Der Anninger - Pflanzen

Wein | Wald | Waldbrand | Pech | Breite Föhre | Sträucher | Meiereiwiese | Blüten | Blumenwanderungen

Hier werden einige Pflanzen erwähnt, die man sehen kann, wenn man mit offenen Augen auf den Anninger geht. Es ist nicht das Ziel dieser Seite, eine umfassende Beschreibung der Flora des Anninger zu geben. Einen Überblick über die Flora des Anninger gibt Walter Redl, der bekannt wurde durch seinen Einsatz zur Rettung der seltenen Flora des Eichkogels, in [Sti] S.25ff.

Der Anninger ist nicht so berühmt für seine Flora wie sein kleiner Bruder, der östlich vorgelagerte Eichkogel. Dessen Flora und Fauna wird in eigenen Büchern beschrieben ([Foe], [Kus]). Es gibt jedoch auch am Anninger seltene und besondere Pflanzen, z. B. die Mödlinger Federnelke oberhalb der Klausen. Für ihre botanischen Besonderheiten bekannt sind zwei östliche Ausläufer des Anninger zwischen Gumpoldskirchen und Pfaffstätten, der Heberlberg (oder Heferlberg) und der Glaslauterriegel.

An einigen Stellen am Anninger kann man Parasole finden. Wie es sich für richtige Schwammerlplätze gehört, werden diese hier nicht verraten.

Parasole
Parasolfund am 20.8.2007
Parasole
Parasolfund am 20.8.2007
Parasole
Parasolfund am 22.9.2007

Fotos der hier erwähnten und vieler weiterer Pflanzen auf dem Anninger sind hier... zu sehen, markiert mit (1) und (4).
Der Biologe Dr. Matthias Mann hat ein PC-Programm "Flora Gaaden" entwickelt. Dieses ermöglicht die Anzeige unzähliger Standorte von Pflanzen auf dem Anninger. Die Pflanzen können nach österreichischen oder wissenschaftlichen Namen gesucht werden. Von einigen Pflanzen werden auch Fotos angezeigt.

Umfassende Informationen zur heimischen Flora: [Link...]


Wein

An den Osthängen des Anninger befinden sich von Mödling bis Pfaffstätten einige Weingärten. Weinbau wird in Mödling, an der Thermenlinie, vermutlich seit der Römerzeit betrieben. Er machte Mödling im Mittelalter zu einem der reichsten Märkte Österreichs. Öffentliche Bauprojekte wie die Othmarkirche oder das Rathaus wurden mit Most und Wein bezahlt.

Die Goldene Stiege ist ein sehr bekannter Zugang zum Anninger. Möglicherweise geht dieser Name auf eine alte Riedbezeichnung In den Goldstaudeln zurück, was auf einen besonders guten Weingarten hindeutet ([Jane3]). Nach einer weniger glaubwürdigen Erklärung geht die Bezeichnung auf eine Sage zurück, nach der die germanische Göttin Freya oder die Kaiserin Maria Theresia hier einen goldenen Schuh verloren hat ([Schw] S.31). Bereits aus den Jahren 1607 bzw. 1610 ist die Bezeichnung gulden Stiegen bzw. Guldenstiegen überliefert ([Sti] S.72).

Zwischen Mödling und Gumpoldskirchen befindet sich das Freigut Thallern, es wird seit 1141 von den Zisterziensern des Stiftes Heiligenkreuz bewirtschaftet [Link...].

Ab 1883 trat eine katastrophale Situation ein: die aus Nordamerika stammende Reblaus breitete sich rasant aus und hatte innerhalb weniger Jahre den Weinbau im Raum Mödling fast völlig zerstört. Viele Weingärten wurden in Bauland umgewidmet, was als Nebeneffekt einen starken Zuwachs der Einwohnerzahl Mödlings bewirkte ([Jane4] S.13).

Für die Weinhauer war diese schwierige Situation ein Anlass für die Gründung des Mödlinger Weinbauvereins im Jahr 1887. Es wurde versucht, resistente Sorten zu züchten. Als dieser Weg Erfolg hatte gewann der Weinbau wieder an Bedeutung. Im Jahr 2007 feierte der Mödlinger Weinbauverein sein 120-jähriges Bestehen im Rahmen der Mödlinger Weintage. Aufgrund des Jubiläums wurde im Museum der Stadt Mödling eine Sonderausstellung über die Geschichte des Weinbauvereins gezeigt.

Zur Geschichte des Weinbaus siehe [Klei] S.51ff, [Kun] S.164ff, [KleiKun] S.52, sehr ausführlich in [H57] S.92ff
Geschichte der Hauerzeche [Sti] S.234ff

Aus [H57] S.261:
Auf des Wienerwaldes Hängen,
wächst ein edler Traubensaft,
und bei Wein und Frohgesängen
schöpft der Wandrer neue Kraft.
Steile, sonnenreiche Rieden,
kühle Schatten, goldner Wein:
Komm und trink. Du bist zufrieden.
Gumpoldskirchen lädt dich ein!
Der Weinbauverein Gumpoldskirchen

Im Lauf der Zeit erwuchs dem Weinbau Konkurrenz durch Bierbrauereien, auch dazu ein passender Spruch:
Das Wasser gibt dem Hornvieh Kraft,
den Menschen stärkt der Gerstensaft.


Wald

Nicht immer war der Anninger durchgehend bewaldet wie heute, und es ist keineswegs selbstverständlich, dass der Anninger heute noch bewaldet ist. Auf der bekannten Darstellung Die Breite Föhre nächst der Brühl bei Mödling von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld aus dem Jahr 1838 ist die Breite Föhre als ziemlich einsamer Baum zu sehen, ringsum nur kleine Bäume, Buschwerk und Wiese. Die Erhebungen rund um die Brühl waren kahl und dienten hauptsächlich als Weideland. Aus dem Jahr 1592 ist das Recht des Marktes Mödling belegt für den Viehauftrieb über die gulden stiegen zur Viehweide am Anigerperg im kaiserlichen Wald ([Gia] S.124).

Die Aufforstung durch Schwarzföhren erfolgte ab 1808 unter Fürst Johann I. von Liechtenstein. Im Mödlinger Kurpark wird ihm auf einer Tafel dafür gedankt. Erde und Wasser wurden auf den Berg getragen, damit die Bäume wachsen konnten, siehe [Foe2] S.9, S.15, [Kun] S.67ff, [Luk] S.199. Die Bäume wurden in Büscheln gepflanzt, in der Hoffnung, dass von jedem Büschel zumindest ein Baum überlebt. Daher ist noch heute zu beobachten, dass manche Bäume sehr eng beieinander wachsen.

Prinz Friedrich, ein Sohn des Fürsten, schreibt darüber: Papa unternahm es, die gantze Gegend reitzend zu machen, was ihm auch gelang. Vor allem richtete mein Vater sein Augenmerk auf die Bepflanzung des zwischen dem Schloss Mödling, der Klausen und der Brühl kahl stehenden Berges, auf dem sich nur einzelne alte Föhren befanden.

Gedenktafel Liechtenstein
Gedenktafel Liechtenstein

Die Schwarzföhre bzw. Schwarzkiefer (pinus nigra austriaca) war jedoch schon vor dieser Aufforstung hier heimisch, vermutlich schon im Jungtertiär, und hat die Eiszeiten überdauert ([Kar] S.21). Die Schwarzföhreninsel reicht von Kalksburg bis zur Rax, das nächste Vorkommen ist in Südkärnten am Dobratsch. Die typische Waldgemeinschaft von Schwarzkiefer mit Felsenbirne und Kalkblaugras kann am Anninger beobachtet werden und ist ein Indiz dafür, dass die Schwarzkiefer hier schon sehr lange heimisch ist. Sie hat eine Lebenserwartung von bis zu 1000 Jahren ([Rie] S.144). [Link...]

Der Anninger hat heute Anteil am Naturpark Föhrenberge. Der Ursprung dieses Naturparks geht zurück auf den 22. Dezember 1807, als Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein in und um Mödling weite Ländereien des ehemaligen Familienbesitzes erwarb und anschließend durch Anpflanzung von Schwarzföhren und Errichtung von künstlichen Ruinen ausgestaltete. Im Jahr 2007 konnte somit das Jubiläum "200 Jahre Föhrenberge" gefeiert werden.

Der Verein "Naturpark Föhrenberge" wurde 1968 gegründet, erster Obmann war Friedrich Rihs, gefolgt von Siegfried Ludwig, Johann Gassner, Friedrich Lehr und Leopold Eichinger. Geschäftsführer war Konrad Brüger ([120J] S.20). Weiters gehört der Anninger zum Biosphärenpark Wienerwald [Link...].

Immer wieder wurden Teile das Anninger aufgeforstet. Z. B. nach Kriegszeiten, wo einerseits Bäume von der notleidenden Bevölkerung als Heizmaterial benötigt wurden, andererseits größere Waldflächen durch Kriegseinwirkung abbrannten. 1925 wurden Bereiche am Frauenstein mit 15000 Föhren aufgeforstet ([WalKuc] S.63).

Um 1868 gab es die fatale Idee, den Staatshaushalt u. a. durch Verkauf des Wienerwaldes an den Holzhändler Moritz Hirschl zu sanieren. 1870 sollte der Verkauf mit dem Anninger Forst beginnen. Es war bereits beschlossene Sache, den Wald zu Geld zu machen, als Josef Schöffel allein begann, dagegen zu kämpfen. Gerichtliche Klagen, Intrigen und Bestechungsgelder konnten ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen, den Wienerwald zu erhalten. Schließlich fand er Mitstreiter und hatte 1872 mit seinem bedingungslosen Einsatz für den Wald Erfolg und wird zu recht als Retter des Wienerwaldes bezeichnet (siehe [Kun] S.90ff). 1873 wurde er zum Bürgermeister von Mödling gewählt, unter seiner Regierung wurde Mödling 1875 zur Stadt erhoben. Umfangreiche Sanierungs- und Bauprojekte wurden durchgeführt, u. a. die Regotisierung der Othmarkirche [Link...]. Josef Schöffel ist am Mödlinger Friedhof in der Schöffel-Kapelle begraben.

Diese Rettung des Wienerwaldes durch die Courage eines Einzelnen fand Niederschlag in der Literatur. Ferdinand Kürnberger befasst sich in seinem 1874 erschienenen Buch Siegelringe mit der Wienerwald-Affäre. Das Thema wurde auch von Karl Kraus in seiner Zeitschrift Die Fackel behandelt. ([Sti] S.257f)

Vorherrschende Bäume am Anninger sind heute die Rotbuche und die Schwarzföhre. An der Anningerstraße herrscht zwischen Breiter Föhre und Grenzweg der Schwarzföhre-Buchen-Mischwald vor, wo die Schwarzföhre als Lichtholz und die Rotbuche als Schattenholz eine Waldgesellschaft bilden ([Sti] S.35). Stellenweise findet man am Anninger Hainbuchen, Eschen, Linden, Eichen, selten Birken, Lärchen, Fichten und Tannen, vereinzelt sogar die Elsbeere. Dieses Verhältnis war nicht immer so. Bei der Waldbestandsaufnahme 1783 war der Anteil der Weißtannen im Wienerwald etwa gleich hoch wie jener der Buchen. So wurde z. B. der heute noch bestehende Dachstuhl der Othmarkirche in Mödling aus Tannenholz vom Anninger erbaut, siehe [Kun] S.60f; [Link...]. Ein Grund für den Rückgang der Tanne ist ihre mangelnde Trockenresistenz.

Buchenwald
Buchenwald
Rotbuche
Rotbuche
Rotbuche
Rotbuche
Eiche
Eiche
Hainbuche
Hainbuche
Linde
Linde

Die Buche wird auch als "Mutter des Waldes" bezeichnet. Im Frühjahr kann man beobachten, wie die jungen Buchen aus dem Waldboden sprießen. Aus den Bucheckern wächst ein kleiner Trieb mit zwei Blättern, die wenig Ähnlichkeit mit Buchenblättern haben. Schon die nächsten Blätter haben aber das typische Aussehen der Buchenblätter. Nach Jahren mit vielen Bucheckern gibt es viele Mäuse, im Jahr darauf viele Zecken. Frische Bucheckern im Herbst sind essbar.

Das Laub der Eschen treibt im Frühjahr relativ spät aus, später als Buche, Linde, Ahorn, Mehlbeere. Wenn man zur richtigen Zeit von einem Aussichtspunkt auf den Wald blickt sieht man schön diesen Unterschied: das frische, fast künstlich erscheinende Grün der Buchen, und stellenweise noch unbelaubte Bäume, die Eschen. Im Herbst reißt der Sturm die Spitzen der Äste mit ganzen Büscheln von Eschenblättern von den Bäumen. Nach einem Sturm ist der Waldboden stellenweise bedeckt mit Eschenblättern. Auf den Gipfeln des Anninger findet man den typischen Gipfel-Eschenwald.

Junge Eschen
Junge Eschen
Esche mit Pilzkultur
Esche mit Pilzkultur
Mehlbeere
Mehlbeere

Stellenweise kommen auch Vogelkirschbäume vor. Zwei besonders mächtige Kirschbäume stehen bzw. standen vor dem Anningerhaus, der an der Nordost-Ecke des Zaunes wurde im Mai 2012 umgeschnitten. Einen weiteren, starken Kirschbaum sieht man an der Anningerstraße, bergauf links vor der großen S-Kurve. Ein besonders schöner Kirschbaum mit unzähligen Blüten im Frühjahr steht am Beethoven Wanderweg bei der Einmündung des Grimmlinger Grabens, der in der Nähe der Hubertushütte von Gumpoldskirchen heraufzieht. Ein Rastplatz am Weg zur Wilhelmswarte heißt Kirschbaumplatz. In [Aig2] Nr.151 sieht man ein fast 100 Jahre altes Foto, das ebenfalls einen Kirschbaumplatz (Walterruhe) zeigt, an der Anningerstraße nach dem Grenzweg. Heute befindet sich dort eine Rastbank und im Wald verstreut eher unauffällige Kirschbäume.

Vogelkirsche
Vogelkirsche
Kirschbaum beim Anningerhaus
Kirschbaum beim Anningerhaus 2007
Kirschbaum beim Anningerhaus
Kirschbäume beim Anningerhaus 2011
Kirschbaum beim Anningerhaus
Kirschbaum beim Anningerhaus 2012

Sehr häufig ist der Bärlauch in den Buchenwäldern am Anninger anzutreffen. Zeitig im Frühjahr kommen die grünen Spitzen aus dem Boden. Bald darauf ist der Waldboden bedeckt von den grünen Bärlauchblättern, die frisch geschnitten auf Salat und Brot als Vitaminspender sehr willkommen sind. Vorsicht, auch giftige Maiglöckchen wachsen am Anninger! Einige Zeit später scheint der Waldboden von Schnee bedeckt zu sein. Es sind jedoch nur die unzähligen weißen Blüten des Bärlauchs.

Bärlauch
Bärlauch
Bärlauch
Bärlauch
Maiglöckchen
Maiglöckchen

Im Schuljahr 2004/2005 haben Schülerinnen der zweiten Klassen des Gymnasiums Keimgasse Tafeln für einen Waldlehrpfad angefertigt. Der Waldlehrpfad beginnt beim Gasthof Bockerl, führt entlang des Wanderweges Goldene Stiege hinauf, dann ein Stück in Richtung zur Burg Mödling und schließlich über den nördlichen Kalenderberg zurück. Leider sind inzwischen die meisten Tafeln wieder verschwunden.

Auf dem Rücken zwischen Gumpoldkirchner Steig und Buchtal gab es auch einmal einen Waldlehrpfad des W.V.V. Gaaden. Von diesem sind nur mehr zwei Tafeln (Steinröserl und Rotes Waldvöglein) in schlechtem Zustand vorhanden. Der Weg beginnt beim Wasserbehälter (Aufschrift ERBAUT 1957-59) am unteren Ende des Buchtals, er wird aber kaum mehr begangen und erfordert im oberen Teil etwas Orientierungssinn.

Waldlehrpfad Kalenderberg
Waldlehrpfad Kalenderberg
Waldlehrpfad Buchtal
Ehem. Waldlehrpfad Buchtal
Waldlehrpfad Buchtal
Ehem. Waldlehrpfad Buchtal

Wenn auch ein Naturfreund nichts in eine Baumrinde einritzen wird, weil es den Baum verletzt, so ist es doch interessant heute die Kurzmitteilungen (kürzer als SMS!) zu sehen, die vor 30, 40, sogar 60 und mehr Jahren in die Buchenrinden eingekerbt wurden. Wie ging es diesem Menschen damals? Manchmal gibt ein eingeritztes Herz Auskunft über die Gemütslage. Wie geht es ihm heute? Lebt er noch? Besonders alte Beispiele sind die Russenbäume an der Meiereiwiese mit Jahreszahlen bis 1945 zurück. Im Prießnitztal gibt es sogar eine 70 Jahre alte Inschrift von 1942!

1952
1952
1969
1969
1972
1972
1963
1963
1967
1967
1972
1972
1942
1942, im Prießnitztal
1945
1945, bei der Krausten Linde

Im Anningergebiet und auch sonst im Wienerwald gibt es ziemlich viele Bäume mit einem eingeritzten N und jeweils einer Jahreszahl zwischen 1960 und 1997 (1999 am Peilstein), oft sogar mit Monatsangabe, z.B. N 61/XII im Eschenbrunngraben. Auch dasselbe Jahr mit N ist an unterschiedlichen Bäumen zu sehen. N dürfte also im Lauf von zumindest 38 Jahren öfters hier vorbei gekommen sein und hat sich immer wieder verewigt. Wer ist N? Ein moderner Kyselak?

N 60
N 60
N 61/12 im Eschenbrunngraben
N 61/12 im Eschenbrunngraben
N 97/2, N 69/11
N 97/2, N 69/11

Sicher ist jeder einzelne Baum im Wienerwald wertvoll. Trotzdem wäre es wünschenswert, dass gezielt ein paar Bäume umgesägt werden zugunsten von Sichtschneisen. So könnte man etwa im Bereich der großen S-Kurve die Sicht zum Husarentempel frei machen, wie es auf alten Aufnahmen aus dem Bereich der Hans Riffer Quelle zu sehen ist. Im Bereich der Breiten Föhre könnte der Blick zum Eichkogel frei gemacht werden.

Ganz oben hatten ein paar Bäume die Sicht von der Jubiläumswarte zum Schneeberg schon ziemlich verstellt, im Frühjahr 2012 wurden diese gefällt - vermutlich nicht wegen der Sicht zum Schneeberg, sondern aus forstlichen Gründen. Im Jänner 2015 wurden am Eschenkogel umfangreiche Schlägerungen durchgeführt, die Jubiläumswarte steht nun ziemlich frei und den Schneeberg sieht man schon vom Boden aus.

Timberjack bei der Arbeit
Timberjack bei der Arbeit
Holzberge beim Anningerhaus
Holzberge beim Anningerhaus
Jubiläumswarte nach der Schlägerung
Jubiläumswarte nach der Schlägerung

Franz Mathias Rinner schreibt über den Wienerwald und die damit verbundene gute Mödlinger Luft ([Rin] S.101):
Mödlings gesündeste Luft stammt aus dem Wienerwald. Die Bäume stellen nahezu eine Luftoase dar, und wenn der Wind, der in unserer Stadt so oft die Luft bewegt, aus dem Wienerwald herunter weht, dann, ja dann ist die Luft am besten. Die mächtigen Schirmföhren, die hohen Laubbäume, die Fichten und Tannen - der Wald ist eine Luftfabrik, die die Stadt für ihre beinahe tägliche Luftregeneration braucht. Für die Mödlinger Lebensqualität ist der Wienerwald eine unverzichtbare Intensivstation, eine Luftpumpe, die sauberen Sauerstoff in die Stadt strömen lässt.

Anfang Dezember 2014 herrschte einige Tage lang dichter Nebel mit Nieseln und leichtem Regen. In den Gipfelregionen des Anninger fiel die Temperatur knapp unter den Gefrierpunkt. Dadurch wurden Bäume, Sträucher und Gräser zunächst mit einer dicken Raureifschicht und dann richtig mit Eis überzogen. Das war beeindruckend anzusehen, für die Äste im Wipfelbereich der Laubbäume wurde die Last aber zu schwer. Unzählige Äste aller Größenordnungen brachen ab und bedeckten den Waldboden und natürlich auch die Wege. Der Hauptweg am Kaisergerndl wurde ein paar Tage danach von den Ästen geräumt, andere Wege und Steige (z. B. jener am Kaisergerndlkamm, siehe Foto) blieben aber längere Zeit schwer begehbar. Das Eis war bald wieder weg, die Temperaturen um Weihnachten waren ungewöhnlich hoch (> 10°C), die Äste blieben liegen.

Eisbruch Dezember 2014
Eisbruch Dezember 2014

Der große Waldbrand

Am 15. August 1994 brannten ca. 15 ha Föhrenwald zwischen Jennyberg und Meiereiwiese. Um 13:50 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, dass der Wald in Flammen steht. Die Feuerwand war bis zu 20 m hoch. Mit 300 (nach anderen Angaben 400 bzw. 600) Mann, 2 Flächenflugzeugen und 3 Löschhubschraubern des Bundesheers gelang es, bis zum Abend den Brand zu löschen. Die Feuerwehr musste lange Schlauchleitungen legen, da die Wasserleitung, die heute von der Meiereiwiese in dieses Gebiet führt, damals noch nicht existierte. Die Wasserbohrungen an der Meiereiwiese waren jedoch schon durchgeführt. Die 500 Liter fassenden Löschbehälter der Hubschrauber wurden dort und beim Rilke-Teich in Wiener Neudorf befüllt. Es wurde auch eine Schlauchleitung von der Meiereiwiese zur Brandstelle gelegt. In den darauffolgenden Tagen mussten Glutnester bekämpft werden. Fast eine Woche hindurch waren immer wieder Löschhubschrauber im Einsatz.
Berichte: Kurier vom 16. August 1994, NÖN Woche 33/1994, Mödlinger Stadtnachrichten Nr.9/1994, [WalKuc] S.246

Die verbrannten Bäume wurden später entfernt, die Fläche wurde aufgeforstet. Das Gesetz schreibt das vor, nach Aussage von Biologen wäre es aber nicht notwendig. Der Wald verjüngt sich auf dem mit Asche gedüngten Boden selbst.

Die beiden Brandflächen sind heute noch deutlich zu erkennen. Am östlichen Beginn des Dreistundenweges befindet sich seit 2001 ein Trinkbrunnen. Auf der Bergkuppe nordlich davon stehen keine großen Bäume, nur junge Föhren und Strauchwerk. Das ist eine der Brandflächen. Wenn man weiter in Richtung Burg Mödling geht, sieht man links (südlich) des Weges dasselbe Bild, eine Fläche mit Jungwald, die zweite Brandfläche. Einen Überblick über beide Brandflächen hat man vom oberen Dreistundenweg, dort wo man zur Burg Mödling hinübersieht. Bis Frühjahr 2009 waren die beiden Brandflächen mit Schutzzäunen umgeben.

Video vom Waldbrand auf YouTube [Link...]

Brandstelle August 1994
Brandstelle August 1994
Brandstelle August 1994
Brandstelle August 1994
Brandstelle
Brandstelle von 1994 im Jahr 2007
Brandstelle
Brandstelle von 1994 im Jahr 2007
Brandstelle
Brandstelle von 1994 im Jahr 2006

Ein Augenzeugenbericht über den Waldbrand:

Am 15. August 1994 wollte ich kurz nach Mittag auf den Anninger gehen. Schon am Schießstättenweg war Brandgeruch zu bemerken. Die Ursache war hier noch nicht erkennbar und die Lage schien noch nicht beunruhigend. Auf der Anningerstraße war aber bald zu sehen, dass Rauchschwaden durch den Wald zogen. Nun war es klar, dass der Brandgeruch aus dem Wald kam und ich kehrte um. Unten beim Schießstättenweg waren jetzt schon verkohlte Teilchen zu bemerken, die aus der Luft heruntersegelten. Das sah nun doch schon nach einem größeren Brand aus.

Ich ging die Riegerstraße nach Norden zur Goldenen Stiege und hinter dem Gasthaus Bockerl auf den Fraunstein hinauf. Aufgrund der Windverhältnisse war hier vom Rauch wenig zu bemerken. Aber oben am Waldrand angekommen bot sich ein erschreckender Anblick: Ein Stück weiter westlich war eine Feuermauer zu sehen, die aus den Baumkronen emporloderte! Es war nicht ratsam, näher an das Feuer heranzugehen. Hoffentlich wird die Feuerwehr das bald unter Kontrolle bringen, dachte ich.

Ich ging an den nördlichen Rand des Frauenberges und dort entlang in Richtung Burg Mödling. Auf diesem Weg war es jederzeit möglich, im Fall dass der Wind drehte rasch ins Tal der Klausen abzusteigen. Am Weg, der von Mödling her direkt zur Burg führt, war dann wieder das Feuer zu sehen. Hier am Rand des Brandes war es nicht die meterhohe Feuerwand. Einige Leute waren zu sehen, die versuchten mit Schaufeln die Flammen niederzuschlagen.

Einige Zeit später waren dann schon Löschhubschrauber zu sehen. Sie kamen zuerst von Osten, aus Richtung Wiener Neudorf. Später sah ich auf der Meiereiweise, dass auch dort die Löschbehälter der Hubschrauber mit Wasser gefüllt wurden. An der Meiereiweise waren unter dem Wasserstadtrat Pepi Wagner Wasserbohrungen durchgeführt worden. Dieses Wasser konnte nun als Löschwasser genutzt werden.

Nach dem Brand war zu sehen, dass es sich um zwei Brandflächen handelte: der Hang südöstlich der Burg Mödling und die Kuppe östlich davon. Das Feuer hatte offenbar den dazwischen liegenden Graben übersprungen. Im Gebiet Richtung Anningerstraße waren einzelne angebrannte Stellen zu sehen. Auf den Brandflächen standen nun verkohlte Bäume. Das Löschwasser hatte tiefe Furchen in den Boden geschwemmt. Das Wasser wird aus den Behältern der Hubschrauber nicht versprüht, sondern in einem Schwall auf das Feuer geleert.

Später wurden die verbrannten Bäume umgeschnitten und kleine Föhren gesetzt. Diese wurden jedoch nicht gegossen, wie 200 Jahre davor unter Fürst Liechtenstein. Viele Setzlinge sind daher vertrocknet, Nachpflanzungen wurden durchgeführt. Heute wachsen dort zahlreiche junge Föhren. Ob es die gesetzten sind oder ob sie von selbst aufgegangen sind ist schwer zu sagen.


Pech

Pech ist der umgangssprachliche Name für das Harz, das aus Föhren gewonnen wurde. Für die Industrie verwertbare Bestandteile des Harzes sind Kolophonium und Terpentinöl. Die Harzgewinnung im Schwarzföhrengebiet Niederösterreichs lässt sich bis in das 14. Jahhundert zurückverfolgen.

An der Ostseite des Anninger gingen die Pecher (Pechbauern, Pechhacker) bis in die 1960er Jahre ihrer Arbeit nach. Zahlreiche Föhren mit aufgeschnittener Rinde sind zu sehen, wo das Harz abgezapft wurde. Auffällig ist, dass es im Bereich des Prießnitztals viele Föhren gibt, die nur einmal im untersten Bereich des Stammes angeschnitten wurden. Richtung Richardhof sind Föhren zu sehen, wo der angeschnittene Bereich bis zu 3 Meter hinaufreicht. Zur Bearbeitung wurden dann Leitern gebraucht. Gelegentlich findet man im Wald noch ein Tongefäß (Pechhäferl), das zu Auffangen des Pechs verwendet wurde, vielleicht auch eine Deckel dazu. Manchmal wurden auch Gefäße aus Glas verwendet. In manchen Stämmen steckt noch der Nagel, der das Tongefäß gehalten hat.

Pechföhre
Pechföhre
Pechhäferl
Pechhäferl
Pecherplatzl
Pecherplatzl

Die Waldbesitzer waren über die Arbeit der Pecher nicht sehr erfreut. Einerseits werden die Bäume durch das Aufschneiden der Rinde geschädigt. Andererseits stellt das Harz eine erhöhte Brandgefahr dar. In den 1940er Jahren brannten ganze Wälder im Bereich des Husarentempels und der Meiereiwiese ab. Die Gemeinde Wien etwa hat daher das Harzen in ihren Wäldern teilweise verboten. Ein hauptberuflicher Pecher benötigte bis zu 3000 Schwarzföhren, um mit seiner Familie davon leben zu können.

Ende Jänner 2016 wurde beim unteren Eingang des Prießnitztales das Pecherplatzl eingerichtet. Ein Stück nach dem Biotop wurde schon im Jahr davor ein Platz eingeebnet und Zugänge geschottert. Nun stehen dort drei Infotafeln zum Thema Schwarzföhren und Pecherei.

Literatur:
Die Harzgewinnung im Bezirk Mödling (Pecher - ein sterbender Beruf) [H59/60] S.134ff
Wikipedia [Link...]


Die Breite Föhre

Der bekannteste Baum des Wienerwaldes ist bzw. war sicher die Breite Föhre, eine ehemals mächtige Schirmföhre an der Anningerstraße, auf 379 m Höhe bei der Abzweigung des Weges zum Richardhof. Sie hatte einen Stammdurchmesser von 140 cm, ihre Krone hatte eine Spannweite von fast 20 m ([Rie] S.304).

Zahlreiche Künstler sollen sich gerne bei diesem Baum aufgehalten haben ([Rin] S.114): die Komponisten Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Hugo Wolf, Arnold Schönberg, Anton von Webern, die Maler Moritz von Schwind, Ferdinand Waldmüller, Gustav Klimt, Egon Schiele, die Dichter Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund, Robert Musil, Josef Weinheber. Berühmt ist das 1838 von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld gemalte Bild der Breiten Föhre [Link...]. Neueren Datums ist eine Tuschezeichnung von Karlheinz Pilcz, eine Kopie war in der Unterstandshütte bis zu deren Renovierung 2014 zu sehen.

Auf einem Foto von 1898 ([Aig] Nr.116) ist zu sehen, dass sich an dem Baum einige Andachtsbilder befanden, daneben ist ein Wegkreuz zu sehen. Dieses steht heute wieder dort. Es sind folgende Inschriften eingeschnitzt: V. NF.M. 1877, RENOV. 1923. Eine Tafel berichtet, dass das Kreuz im Jahr 2004 wieder an diesen ursprünglichen Standort versetzt wurde, davor stand es einige Jahre an der kleinen Wiese nordöstlich der Breiten Föhre.

Um 1988 Jahren starb die Breite Föhre. Eine Gruppe von Künstlern um Josef Brammer, Franz R. Strobl und Karlheinz Pilcz starteten eine Initiative zur Rettung des Baumes (ausführlicher Bericht in [Rin] S.113ff). Zahlreiche weitere Künstler, darunter Manfred Deix, Karl Korab und Herwig Zens, stellten Werke zur Verfügung, die am 23. April 1992 im Rahmen der Verkaufsaustellung "Ein Abend für die Breite Föhre" im Wiener Künstlerhaus verkauft wurden. Die Aktion stand unter dem Ehrenschutz von Landeshauptmann Siegfried Ludwig und fand österreichweit Beachtung. Der Baumchirurg Manfred Saller wurde mit der Konservierung des Baumes beauftragt. Die Äste wurden mit Holzkrücken, später mit Stangen und Seilen aus Stahl gestützt.

Trotz aller Bemühungen hat sich leider der Wunsch nicht erfüllt, den vom Naturdenkmal zum Kulturdenkmal verwandelten Baum am Originalstandort für die nächsten Generationen zu retten. Am 14.  Jänner 1997 musste der geschichtsträchtige Baum aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Die Teile wurden numeriert und im Jahr 2002 im Niederösterreichischen Landesmuseum in St. Pölten wieder zusammengesetzt [Link...]. Am ursprünglichen Standort blieb nur ein wenige Zentimeter hoher Baumstumpf stehen.

Die letzen Tage der Breiten Föhre
Die letzen Tage der Breiten Föhre

Eine Baumscheibe konnte für Mödling gerettet werden. Sie wurde von der Abteilung für Holztechnik der HTL Mödling konserviert und dem Museum Mödling geschenkt, dort ist sie im Foyer ausgestellt. Die Untersuchungen zeigen, dass der Baum im Jahr 1542 zu wachsen begonnen hatte, er stand also über 450 Jahre an seinem Platz am Anninger! (Zu Lebzeiten wurde das Alter der Breiten Föhre auf bis zu 700 Jahre geschätzt.) Und das, obwohl der Baum schon in jungen Jahren durch Wildverbiss und später durch einen Blitzschlag geschädigt wurde. Adolf Schmidl beschreibt in seinem Wanderführer von 1839, dass der Baum wahrscheinlich durch Muthwillen bis tief ins Mark hinein verkohlt war. Diese Beschädigung ist noch heute am Stammrest zu sehen.

Der ehemalige Standort der Breiten Föhre wurde im November 2005 eingezäunt, eine Steintafel erinnert an den Baum: An dieser Stelle stand bis zum Jänner 1997 die "Breite Föhre" die über viele Jahrhunderte Wanderern und Künstlern als Rastplatz und Ort der Inspiration diente. Stadtgemeinde Mödling, im März 2000
Im ersten Versuch war überhaupt nur der Stein mit der Erinnerungstafel eingezäunt. Bald wurde aber der Fehler erkannt und der Zaun erweitert, sodass nun auch der Stammrest geschützt ist. Wenn man die Anningerstraße heraufkommt, befindet sich der Stammrest genau hinter dem Stein mit der Gedenktafel.

Erinnerungstafel bei der Breiten Föhre
Erinnerungstafel Breite Föhre
Erinnerungstafel und Neue Breite Föhre
Erinnerungstafel und Neue Breite Föhre
Erinnerungstafel bei der Breiten Föhre
Erinnerungstafel Breite Föhre

Im eingezäunten Bereich wurden sechs kleine Föhren gesetzt, später zwei weitere, noch kleinere Setzlinge. Von diesen acht Mini-Bäumchen sind im Sommer 2006 sechs vertrocknet, zwei stehen noch dort. Im Frühjahr 2007 wurden wieder einige winzige Föhren gepflanzt. Direkt aus dem Stamm der Breiten Föhre treiben zwei Föhren aus. Nachdem diese Jungföhren eine gewisse Höhe erreicht hatten, wurde die Umzäunung 2013 entfernt. In der nebenan befindlichen Unterstandshütte wird über die Breite Föhre und die Schwarzkiefer im allgemeinen informiert.

Die Breite Föhre wird häufig in der Literatur erwähnt:
[Kun] S.122ff, [Luk] S.168, [Foe3] S.16 (Bericht über einen Schulausflug zur Breiten Föhre)
[WalKuc] S.255, [KleiKun] S.89, [Rin] S.113ff., [NÖDenk22] S.14f.
Alte Ansichten der Breiten Föhre: [Link...]

Am 19. November 2005 wurde ein mächtiger Nachbarbaum der Breiten Föhre offiziell zum Naturdenkmal erklärt, die Neue Breite Föhre. Sei war aber schon seit Februar 1983 unter Naturschutz gestellt. Ihr Alter wird auf ca. 200 Jahre geschätzt. Im Mai 2001 wurde an diesem Baum ein Marienbild angebracht, im Mai 2006 wurde es erneuert. Jeweils Ende Mai hält die Pfarre St. Othmar dort eine Maiandacht [Link...].

Ein Stück weiter unten steht an der Anningerstraße eine sehr schöne, etwas kleinere Schirmföhre mit pilzförmiger Krone, die als Kleine Breite Föhre bezeichnet wird. Sie dürfte ebenfalls ca. 200 Jahre alt sein und ist seit September 1941 als Naturdenkmal ausgewiesen. Ein Foto aus dem Jahr 1913 ([Aig] Nr.117) zeigt, dass hier ebenfalls ein Andachtsplatz war. Am Baum hingen einige Bilder und daneben stand ein Kreuz.

Die ehemals grünen, ovalen Schilder "Naturdenkmal" wurden im September 2009 durch neue Tafeln ersetzt, auf denen auch die Bezeichnung des jeweiligen Naturdenkmals angegeben ist. Die beiden eben erwähnten Föhren sind mit "Breite Föhre II" und "Kleine breite Föhre" beschriftet.

Neue Breite Föhre
Neue Breite Föhre
Kleine Breite Föhre
Kleine Breite Föhre
Kleine Breite Föhre
Kleine Breite Föhre

Eine sehr schöne, mächtige Schirmföhre steht im Wald versteckt, abseits der häufig begangenen Wege. Von oberhalb der östlichsten großen Felsplatte der Friedrichswand (ehemaliger Steinbruch im unteren Rehgraben) führt ein Steig in nordöstlicher Richtung zur Anningerstraße. Im obersten Bereich dieses Steiges befinden sich ein paar Felsen, dort steht der bemerkenswerte Baum.

Mächtige Schirmföhre
Mächtige Schirmföhre

Manchmal dient der Anninger als Übungsgebiet für die Feuerwehr. Am 19.6.2007 abends war eine große Zahl von Männern der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Mödling mit einigen Fahrzeugen bei der Breiten Föhre versammelt. Am Waldrand lag ein verunfalltes Auto, offenbar das Übungsobjekt.


Sträucher

Folgende Sträucher sind häufig am Anninger anzutreffen:

Kornelkirsche (Gelber Hartriegel, Dirndlstrauch): im Frühjahr (Februar, März) der erste blühende Strauch am Anninger, blüht gelb bevor die Blätter austreiben, daher gut sichtbar, die Blüten bleiben mehrere Wochen lang erhalten; die roten Früchte sind essbar (August, September), sehr herb, im Idealfall schmecken sie wie Weichseln; häufig liest man, dass die Früchte erst nach dem ersten Frost genießbar sind, da sind sie aber längst abgefallen.

Kornelkirsche
Kornelkirsche
Kornelkirsche
Kornelkirsche

Spindelstrauch und Warziger Spindelstrauch: die Blätter treiben sehr zeitig im Frühjahr, der Spindelstrauch gehört zu den ersten grünen Sträuchern im Frühjahr, die Blüten sind unauffällig, umso auffälliger sind die Früchte, diese sind aber giftig.

Spindelstrauch
Spindelstrauch
Warzen-Spindelstrauch
Warzen-Spindelstrauch
Warzen-Spindelstrauch
Warzen-Spindelstrauch

Berberitze: Blätter treiben vor den Blüten, diese bilden kleine, gelbe Rispen, die roten, länglichen Früchte sind essbar, sauer wie Zitrone.

Berberitze
Berberitze
Berberitze
Berberitze

Felsenbirne: schöne weiße Blüten, an trockenen Standorten, bildet eine typische Gemeinschaft auf kalkigem Untergrund mit Schwarzföhre und Kalkblaugras.

Felsenbirne
Felsenbirne
Schlehdorn
Schlehdorn
Pimpernuss
Pimpernuss

Weitere Sträucher: Schlehdorn, Brombeere (manchmal etwas lästig, wegen der Stacheln), Goldregen (ausgewildert), Haselnuss, Weißdorn, Roter Hartriegel, Pimpernuss (Kerne der ballonartigen Frucht essbar, solange sie noch weiß und weich sind), Himbeere


Meiereiwiese

Am Anninger selbst gibt es nur einige kleine Wiesen, eigentlich sind es nur Waldlichtungen. Am Fuß des Anninger, in der Vorderbrühl, liegt jedoch die Meiereiwiese. Sie wurde 1957 im Ausmaß von 156.836 m² von der Stadt Mödling gekauft, dadurch wurde bis heute die Verbauung verhindert, siehe [Foe2] S.3, S.25, [Kun] S.147ff, [Sti] S.203. An der südwestlichen Ecke der Wiese befindet sich ein Gedenkstein, auf dem Johann I. von Liechtenstein (+1836) und den ehemaligen Mödlinger Bürgermeistern Josef Deutsch (+1970) und Rudolf Schwarzrock (+1987) für die Erhaltung der Meiereiwiese gedankt wird. Der Tiefbrunnen an der Meiereiwiese trägt zur Wasserversorgung von Mödling bei.

Heute dient die Wiese hauptsächlich als Auslaufplatz für Hunde. Interessant ist, dass die Wiese einerseits nicht betreten werden soll, andererseits sind Hunde unter Kommandogewalt des Hundeführers erlaubt. Das heißt, Hund und kommandierender Hundeführer schweben über die Wiese?

Bei Zufahrt über die Meiereigasse, kurz vor dem Parkplatz auf der linken Seite, befindet sich eine kleine Wiese, die ist extra mit einem Schild "Hundespielwiese" gekennzeichnet und ist für das frei laufen lassen der Hunde bestimmt. Alle die lieben Hundebesitzer, die mit ihren Hunden auf die Meiereiwiese gehen (wenn sie überhaupt aus dem Auto aussteigen - auch solche gibt es die im Auto bleiben und den Hund laufen lassen) donnern einfach an dem Schild vorbei und wissen gar nicht, dass sie existiert. Das Paradoxe an der Situation ist: Die Kinder, die eigentlich auf der großen schönen Meiereiwiese spielen könnten, spielen jetzt auf der Hundespielwiese (wo nie ein Hund ist) und die Hunde spielen auf der großen Wiese. [Mad]

Hundespielwiese bei der Meiereiwiese
Hundespielwiese bei der Meiereiwiese
Tafeln bei der Meiereiwiese
Tafeln bei der Meiereiwiese

Am Rand der Wiese stehen besonders starke Föhren, Eichen und Buchen (nicht ganz so mächtig wie z. B. im Naturpark Sparbach oder im Helenental). Eine Eiche beim Föhrenhof ist als Naturdenkmal gekennzeichnet. Am westlichen Rand der Meiereiwiese, gegenüber dem Forsthaus, stehen geschichtlich interessante Bäume. Es handelt sich um Buchen, in deren Rinde sich russische Besatzungssoldaten durch Einritzen von Namen (natürlich in kyrillischer Schrift), Sowjetsternen und Jahreszahlen verewigt haben (siehe [Wal2] S.82). Man kann hier z. B. folgendes lesen:
11/6.45, 48, 1947, 1950, 1951, 1952, VII.53, 1953, 1954, 1955, YAKOB, CCCP, MOCKBA
Es ist gut verständlich, dass diese Soldaten lieber zuhause in Moskau gewesen wären als hier an der Meiereiwiese.

Meiereiwiese
Meiereiwiese
Buche mit Inschrift von 1945
Inschrift 1945
MOCKBA
MOCKBA

An der nordwestlichen Ecke der Wiese befindet sich im Wald eine kleine Ausstellung von Skulpturen aus Holz. Eine davon erinnert an das Jubiläum 1000 Jahre Wienerwald. Seit September 2006 ist hier die Ausstellung "Bäume als Zeitzeugen" der Künstlerin Beatrix Lucia Neiss zu sehen. Auf zahlreichen Tafeln sind Fotos der oben erwähnten russischen Bauminschriften zu sehen. Auch jüngere, in Rinden geschnittene Jahreszahlen zu abgebildet, z. B. ein Baum mit einer ganzen Liste von Jahreszahlen, beginnend mit 1967, dieser befindet sich oben an der Anningerstraße. Dazu jeweils ein Text mit Bezug auf den Baumkreis, Sätze von Kräuterpfarrer Pater Hermann-Josef Weidinger und Gedanken der Künstlerin.

Holzskulptur an der Meiereiwiese
Holzskulptur an der Meiereiwiese
Holzskulptur an der Meiereiwiese
Holzskulptur an der Meiereiwiese
Holzskulptur an der Meiereiwiese
Holzskulptur an der Meiereiwiese

Von 4. bis 8. September 1904 fanden auf der Meiereiwiese die Feierlichkeiten zum Jubiläum 1000 Jahre Mödling unter dem Ehrenschutz von Thronfolger Franz Ferdinand statt, siehe [KleiKun] S.100, [Wal] S.24f, [120J] S.9, [H57] S.108, [Sti] S.168f, Plakat im Museum der Stadt Mödling. Mit großem Aufwand, hunderten Mitwirkenden und 60.000 Besuchern wurden mittelalterliche und andere Szenen aus der Geschichte Mödlings dargestellt. Ein Winzerhaus wurde aufgestellt, wo Wein in eigenen Jubiläumsgläsern ausgeschenkt wurde. Die Meiereiwiese wurde elektrisch beleuchtet, was damals eine große Sensation war. An der Meiereiwiese stand auch einst das Wirtshaus Zu den zwei Raben. Für die Musikanten dieses Gasthauses hat Beethoven die Elf Mödlinger Tänze komponiert.

Auch im Jahr 2008 wurde ein großes Fest auf der Meiereiwiese gefeiert. Die Kinderfreunde veranstalteten das Jubiläums-Pfingstlager anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens. Auf der Meiereiwiese war eine bunte Zeltstadt aufgebaut.

Jubiläums-Pfingstlager der Kinderfreunde
Jubiläums-Pfingstlager

Blüten

Es ist nicht beabsichtigt, alles was am Anninger blüht hier aufzuzählen. Einige besonders häufige und einzelne sehr seltene Blumen werden erwähnt. Teilweise werden in Klammern Beispiele von Standorten angegeben.

Blumen, die man relativ häufig sehen kann:
Primel, Schlüsselblume, Veilchen, Leberblümchen, Zyklame, Schwalbenwurz, verschiedene Arten von Glockenblumen, Bergkümmel (Breitblatt-Laserkraut), Lerchensporn, Zahnwurz, Lorbeerblättriger Seidelbast (immergrün, kommt nur von hier westwärts vor), Schwarzer Germer (kommt nur von hier ostwärts bis Ostasien vor), Königskerze

Primel
Primel
Schlüsselblume
Schlüsselblume
Leberblümchen
Leberblümchen
Zyklame
Zyklame
Schwalbenwurz
Schwalbenwurz
Glockenblume
Glockenblume
Lerchensporn
Lerchensporn
Neunblättrige Zahnwurz
Neunblättrige Zahnwurz
Lorbeerblättriger Seidelbast
Lorbeerblättriger Seidelbast
Schwarzer Germer
Schwarzer Germer
Schwarzer Germer
Schwarzer Germer
Schwarzer Germer
Schwarzer Germer

An manchen Stellen wachsen Walderdbeeren, die nicht nur durch ihre Blüten, sondern vor allem durch die aromatischen Früchte erfreuen.

Weniger häufige Blumen mit Beispielen von Standorten:
Seidelbast (duftet wunderbar), Türkenbund (am Kaisergerndl und bei der Jubiläumswarte), Diptam (Zitronenduft; am Kamm südlich Rehgraben), Lotwurz, Sommerwurz, Adonisröschen (am Kamm südlich Rehgraben), Aronstab (am Kaisergerndl und beim Anningerhaus), Hauswurz, Kuhschelle (oberhalb der Friedrichswand), Maiglöckchen, Schneeglöckchen (am Kaisergerndl), Waldmeister, Tollkirsche, Schuppenwurz, Aurikel (Petergstamm, am Vierjochkogel und in der Klausen am Nordabfall des Frauenstein), Schneerose (ein Exemplar in der Nähe der Krausten Linde bei der Telefonleitung)

Seidelbast
Seidelbast
Türkenbund
Türkenbund
Türkenbund
Türkenbund
Diptam
Diptam
Adonisröschen
Adonisröschen
Aronstab
Aronstab
Kuhschelle
Kuhschelle
Schneeglöckchen
Schneeglöckchen
Waldmeister
Waldmeister
Schuppenwurz
Schuppenwurz
Aurikel / Petergstamm
Aurikel / Petergstamm
Aurikel / Petergstamm
Aurikel / Petergstamm
Schneerosen
Schneerosen

Orchideen:
Waldhyazinthe, Weißes Waldvöglein, Rotes Waldvöglein, Violetter Dingel, Vogelnestwurz, Stendelwurz, Brandknabenkraut, Bleiches Knabenkraut (gesehen 2009 am Kaisergerndl), Hummelragwurz; die ungewöhnlichste Pflanze im Anningergebiet ist sicher die Adriatische Riemenzunge, sie blüht am Glaslauterriegel (südl. von Gumpoldskirchen).

Waldhyazinthe
Waldhyazinthe
Waldhyazinthe
Waldhyazinthe
Weißes Waldvöglein
Weißes Waldvöglein
Rotes Waldvöglein
Rotes Waldvöglein
Rotes Waldvöglein
Rotes Waldvöglein
Vogelnestwurz
Vogelnestwurz
Violetter Dingel
Violetter Dingel
Violetter Dingel
Violetter Dingel
Stendelwurz
Stendelwurz
Brand-Knabenkraut
Brand-Knabenkraut
Adriatische Riemenzunge
Adriatische Riemenzunge
Adriatische Riemenzunge
Adriatische Riemenzunge
Hummelragwurz
Hummelragwurz

Eine Besonderheit:
Die Mödlinger Federnelke (Dianthus plumarius subsp. neilreichii) blüht im Mai am Frauenstein oberhalb der Mödlinger Klausen, dort wo das bewegliche Metallkreuz (Naturfreunde Kreuz) steht. Die seltene Pflanze wurde 1846 von dem österreichischen Botaniker August Neilreich [Link...] entdeckt und beschrieben. Im Jahr 2008 wurde sie zum Naturdenkmal erklärt. Aus diesem Anlass hat ein Mödlinger Konditor die Federnelken-Torte kreiert ([Moe] S.9). Am Wegrand wurde eine Tafel "Naturdenkmal" aufgestellt, ohne weiteren Hinweis. Nur die Eingeweihten wissen, dass es sich auf die Federnelke bezieht. Beim Harlehnerbrunnen am Beethovenweg wurde eine von Experten gestaltete Infotafel aufgestellt, darauf ist die Mödlinger Federnelke abgebildet, sie wird aber dort falsch als Felsennelke bezeichnet.

Mödlinger Federnelke
Mödlinger Federnelke
Mödlinger Federnelke
Mödlinger Federnelke
Mödlinger Federnelke
Mödlinger Federnelke

Direkt vor dem Anningerhaus wächst eine Rarität, die im Mai 2009 durch einen Holzzaun geschützt und mit einer schönen Holztafel bezeichnet wurde: Österreichische Gemswurz, DORONICUM austriaca Jacq. (auch Gamswurz, Gämswurz). [Link...].

Österreichische Gemswurz
Österreichische Gemswurz

Biologisch Interessierte werden noch viele weitere Blumen am Anninger entdecken. Auch weniger spektakuläre Pflanzen bereiten Freude, wenn man sie im Wald entdeckt, zum Beispiel das Perlgras am Buchkogel.

Wenn wir heute in manchen Wintern bereits im November Frühlingsblumen wie die Primel am Anninger blühen sehen, so führen wir das auf die Klimaerwärmung zurück. Ein Bericht in der Mödlinger Zeitung vom 15. Oktober 1898 ([MöZ] S.5) zeigt, dass es auch vor über hundert Jahren schon Ausreißer gab:

Lenzensboten. Für Freunde der Natur, die die Kinder Floras lieben, sei bekannt gegeben, dass gegenwärtig, durch den milden Herbst hervorgerufen, auch in Mödlings nächster Nähe, und zwar auf dem Anninger, mehrere Blümlein, die sonst nur im Lenz sich in ihrer Blütenpracht zeigen, zu finden sind. Im Kienthale sind einige Sträucher von Erica carnea, der fleischfarbigen Heide in voller Blüte, und auf dem Wege vom Anninger nach Gaaden blüht zahlreich die stengellose Primel, Primula acaulis nebst der immergrünen Kreuzblume Polygala Chamae burus, die neben Aster Amellus und Gentiana ciliata ihre lieblichen Blüten entfaltet. Will aber der Wanderer nicht so weit seine Schritte lenken, so findet er im Walde oberhalb des Frauensteins vereinzelt das wohlriechende Steinrösl, Daphne Geneorum. Dem Blumenfreunde sei daher der Besuch dieser Orte empfohlen, aber mit der Bitte, die blühenden Lenzeskinder zu schonen. E. R.


Blumenwanderungen

Naturgemäß gibt es viele Stellen am Anninger, wo man zu verschiedenen Jahreszeiten interessante Blumen und Pflanzen sehen kann. Die hier vorgestellten Wanderungen sind nur als Beispiele zu sehen. Die beschriebenen Wege sind großteils nicht markiert. Weiters ist zu beachten, dass die im folgenden erwähnten Blumen nicht zur selben Jahreszeit blühen. Um alle zu sehen muss man die Wege mehrmals im Jahr gehen. Fotos der hier erwähnten und vieler weiterer Pflanzen auf dem Anninger sind unter diesem [Link...] zu sehen, gekennzeichnet mit (1) und (4). Blumenwanderungen auf den Anninger wurden vom Schöffel-Verein unter Führung von Dr. Matthias Mann angeboten.

1. Rehgraben - Kaisergerndl - Anninger - Jubiläumswarte - Anningerstraße

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Prießnitztal. Nach dem Spielplatz Prießnitztal zweigt nach rechts der Rehgraben ab. Wenn man interessante Blumen sehen möchte, geht man jedoch nicht direkt im Graben aufwärts, sondern auf dem linken (südlichen) oder rechten (nördlichen) Begrenzungsrücken.

Der Aufstieg auf den linken (südlichen) Begrenzungsrücken führt über einen unmarkierten Steig, der vor dem Biotop aus dem Prießnitztal nach rechts emporführt. Am Anfang herrschen die Föhren vor. An einigen Föhren sieht man die Spuren der einstigen Arbeit der Pecher. Interessanterweise wurde die Baumstämme hier nur ein Mal angeschnitten. Einige Eichen sind zu sehen. Weiters sieht man Berberitze (spitze Dornen), Hartriegel, Felsenbirne und Lorbeer-Seidelbast.

Das besondere an diesem Rücken ist das relativ häufige Vorkommen des Diptam. Er duftet herrlich nach Zitrone, wenn man vorsichtig am Stamm reibt. Dort wo der Weg erstmals ein paar Schritte bergab führt kann man die gelben Blüten des Frühlingsadonis sehen. Beim weiteren Aufstieg und im nachfolgenden flachen Bereich kommt man in einen richtigen kleinen Eichenwald. Hier blüht der Türkenbund. Schließlich gelangt man zu dem Weg, der durch den Rehgraben heraufführt.

Zu diesem Punkt kann man auch über die Friedrichshöhe gelangen, den nördlichen Begrenzungsrücken des Rehgrabens. Für diese Variante muss man aus dem Prießnitztal am rechten Rand des Steinbruchs aufsteigen. Alternativ kann man vom Parkplatz Prießnitztal zur Anningerstraße gehen, neben der Asphaltstraße blüht der Lerchensporn. Kurz nach dem Schranken von der Anningerstraße nach links auf den deutlich sichtbaren Steig abzweigen. Man gelangt zur oberen Kante des Steinbruchs. Der Weg führt direkt an dieser Kante entlang, an einer Stelle direkt neben dem Abbruch. Die Vegetation hat sich dort an den trockenen, felsigen Standort angepasst. Es blühen Kuhschellen, Gelber Lauch, Sonnenröschen, Hauswurz, vereinzelt Diptam. Man sieht Felsenbirne und Föhren. Nach dem Ende des Steinbruchs, nach dem letzten Anstieg, kann man auf einem Steig nach links zum oberen Ausgang des Rehgrabens queren. Auf diesem Weg blühen besonders viele Himmelschlüssel.

Auf beiden Varianten gelangt man zum oberen Ausgang des Rehgrabens, geht den hier sehr flachen Rehgrabenweg weiter aufwärts, gelangt zum Querweg, der von der Breiten Föhre zum Richardhof führt. Diesen geht man ein paar Schritte nach links, dann (noch vor dem Schranken) nach rechts auf einen deutlich sichtbaren Steig. Hier ist der Spindelstrauch (Pfaffenkäppchen) auffällig, der Lorbeer-Seidelbast wird häufiger.

Es kommt rechts ein Kahlschlag, wo nur mehr einige größe Föhren stehen, links steht ein Hochstand. Beim Hochstand den rechten Steig wählen, der etwas bergauf führt. Vor dem Hochstand ist im Wald eine Wildschwein-Suhle, man sieht an den Baumstämmen die abgeschabten Stellen, wo sich die Tiere reiben. Allerdings sind die Wildschweine in den letzten Jahren von der Ostseite des Anninger fast verschwunden. Nach dem Hochstand kann man links im Buchenwald Orchideen sehen, und zwar die duftende Waldhyazinthe und das seltene Rote Waldvöglein. Weiters wächst in diesem Abschnitt, dort wo der Weg etwas steiler wird, der Waldmeister, selten am Anninger.

Man überquert in der Nähe der Sulzwiese einen markierten Wanderweg (Verbindung Richardhof zur Anningerstraße) und kommt zu einem Hang, der nur locker mit Buchen bestanden ist. Hier findet man einige Maiglöckchen, und links vom Weg die Waldhyazinthe und das Weiße und Rote Waldvöglein. Waldhyazinthen wachsen hier auch manchmal direkt auf dem Weg.

Auffällig ist hier schon der Schwarze Germer. Zeitig im Frühjahr treiben die Blätter aus dem Boden, manchmal schneit es dann noch. Bald treibt der Stängel aus, der bis zu 1 m hoch wird. Im Hochsommer kommen die dunklen Blüten, dann die Früchte. Auch im Winter sieht man noch zahlreiche der vertrockneten Stängel stehen. Der Schwarze Germer kommt vom Anninger ostwärts vor, im Westen auf den Almen der Alpen findet man hingegen den Weißen Germer. Am oberen Ende dieses Hangs steht ein sehr schöner Kornelkirschbaum. Wichtig ist, immer dem Steigverlauf zu folgen, nicht abzweigen, immer in Richtung Kaisergerndl gehen.

Leberblümchen und Zyklamen sind fast durchgehend zu sehen. Der Steig wird an einer Stelle etwas schmäler, führt durch Buschwerk, danach kommt links eine Kuppe mit einem Hochstand darauf. Hier ist der Schwarze Germer besonders häufig, auch der Bergkümmel wächst hier und sogar der Seidelbast (duftet wunderbar). Schließlich kommt man auf den markierten Weg, der auf das Kaisergerndl hinaufführt. Hier kann man die Vogelnestwurz sehen.

Der Wald besteht hier hauptsächlich aus Buchen und Föhren, diese werden nach oben zu immer mehr durch Eschen abgelöst. Am Kaisergerndl blühen Schneeglöckchen und der Eisenhut. Der Bärlauch wird immer häufiger, stellenweise ist der Wald voll davon. Zur Blütezeit sieht es aus, als ob es nochmal geschneit hätte.

Im flachen Bereich, vor dem Anningerhaus, findet man Aronstab und Türkenbund, auch auf dem Weiterweg zur Jubiläumswarte. Der Türkenbund ist hier stellenweise sehr häufig, leider werden viele Knospen vor der Blüte abgefressen, angeblich von den Rehböcken. Direkt vor dem Anningerhaus blüht in einem kleinen eingezäunten Bereich die Österreichische Gemswurz. Die Jubiläumswarte steht in einem Gipfel-Eschenwald, hauptsächlich bestehend aus Eschen und Linden.

Beim Abstieg über die Anningerstraße, die als Weg vielleicht etwas eintönig sein mag, sind auch noch einige interssante Pflanzen zu sehen. Man geht durch einen Wald aus Buchen und Föhren, die Föhren werden nach unten zu häufiger. Ganz oben blüht der Türkenbund direkt neben der Straße. Primeln, Leberblümchen und Zyklamen sind häufig zu sehen. Im Bereich der alten Rodelbahn kann man das Weiße Waldvöglein entdecken. Nach der Krausten Linde, beim Genzstein Nr. 137, wächst rechts auf der Lichtung das Rote Waldvöglein, gleich am Straßenrand die Vogelnestwurz. Im Wald sind einzelne Vogelkirschbäume zu sehen, auf einem fast 100 Jahre alten Foto wird der Platz als Kirschbaumplatz bezeichnet.

Neben der Straße, zum Teil direkt im Straßengraben, blüht die Stendelwurz, an einzelnen Stellen sogar der sehr seltene Violette Dingel, beides sind Orchideen. Man kommt zu dem Platz, wo einst die Breite Föhre stand. Unterhalb kann man links und rechts der Straße die Stendelwurz entdecken. Weiter unten die Schwalbenwurz. Am letzten Stück der Anningerstraße, dort wo die Böschung rechts etwas felsig ist, blühen die Österreichische Schwarzwurz und manchmal sogar das Steinröschen. Auch Kornelkischen kann man hier sehen bzw. kosten.

2. Frauenstein

Hinter dem Gasthaus Bockerl an der Goldenen Stiege führt ein Steig auf den Frauenstein hinauf. Am Beginn des Steiges ist der Goldlack zu sehen. Ein Stück weiter oben befindet sich links eine Wiese, es handelt sich um einen exponierten Trockenrasen. Das Hauptgras ist hier die Aufrechte Trespe. Weiters findet man die Kuhschelle und die Osterglocke.

Richtung Norden gelangt man zum Abbruch der Mödlinger Klausen. Auf dem Weg dorthin blühen: Aufrechter Zist (gelb), Österreichischer Tragant (blau), Doldenmilchstern (weiß), Wachtelweizen (gelb), Echter Gamander, Leinkraut (Leinblatt), Backenklee (kleine weiße Blüten). Weiters tritt hier die Gemeinschaft der Schwarzföhre mit Kalkblaugras und Felsenbirne auf.

Eine Rarität befindet sich beim beweglichen Kreuz der Naturfreunde: die Mödlinger Federnelke, verwandt mit Hainburger Federnelke und einer weiteren Unterart in Kärnten. Einstmals wurden an dieser Stelle Föhren angepflanzt, wie es das Forstgesetzt vorschreibt, diese wurden wieder entfernt, sonst wäre die Federnelke schon berschwunden.

Auf den Weiterweg in Richtung Südost zur kleinen Kletterwand an der Goldenen Stiege sieht man: Schwalbenwurz, Flaumeiche (Erstjahrestrieb beflaumt), Federgras (vom Wind vertragen, Bohrereffekt durch Feuchtigkeit), Lotwurz, Quendel-Sommerwurz und als große Seltenheit der Violette Dingel (Orchidee, Parasit).

3. Jennyberg

Vom Kinderspielplatz bei der ehemaligen Schießstätte zieht (parallel zur Anningerstraße) ein teilweise felsiger Rücken in Richtung Westen hinauf. Hier so wie am gesamten Jennyberg findet man die Gemeinschaft der Schwarzföhre mit Kalkblaugras und Felsenbirne.
Weiters findet man Pflanzen, die sich gegen die Trockeheit auf den kalkigen Untergrund (Dolomit) durchsetzen müssen: Hauswurz, Grauleuenzahn (Blüten ähnlich Löwenzahn, Blätter samtig und nicht gezahnt), Frühblühender Thymian und Graues Sonnenröschen (Felsspaltenpflanzen).
Weiters Berberitze, Kreuzdorn (Aussehen ähnlich Liguster), Schwalbenwurz (Hundsgiftgewächs, tropische Herkunft), Steinmispel (Aussehen ähnlich Felsenbirne, aber Blattbehaarung an Unterseite nicht abwischbar), selten die Lotwurz.

Am Jennyberg treffen drei Pflanzentypen auf einender:
- Alpenpflanzen, die in der Eiszeit an den Alpenostrand gedrängt wurden
- Pflanzen aus dem pannonischen Raum (Sibirische Glockenblume)
- Pflanzen aus dem Mittelmeerraum (Flaumeiche)


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aktualisiert am 24-Feb-2017
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