geworben:

Anninger-Rodelverein
Das allseitige Interesse für diesen so wichtigen Verein wächst von Tag zu Tag. Es treten demselben Personen aus allen Bevölkerungskreisen und Beruftsständen bei. Das ist der beste Beweis für die große Bedeutung, die man demselben mit Recht von allen Seiten beimißt. Bald wird die Mitgliederzahl die Ziffer 1000 erreicht haben. Einzelne Personen, ferner Vereine und Korporationen unterstützen die Bestrebungen des Vereines nach besten Kräften. Zuschriften, Mitgliedsanmeldungen und Geldeinsendungen sind an die Adresse: "Anninger-Rodelverein in Mödling bei Wien" zu richten.

Drei Wochen später, am 22. Dezember 1907 ([MöZ] S.3), erscheinen auf einer Seite gleich drei Beiträge zu diesem Thema:

Dem Anninger-Rodelverein wird in Anbetracht seiner Wichtigkeit von allen Seiten das lebhafteste Interesse entgegengebracht. Zahlreiche Personen, sowie Vereine und Korporationen haben die Bestrebungen des Vereines durch Geldspenden unterstützt. Obwohl der Verein kaum ein Jahr besteht, ist von der Vereinsleitung in der kurzen Spanne Zeit schon ein beträchtliches Stück Arbeit geleistet worden. Zunächst galt es, die Erlaubnis für das Rodeln am Anninger von jenen Gutsherren zu erwirken, durch deren Besitz der Anningerweg führt. Die diesbezüglich unternommenen Schritte sind von Erfolg gewesen: Den Mitgliedern des "Anninger-Rodelvereines" ist das Rodeln auf der Anningerstraße gestattet worden.

Zweck des Vereines ist außer der möglichsten Förderung des Rodelsportes die Rodelbahn am Anninger zu erhalten, für strengste Aufrechterhaltung der Ordnung zu sorgen und eine Trennung des Fußweges von der Rodelbahn durchzuführen. Auf einem großen Teile der Anningerstraße (von der Anhöhe beim Eschenbrunnen bis unterhalb der großen S-Kurve, angrenzend an das Baron Drasche'sche Gebiet, ist bereits der Fußweg mit großem Kostenaufwand fertiggestellt. Das wird allgemeinen Beifall finden, denn erst durch diese Trennung ist ein geregeltes und bequemes Rodelfahren möglich; aber auch den Fußgehern ist damit in zufriedenstellender Weise geholfen. Den Fußweg weiter hinunter auf der Straße, die durch das Baron Drasche'sche Forstgebiet führt, anzulegen, war dermalen unmöglich. Ferner sind zur größeren Fahrsicherheit speziell für minder geübte Rodler an einigen Stellen der Fahrbahn Sandböschungen aufgerichtet und bei scharfen und steileren Bahnkurven Erhöhungen an der Außenseite vorgenommen worden.

Zur Zeit bleibt das Rodelverbot an der "goldenen Stiege" - bis zur Errichtung des parallel zu dieser verlaufenden Grabens als Fahrbahn - noch aufrecht, und zwar berechtigterweise infolge der Gefahren, die mit dem Rodeln auf diesem schmalen Wege verbunden sind.

Im Interesse einer strengen Ordnung ist die Mitgliedskarten-Kontrolle auf der Rodelbahn unbedingt erforderlich; es werden daher jene Herren und Damen, die sich seinerzeit auf der Interessentenliste angemeldet und den Mitgliedsbeitrag bereits bezahlt haben, dringend ersucht, ihre Mitgliedskarte im Café Weiskirchner zu beheben. |

Generalversammlung des Anninger-Rodelvereines.
Donnerstag den 9. Jänner 1908, abends halb 8 Uhr findet in Arnolds Hotel "zur Stadt Mödling" eine außerordentliche Generalversammlung das Anninger-Rodelvereines statt, deren Tagesordnung in der nächsten Nummer des Blattes zur Publikation gelangen wird. Alle Vereinsmitglieder werden schon heute gebeten, in Erfüllung der ersten Mitgliedspflicht zu dieser Versammlung, in der wichtige Fragen zur Beschlussfassung gelangen werden, vollzählig zu erscheinen. |

Die Leitung des Anninger-Rodelvereines bringt allen Vereinsmitgliedern und Interessenten des Rodlesportes zur Kenntnis, daß die Vereinsstatuten im Café "Südbahn", im Hotel "Kaiser von Oesterreich", im Hotel "Stadt Mödling", im Café Weiskirchner, im Anninger-Schutzhaus und auf der Anninger-Rodelbahn in Kusatzs Restauration zu Jedermanns Einsicht und eventueller Abschriftnahme erliegen. Daselbst werden auch die im Druck erschienenen Fahrvorschriften jederzeit gratis verabfolgt. Wünsche und Beschwerden sind mittelst Kartenbriefes nur unter der Adresse: "Anninger-Rodelverein in Mödling" einzusenden.

Bekanntgabe der Tagesordung am 29. Dezember 1907 ([MöZ] S.4):

Generalversammlung.
Wie bereits mitgeteilt, wird Donnerstag den 9. Jänner k. J. um halb 8 Uhr abends in Arnolds Hotel "zur Stadt Mödling" eine außerodentliche Generalversammlung des Anninger-Rodelvereines abgehalten. Auf der Tagesordnung steht: Dankeskundgebung an die Gutsherren; Rechenschaftsbericht über die bisherige Tätigkeit; Kassabericht; Wahl von zwei Revisoren, Statutenänderung; Anträge und Anfragen. Die Mitglieder werden mit Rücksicht auf die wichtigen Fragen, die zur Beratung gelangen, um vollzähliges Erscheinen ersucht. Anträge und Anfragen sind möglichst vor dem Versammlungstermin der Vereinsleitung schriftlich bekanntzugeben. Zur Versammlung sind die Mitgliedskarten mitzubringen.

Eine nochmalige Erinnerung wurde am 5. Jänner 1908 ([MöZ] S.3) abgedruckt, seltsamerweise erschien aber hinterher kein Bericht über diese so wichtige und vielfach angekündigte Versammlung:

Die Generalversammlung des Anninger-Rodelvereines wird, wie schon mitgeteilt, am 9. d. M. um halb 8 Uhr abends im Hotel "Stadt Mödling" abgehalten. Zutritt in die Versammlung, in der Fragen von größter Bedeutung zur Beratung gelangen, haben nur Vereinsmitglieder.

Somit kann der 23. Jänner 1907, aber auch der 2. März 1907 als Gründungsdatum des Anninger-Rodelvereins angesehen werden. Auf fast 100 Jahren alten Fotos ([Aig2] Nr.153, 154, 156, [Jane1] Nr.47) ist zu sehen, dass die Straße damals als Rodelbahn ausgebaut war. Mit Holzplanken wurde die Strecke seitlich abgesichert, die S-Kurve im Bereich der Hans Riffer Quelle wurde sogar als Steilwandkurve gestaltet. Der Mitbegründer des Rodelvereins Adolf Rziha wurde 1910 österreichischer Rodelmeister und verfasste ein Buch Der Rodelsport. Um 1910 und ab dem Winter 1927/28 wurden am Anninger internationale Rodelrennen durchgeführt. Der Besitzer der Krausten Linde, Georg Weiss, erzeugte in seiner Zimmerei die legendären Anninger-Rodeln. ([WalKuc] S.36, S.38)

1924 errichtete der Anninger-Rodelverein mit Unterstützung durch das Militär eine 1700 m lange Rodelbahn am Anninger (siehe [Wal2] S.25, [WalKuc] S.63, S.169, [Wal3] S.58). Begründet wurde dieser Schritt von Adolf Rziha mit diesen Worten:
Um Konflikte mit den Schiwanderern zu vermeiden, wurde die neue Bahn vom Kaisergerndlhaus, die Anningerstraße auf einer hohen Holzbrücke übersetzend, bis in das Hinterbrühler Kiental geführt.

Der Start befand sich beim ehemaligen Kaisergerndlhaus. Das Gefälle betrug bis zu 36%. In einigen Steilwandkurven führte die Bahn zur Anningerstraße unterhalb der Hans Riffer Quelle, übersetzte dort die Straße auf einer 4,5 m hohen Brücke und führte hinab ins Kiental. Im Illustrierten Sportblatt wurde die Anningerbahn als die modernste und großartigste Österreichs bezeichnet [Link...].

Drei Winter lang konnte die neue Bahn nicht rennmäßig befahren werden. Der Grund war - Schneemangel! Auch das gab es damals schon. Erst 1928 konnten die Österreichischen Rodelmeisterschaften auf der großartigsten Kunstbahn Österreichs durchgeführt werden.

Nach einem tödlichen Unfall im Jahr 1935 wurde die Bahn verkürzt, sie führte nun bis zur Krausten Linde. Auf dieser Bahn wurden Rodelrennen mit internationaler Beteiligung ausgetragen. Beispiele: "Großer Preis von Österreich im Rennrodeln" am 29.1.1966, "Landesmeisterschaften NÖ" 1965 (ca. 60 Teilnehmer) und am 14./15.1.1967.

Die Reste der mit Betonsteinen aufgebauten Steilwandkurven sind heute noch zu sehen, beim Aufstieg links der Anningerstraße. Ein Fundament der Brücke ist vor der großen S-Kurve noch vorhanden, die Fortführung der Bahn rechts unterhalb der Straße ist im Waldboden deutlich zu erkennen. Auf der Trasse kann man relativ bequem bis ins Kiental absteigen.

S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
S-Kurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn
Steilwandkurve der Rodelbahn

Im Anningerhaus sind Erinnerungsstücke aus dieser Zeit zu sehen, eine Rennrodel, ein Lederhandschuh mit Spikes zum Lenken und Bremsen, eine Tafel mit Informationen. An der Südseite des Nebengebäudes beim Anningerhaus befindet sich heute noch, etwas versteckt, eine Tafel mit folgender Aufschrift: "Anninger Rodelverein - Betreten u. Befahren der Kunstrodelbahn ausnahmslos verboten | zeozon bräunt"
An der Waldrast Krauste Linde erinnert eine Vereinstafel an den Anninger-Rodelverein.
Fotos der Rodelbahn findet man in [Aig2] Nr.153,154.

Original Anninger-Rodel
Original Anninger-Rodel
Abzeichen Rodelverein
Abzeichen Rodelverein

Die folgenden historischen Aufnahmen der Rodelbahn am Anninger wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Rodelbahn am Anninger Rodelbahn am Anninger
Rodelbahn am Anninger Rodelbahn am Anninger

Gelegentlich sind heute auch Tourenschifahrer und Langläufer am Anninger unterwegs. in den 60er Jahren befand sich beim Nacke-Wirtshaus Zum Anninger Aufstieg an der Goldenen Stiege ein Schihügel, er musste dem Großparkplatz Föhrenberge weichen ([WalKuc] S.132, S.169, [Aig2] Nr.143). Auf dem Vierjochkogel gab es einmal eine Schisprungschanze [Düm]!

Videos auf YouTube vom Rodeln am Anninger: 2013-01-26 | 2010-01-23 | 2005-01-30 | 2004-02-28

Winterimpressionen vom Anninger [Link...]


Klettern

Um 1870 wurden die Felsen der Mödlinger Klausen als Klettergebiet entdeckt ([RögRich] S.16). Vergleichsweise kleine Felsformationen wurden mit Namen berühmter Vorbilder bezeichnet, z. B. Glocknergrat, Kleiner Buchstein und das berühmte Matterhörndl. Siehe [Luk] S.20f.

Auch die ehemaligen Steinbrüche dienten und dienen als Klettergebiete, z. B. die Rauhe Platte bei der Goldenen Stiege und die bis 80 m hohe Friedrichswand im Prießnitztal ([Luk] S.22). Hin und wieder wird versucht, die Friedrichswand für Kletterer herzurichten: lockeres Material wird abgeschlagen, im November 2009 wurden sogar mit einer Bohrmaschine Löcher für Bohrhaken gebohrt. Wirklich geklettert wird aber hier nur selten, vermutlich weil das gesamte Gelände sehr brüchig ist. Am oberen Rand führt ein Weg entlang, man muss damit rechnen, dass Steine losgetreten werden. Die Anhöhe oberhalb der Friedrichswand ist in älteren Karten als Friedrichshöhe bezeichnet ([Stei] S.54, Pläne von 1904 und 1935 in [WalKuc]).

Ein richtiger, kleiner Klettergarten befindet sich in der Klausen, mit Glocknergrat, Efeugrat, Lausbubenwand und Efeufelsen, wo bis zum 9. Grad geklettert wird ([RögRich] S.42f; leider wird hier die Rauhe Platte bei der Goldenen Stiege mit der Friedrichswand im Prießnitztal verwechselt). In der Klausen gibt es heute sogar einen versicherten Klettersteig im Schwierigkeitsgrad B-C, der nach dem ehemaligen Vizebürgermeister Robert Karpfen benannt ist. [Link...]

Am 25. Oktober 2008 wurde bei Gumpoldskirchen ein kleiner Klettergarten eröffnet. Ein versicherter Steig sowie 10 Sportkletterrouten bis zum 6. Grad führen durch eine Felswand oberhalb der Weingärten (nordwestlich der Kirche) hinauf. [Link...]


Radfahren

Natürlich sind auf allen möglichen und unmöglichen Wegen am Anninger auch Radfahrer unterwegs. Meist gibt es keine Probleme zwischen Radfahrern und Wanderern. Gelegentlich kommt es aber zu kritischen Situationen, z. B. wenn Radfahrer mit vollem Tempo den Hohlweg in den Rehgraben hinunterfahren, obwohl sie von oben nicht sehen können, ob sich jemand, Mensch oder Tier, im Hohlweg befindet. In der Gruppe möchte keiner der Burschen so uncool sein und dort womöglich bremsen.

Grundsätzlich ist das Radfahren im Wald verboten, außer dort, wo es explizit erlaubt ist. In der Mödlinger Stadtzeitung wurde darüber informiert:

Mountainbiker haben eine besondere Verantwortung gegenüber den anderen Waldnutzern, dem Lebensraum Wald und dem frei lebenden Wild.
Mountainbiker, die Forststraßen und Wanderwege ohne Zustimmung des Waldeigentümers benützen oder durch den Wald fahren, machen sich strafbar gemäß § 33 Abs. 2, Ziffer 3 des Forstgesetzes 1975.
Eine solche Verwaltungsübertretung bedingt eine Bestrafung mit bis zu 7.000 Euro.
Um Rechtsfolgen zu vermeiden: Biken nur auf genehmigten Routen!

Soweit die Theorie. Die Realität sieht ganz anders aus. Gefahren wird immer und überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit (in diesem Fall mit LED Scheinwerfern, die unglaublich blenden), auf markierten Wanderwegen, auf unmarkierten, ehemals wenig bekannten Steigen, und quer durch den Wald, über Stock und Stein und Felsabsätze, da werden Trails ausgefahren, mit Sprungschanzen aus Holz und Erde ausgebaut.

Die Mountainbiker haben gelernt, dass illegales Fahren im Wald ohne jede Konsequenz ist, solange nichts passiert. An manchen Stellen wurden Fahrverbotstafeln aufgestellt, z. B. gibt es eine Fahrverbotstafel beim Schießstattweg, an der Goldenen Stiege stehen an einer Stelle zwei Fahrverbotstafeln und am Eingang des Prießnitztales stehen an einer Stelle sogar drei(!) Fahrverbotstafeln. Es kümmert sich aber niemand darum, weder die Biker, die seelenruhig daran vorbei fahren, noch jene Organe, die das Fahrverbot überwachen sollten (müssten?).

Fahrverbot beim Schießstattweg
Fahrverbot beim Schießstattweg
Fahrverbot an der Goldenen Stiege
Doppeltes Fahrverbot an der Goldenen Stiege
Fahrverbot im Prießnitztal
Dreifaches Fahrverbot im Prießnitztal
Fahrverbot im Wald
Fahrverbot - kümmert ihn nicht

Seit 2017 ist ein deutlicher Anstieg der Zahl der eBikes zu bemerken, d.h. es fahren noch mehr Leute hinauf, auch solche, die es körperlich aus eigener Kraft gar nicht schaffen würden, und fahren dann irgendwo durch den Wald hinunter. Wanderer müssen jetzt nicht nur Acht geben, ob von oben einer herunter prescht, jetzt fahren sie, mit Motor unterstützt, auch überall bergauf und das mit hohem Tempo.

Auf der Website der Stadtgemeinde Mödling war anlässlich der Eröffnung der "Tut gut!"-Wanderwege im Herbst 2017 folgendes zu lesen [Link...]:

Entflechtung der Wald-Benutzer
Die Ausweisung der "Tut gut!"-Wanderwege ist ein erster Schritt zur Entflechtung der Nutzerströme. Die Wege dürfen nämlich gemäß der Richtlinien ausschließlich von Wanderern benützt werden! Den sportlichen Mountainbikern wird aber ab Frühjahr 2018 ein engagiertes eigenes Wegesystem zur Verfügung stehen mit schweren Routen für die Leistungssportler und "flowing trails" und "chicken ways" für die, die es gemütlicher haben wollen.

Die drei neuen Fair Play-Botschafter Lisa, Max und Moritz Ribarich, allesamt bekannte Leistungs-Mountainbiker vom Bundessportzentrum in der Südstadt, sollen in ihrem persönlichen Umfeld und innerhalb der Biker-Community Überzeugungsarbeit dafür leisten, sich in der Natur mit Weitsicht und Disziplin zu bewegen. "Wenn man sich respektiert, auf einander zugeht, einander zuhört, entstehen tatsächlich sehr gute Lösungsansätze", freut sich Stadtrat Lindebner über den gemeinsamen Schulterschluss.

Wir Wanderer "freuen" uns auch immer wieder, wenn uns auf markierten Wanderwegen Radler mit und ohne E-Motor in hoher Geschwindigkeit entgegen oder von hinten heran kommen und als selbstverständlich annehmen, dass Wanderer immer rechtzeitig zur Seite springen. Was nützen uns da diese Fair Play-Botschafter?

Die nächste verheißungsvolle Ankündigung war in der Tageszeitung Kurier am 19. Jänner 2018 zu lesen:

Mödling: Neue Strecken für Mountainbiker
Anninger-Gemeinden arbeiten an neuem Wegenetz, im Stadtwald soll es zehn Kilometer an Trails geben.
Eine bis zu 30 Kilometer lange Anninger-Runde, alleine mehr als zehn Kilometer Strecke im Mödlinger Stadtwald - Gemeinden im Bezirk, Mountainbiker und der Wienerwald-Tourismus arbeiten derzeit an einem zeitgemäßen Streckennetz im Wiener Umland. Die Zeit drängt, denn Ende März (2018) laufen die Verträge zu den bisherigen Routen aus.

"Ich sehe die Entwicklung sehr positiv", sagt Herbert Ribarich, Vorsitzender des Mountainbike-Referates im Österreichischen Radverband und selbst Biker in Mödling. Bevor es aber an eine Umsetzung geht, müssen aktuell noch Haftungsfragen geklärt, Einigkeit mit Grundbesitzern erzielt und eine Genehmigung nach dem Forstgesetz eingeholt werden.

In Mödling selbst sind die Verantwortlichen bereit: "Das Konzept für den Stadtwald ist fertig", erklärt Forststadtrat Leo Lindebner. Wert haben die Planer auf eine Entflechtung von Mountainbike-Trails und Wanderwegen gelegt. "Es hat in der Vergangenheit Nutzerkonflikte zwischen Radlern und Fußgängern gegeben. Was wir zudem brauchen, ist den Wildwuchs einzufangen und die Bodenerosion hinanzuhalten." Bisher wurde nämlich vielfach illegal gefahren.

Klappt alles, dürfen Sportler ab April (2018) die Anningerstraße bergauf fahren, dann stehen Single-Trails in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Verfügung, etwa parallel zur Anningerstraße. Vom Husarentempel soll es eine Art Downhill-Strecke geben, der Mittelweg soll als gemütlicher "Flowing-Trail" fungieren. Gerade in Hinblick auf das nahe Bundessportzentrum in der Südstadt sei es wichtig, dass die Sportler Möglichkeiten zum Trainieren haben, meint der Experte.

Das Gesamtkonzept des Anninger-Wegenetzes könnte einen in etwa drei Stunden bewältigbaren Rundkurs ermöglichen. Ideen gibt es viele, etwa eine Anbindung an den Laxenburg-Radweg. In den kommenden Wochen sollen weitere Gespräche stattfinden.

Passiert ist von all dem im Frühjahr 2018 - nichts! Statt die versprochenen Lösungen umzusetzen verfolgt man weiter die Taktik der Ankündigungen. In den Mödlinger Stadtnachrichten 09/2018 ist zu lesen:

Mountainbike-Streckennetz ab März 2019
Die 51 niederösterreichischen Gemeinden des Wienerwaldes beraten und planen seit nahezu 2 Jahren ein gemeinsames attraktives Mountainbike-Wegenetz. Ein verdichtetes Schwerpunktgebiet wird von den Anningergemeinden gebildet. Dabei geht es allerdings nicht nur um die Entflechtung der Waldbesucherströme gemäß ihrer Interessen und Bedürfnisse, sondern auch um die Klärung der wichtigen Fragen der Haftung, Wegekontrolle, Instandhaltung, Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Vorarbeiten bis zur Neubeschilderung laufen auf Hochtouren, sodass die neuen Strecken mit Saisonstart 2019 (1. März) uneingeschränkt zur Verfügung stehen werden.

Inhaltlich also dasselbe wie im Jahr davor, nur mit noch mehr wohlklingenden Schlagworten angereichert. In den Niederösterreichischen Nachrichten, Ausgabe für Mödling vom 6. März 2019 (S.28) erfährt man, dass es anderswo sehr wohl möglich ist, MTB Strecken einzurichten. Während einige Zeit davor Mödling in der NÖN noch als Vorreiter in Sachen MTB-Strecken gelobt wurde, wird hier Mödling gar nicht mehr erwähnt. Man hat erkannt, wie langsam und schleppend die Mödlinger Stadtpolitik diese Sache voranbringt.

Moubtainbiker kommen auf ihre Rechnung.
Saisonstart gesichert | Die Verträge über das Streckennetz im Wienerwald konnten verlängert werden.
Für die Plattform "Montainbiken im Wienerwald" - bestehend aus dem MTB-Verein WienerWaldTrails, dem Biosphärenpark Wienerwald Management, den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf), dem Stift Klosterneuburg, dem Forstbetrieb der Stadt Wien (MA 49) und dem Weinerwald Tourismus - stellt sich nach jahrelangen Bemühungen ein wichtiger Erfolg ein: das Streckennetz im Wienerwald kann nach Auslaufen der Verträge nicht nur erhalten, sondern auch maßgeblich erweitert und verbessert werden.

Wienerwald Tourismus Geschäftsführer Christoph Vielhaber verweist zudem darauf, dass das "gesamte Routennetz, das um zahlreiche Single-Trails und Verbindungsstrecken ergänzt wird, im Laufe des Jahres eine neue Beschilderung erhält. Schließlich soll auch für Ortsfremde klar sein, welche Strecken befahren werden können."

Alle empfohlenen Routen berücksichtigen Naturschutzziele. Für WienerWaldTrails-Obmann Andreas Mocha ist "der Dialog mit den Grundeigentümern und Behörden wichtigste Basis für die Entwicklung attraktiver Mountainbike-Strecken".

Welche Strecken genau im Bezitk Mödling zur Verfügung stehen werden, wird in Kürze bekannt gegeben, ließ Vielhaber verlautbaren.

Das Mountainbiken hat im Wienerwald ab sofort wieder Saison. Auf offiziellen Strecken, die Verträge sind unterzeichnet.

Nach all diesen Phantasien zurück in die Realität. Was von all dem gibt es mitte März 2019 im Mödlinger Stadtwald am Anninger? Leider fast nichts: Im Dezember 2018 wurde am Beginn der Anningerstraße, etwas oberhalb des Schrankens, eine Überfahrt über den Straßengraben hergestellt (Wasserrohr im Graben mit Schotter darüber). Bereits drei Monate später, im März 2019, wurde zwischen Breiter Föhre und Grenzweg eine weitere Überfahrt hergestellt. Dazwischen wurden auf der Friedrichshöhe und im Wald oberhalb der Breiten Föhre ein paar Bäume weggeschnitten. Weiters wurden auf der kleinen Wiese bei der Breiten Föhre Baumstämme in Form einer Art Leitschiene ausgelegt, um die Radler über die Wiese zu leiten.

Überfahrt Anningerstraße Dez. 2018
Überfahrt Anningerstraße Dez. 2018
Baumstämme bei der Breiten Föhre
Baumstämme bei der Breiten Föhre
Überfahrt Anningerstraße März 2019
Überfahrt Anningerstraße März 2019

Einen ersten Schritt von der Ankündigungstaktik in die Praxis gab es dann doch im April 2019. Zunächst wieder eine Ankündigung:

13.04.: Erstes Mödlinger Biker-Frühstück
Vorstellung der neuen Moutainbike-Routen für ein besseres Miteinander!
Nach intensiver Vorarbeit mit allen Verantwortlichen kann Mödlings Forst-Stadtrat DI Dr. Leopold Lindebner beim ersten Mödlinger Biker-Frühstück am 13. April die neuen MTB-Routen im Mödlinger Stadtwald vorstellen. Gemeinsam mit Experten und Radprofis wird auch eine Sternfahrt auf den neuen Strecken sowie ein Fahrtechnik-Training angeboten.
"Wir wollen mit dieser Initiative für ein noch besseres Miteinander aller Freizeitnutzer unseres schönen Stadtwaldes sorgen. Denn natürlich hat auch das Biken im Wald seine Berechtigung und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dafür braucht es aber auch Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme!", so Lindebner.
[Quelle: www.moedling.at]

Tatsächlich wurde der erste Teilbereich des Gesamtsystems "MTB-Area Anninger" freigegeben. Die Beschilderung ist noch provisorisch, soll aber so schnell wie möglich flächendeckend realisiert werden. Neben Streckennamen und Richtung wird auch der Schwierigkeitsgrad angeben, sodass der Biker die Tour gemäß seinem Können auswählen kann. Bei diesem ersten Teilbereich handelt es sich um eine Strecke, die an der Abzweigung des Grenzweges von der Anningerstraße beginnt, bei der oben erwähnten Überfahrt die Anningerstraße überquert, vorbei an der Breiten Föhre, über die Friedrichshöhe und über die zweite Überfahrt zum Schranken bei der Anningerstraße führt.

Es wurde auch ein druckfrischer Streckenplan Moutainbiken im Wienerwald ausgegeben, auf dem die Routen der "MTB-Area Anninger" eingezeichnet sind. Da jedoch keinerlei Geländestrukturen dargestellt sind, ist es kaum möglich, aus dieser Karte den genauen Verlauf der erlaubten Strecken herauszulesen.

MTB-Area Anninger
MTB-Area Anninger
Anninger Uphill, Strecke 01
Anninger Uphill, Strecke 01
Anninger Trail, Strecke 01
Anninger Trail, Strecke 01

An einigen Stellen wurde das Biker Fairplay plakatiert, die unten rechts wiedergegebene Variante ist eine Information der Mödlinger Forstverwaltung:

  1. Die Benützung der markierten Radrouten ist nur in den vertraglich fixierten Zeiträumen gestattet:
    März, Oktober 09:00-17:00
    April, September 08:00-18:00
    Mai - August 07:00-19:00
     
  2. Respektvoller Umgang mit Grundbesitzern, Jagd- und Forstpersonal!
     
  3. Rücksichtnahme auf andere Waldbenutzer!
     
  4. Fahren auf halbe Sicht mit kontrollierter Geschwindigkeit!
     
  5. Vorsicht bei Arbeitsmaschinen, Holz oder Schlaglöchern auf der Fahrbahn, Weidevieh und Kraftfahrzeugverkehr (Forststraßen sind Betriebsflächen und Arbeitsplatz)!
     
  6. Beachten der Straßenverkehrsordnung!
     
  7. Radfahren abseits der Routen und außerhalb der freigegebenen Zeiten ist illegal. Beachten von Fahrverboten und Sperren!
  • Biker benützen nur markierte und freigegebene Routen!
     
  • Biken abseits von markierten Strecken und außerhalb der freigegebenen Zeiten ist tabu, denn es führt zu einer nachhaltigen Beunruhigung der Wildtiere und zu Schäden an Waldpflanzen und Bodenstruktur.
     
  • Erlaubte Zeiten fürs Biken sind...
    im März und Oktober von 9:00 bis 17:00
    im April und im September von 8:00 bis 18:00
    von Mai bis August von 7:00 bis 19:00
     
  • oder, wie es leichter zu merken ist...
    1½ Stunden nach Sonnenaufgang darf man in den Wald einfahren und
    1½ Stunden vor Sonnenuntergang muss man das Revier verlassen haben!
     
  • Von November bis Ende Februar gilt eine Wintersperre und ein generelles Bikerfahrverbot!
     
  • Die Straßenverkehrsordnung ist einzuhalten, andere Waldnutzer werden nur im Schritttempo überholt.
     
  • Biker sind Gäste im Wald und verhalten sich dementsprechend respektvoll.
     
  • Biker hinterlassen den Wald, wie sie ihn gerne vorfinden wollen, u. a. verschmutzen sie ihn nicht mit Abfällen.

Drei Wochen nach dem Ersten Mödlinger Biker-Frühstück wird in den Niederösterreichischen Nachrichten (Ausgabe Mödling, Nr. 18, S. 2) berichtet:

Mödlings Forststraßen sind nicht nur für Wanderer und Spaziergänger ein beliebtes Ausflugsziel. Auch zahlreiche Mountainbiker sind dort unterwegs. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Konflikten zwischen den Bikern und Wanderern, wie der Mödlinger Stadtrat Leo Lindebner, ÖVP, im NÖN-Gespräch erzählt: "Vor allem beim Bergabfahren haben sich viele Mountainbiker den Fußgehern gegenüber rücksichtslos verhalten. Wir konnten die Situation entschärfen, indem wir für die Donwhiller eigene Straßen geschaffen haben".

Wie sieht die Praxis Mitte Mai 2019 aus? Es gibt bisher genau die eine, oben erwähnte MTB Strecke vom Grenzweg über die Friedrichshöhe zum Schranken am Beginn der Anningerstraße. Selbst gutwillige Radler, die von oben her die Anningerstraße bergab fahren, werden aber die Einfahrt an der Kreuzung Grenzweg nicht finden, weil man müsste sich auf dem Rad umdrehen(!), um den Einstiegspfeil zu sehen. Davon abgesehen begannen sich die Schilder bereits beim ersten Regen aufzulösen.

Anninger Trail, Strecke 01
Anninger Trail, Strecke 01
Anninger Trail, Strecke 01
Anninger Trail, Strecke 01

Konflikte zwischen Fußgängern und Motorisierten am Anninger gab es auch schon 100 Jahre zuvor. In der Mödlinger Zeitung vom 9. April 1904 ([MöZ] S.1-3) wird unter der Überschrift Sport-Plauderei am Anninger über Radler, Autler (Motorfahrer) und Motorzweiräder philosophiert und schließlich über folgenden Vorfall berichtet:

Ein weiterer Vorteil ist auch der, daß die Konstruktion mancher Motorzweiräder die Möglichkeit bietet, nach Wunsch mitzutreten, ..., oder wenn es gar scharf bergan geht, durch das Mittreten an Benzin zu sparen, wie es vor wenigen Tagen ein Verwegener tat, der auf einem Neckarsulmer Motorrad mit elektromagnetischer Zündung, 2 ½ HP, Modell 1904 ohne "Schenierer" den Anninger hinauffuhr, unbekümmert um die entsetzten Gesichter der Touristen, die sich angstvoll fragten, ob man heute selbst auf Bergeshöhen nicht mehr vor den verd... "Autln" sicher sei.

Gelegentlich werden Radrennen am Anninger durchgeführt, z. B. die Anninger Trophy [Link...].
Bei der 1992 aus einem privaten Wettstreit hervorgegangenen Veranstaltung Rad'l gegen Wad'l können sich Läufer mit Radfahrern messen [Link...].
Auch überregionale Radwege führen über den Anninger, wie zum Beispiel die Alpentour Austria [Link...].


Reiten

Beim Richardhof befindet sich ein Reitzentrum mit Reithalle. Von dort schwärmen Reiter auch in das angrenzende Anningergebiet aus. Reitwege sind mit roten Punkten in Augenhöhe der Reiter markiert. Ende 2013 wurden im Bereich östlich der Krausten Linde Tafeln montiert: Privatbesitz - Reitwege - Pferde haben Vorrang. Im September 2015 wurden einzelne Wege mit runden, blauen Tafeln als Reitwege markiert.

Gelegentlich trifft man auch Pferde auf gewöhnlichen Wanderwegen an. Für die Wanderer ist das dann unangenehm, wenn der Boden nach Regen sehr weich ist. Die Pferdehufe wühlen den Boden auf und hinterlassen eine morastige Mondlandschaft.


Geocaching

Auch die modernen Schatzsucher kommen am Anninger auf ihre Rechnung, z. B. bei der Jubiläumswarte (GC23PD8), im Steinwandlgraben (GC21VM5) und an etlichen weiteren, bei Ausflüglern beliebten Plätzen. Auch weniger bekannte Orte kann man im Zuge von Geocaching entdecken. Zu viele Details dürfen hier natürlich nicht verraten werden, im erlaubten Ausmaß findet man Hinweise unter dem folgenden [Link...].


GPS Daten

Die Bilder der folgenden Seite enthalten Ortsinformation. Weiter...


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aktualisiert am 18-Mai-2019
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