Der Anninger - Geologie und Höhlen

Geologie | Matterhörndl | Dreidärrischen Höhle | Einödhöhle | Höhlen | Steinbrüche


Geologie

Der Anninger ist Teil des Kalkstein-Wienerwaldes. An einigen Stellen tritt der Kalk sichtbar an die Oberfläche, in der Klausen sind richtige Dolomitwände und -grate ausgebildet, die auch als Klettergarten genutzt werden. Besonders reizvoll erscheint die Kombination von Kalkfelsen mit Schwarzföhren. Immer wieder sind interessante Kalkgebilde zu sehen, am bekanntesten ist das Matterhörndl. An der Anningerstraße, kurz vor der Abzweigung in das Kiental, befindet sich links ein Gebilde, das Hängender Stein genannt wird. Der Fels hat die Form eines sich aufbäumenden Krokodils

Krokodilstein
Krokodilstein
Krokodilstein
Krokodilstein

Der nördliche Teil besteht vorwiegend aus Hauptdolomit, der südliche Teil besteht vorwiegend aus Dachsteinkalk. Die Trennlinie ist grob gesagt die Anningerstraße und ihre gedachte Fortsetzung nach Westen. Im Bereich zwischen Eschenkogel und Anninger Hauptgipfel treten auch andere Kalkarten verstärkt auf, z. B. Riffschuttkalke mit Fossilien der ehemaligen Meeresbewohner. Eine bekannte Fundstelle ist die Buchtalkehre, siehe Ammonitenfund in [PlöKar] S.87, in [ChiKar] ist ein Ammonit vom Vierjochkogel abgebildet. Funde sind im Museum der Stadt Mödling zu sehen.

Erdgeschichtlich stammen die Gesteine des Anninger hauptsächlich aus der Oberen Trias, sind also älter als 206 Millionen Jahre. Im Bereich zwischen Eschenkogel und Anninger Hauptgipfel befindet sich die sogenannte Anningermulde, die aus etwas jüngeren Gesteinen aus dem Jura besteht, diese sind älter als 142 Millionen Jahre.

Im Miozän, vor ca. 19 Millionen Jahren, wurde das Wiener Becken von einem Meer ausgefüllt, das vor ca. 10 Millionen Jahren vom Weltmeer abgeschnitten wurde und sich durch das Wasser der zufließenden Bäche und Flüsse zu einem Süßwassersee entwickelte. Am Ostrand des Anninger befinden sich Ablagerungen dieses Meeres. Der östlich vorgelagerte Eichkogel besteht aus Süßwasserkalk. An der Goldenen Stiege wurde der Zahn eines Haifischs gefunden, der in diesem Meer gelebt hatte ([Kun] S.16, [KleiKun] S.50).

Auffällig ist die sogenannte Richardhof-Terrasse. Östlich des Weges von der Breiten Föhre zum Richardhof ist deutlich das waagrechte, flache Gelände zu erkennen. Es handelt sich um eine Brandungsterrasse des Meeres.

Der Anninger ist Teil der sogenannten Göller-Decke. Der nördliche Teil wird als Kalenderberg-Schuppe bezeichnet. Diese umfasst keineswegs nur den Kalenderberg, sie reicht nach Süden bis nach dem Vierjochkogel. Südlich daran schließt die Anninger-Schuppe an, sie beinhaltet den Anninger-Hauptgipfel und reicht bis zum Pfaffstättner Kogel.

Am Ostrand des Anninger, zwischen Anninger und Eichkogel, zieht die sogenannte Thermenlinie von Nord nach Süd, ein Beckenrandbruch am Rand des Wiener Beckens. An dieser Störungslinie tritt das Thermalwasser in Baden und Bad Vöslau zutage, ebenso das Wasser des ehemaligen Eisen-Mineralbades in der Mödlinger Pfarrgasse.

Geologische Details sind in [PlöKar] ausführlich beschrieben, auf S.84ff sind geologische Karten des Anningergebiets zu finden, Schnitt-Darstellung der Göller-Decke im Anningergebiet auf S.182.
Eine ausführliche Darstellung befindet sich auch in [Sti] S.9ff und in [H57] S.14ff.


Matterhörndl bzw. Pfenningstein

Einer der in der Literatur am häufigsten erwähnten Punkte am Anninger ist das Matterhörndl. Es wird z. B. an folgenden Stellen beschrieben:
[Har] Nr. 1914/16; [Jan] S.22, S.32ff; [Jan2] S.35; [BouKal] S.75ff; [Kun] S.24f; [RögRich] S.15f, S.43; [Stei] S.123f

Was also ist das Matterhörndl und warum ist es so besonders interessant?

Das Matterhörndl ist ein etwa 10 m hoher Kalkfels, der etwa 600 m Luftlinie südlich des Husarentempels aus dem Waldboden ragt. Der Name ist nicht so überraschend. Es ist eine nette Gewohnheit der Wiener Bergsteiger, vergleichsweise kleine Felsformationen in der Nähe von Wien nach berühmten, großen Vorbildern zu benennen, z. B. der Glocknergrat in der Mödlinger Klausen oder der Cimone am Peilstein. Das Matterhörndl hat von der Form her entfernte Ähnlichkeit mit dem Matterhorn, nur eben um den Faktor 250 verkleinert. Und tatsächlich diente das Matterhörndl als Klettergarten. Die erste bekannte Besteigung wurde um 1870 von August Böhm und Joseph Aichinger durchgeführt, die hier sieben Kleterrouten markierten. Auch der berühmte Emil Zsygmondy ist hier geklettert. Seit 4.9.1941 ist das Matterhörndl als Naturdenkmal ausgewiesen. 2010 ist die Inschrift Kyselak aufgetaucht.

Das Matterhörndl wird von steilen Schichtfugen durchzogen. An einer dieser Fugen ist das Gestein verwittert und vielleicht auch künstlich entfernt worden, so dass eine etwa 2 m hohe Lücke entstanden ist. Der Fels wird daher von Pfarrer Jantsch als zugleich männlich und weiblich bezeichnet. Es wird angenommen, dass es sich um einen sogenannten Durchkriechstein handelt. Ung'schaut und ung'schrien, d. h. ohne sich umzusehen und ohne zu sprechen, musste man von Ost nach West durch die Öffnung durchklettern, um Krankheiten abzustreifen und Gesundheit an Leib und Seele zu erlangen. Allerdings befindet sich an der Ostseite, unterhalb der Öffnung, eine über 1,5 m hohe, überhängende Stufe. Wer diese überwindet, der kann ohnehin nicht sehr krank sein. Südlich lehnt sich an das Matterhörndl ein kleinerer Felsbrocken, dazwischen ist ein Spalt frei. Hier kann tatsächlich jemand hindurchkriechen, der nicht zu groß und halbwegs gelenkig ist.

Matterhörndl
Matterhörndl
Matterhörndl
Matterhörndl
Durchkriechöffnung im Matterhörndl
Durchkriechöffnung im Matterhörndl
Durchkriechöffnung beim Matterhörndl
Durchkriechöffnung beim Matterhörndl
Kyselak am Matterhörndl
Kyselak am Matterhörndl

In der Nähe sollen im Jahr 1918 unter einem umgestürzten Baum Reste von Schalen und Krügen sowie Knochen gefunden worden sein. Weiters befinden sich rund um das Matterhörndl einige kleinere Felsbrocken, die ein Fünfeck bilden. All das könnte als Hinweis auf einen Kultplatz gedeutet werden. In der Hinterbrühl gibt es die sogenannte Bettlerstiege. Pfarrer Jantsch erklärt, dass dieser Name nicht von betteln, sondern von beten hergeleitet ist, hier begann einst der Kultweg zum Matterhörndl.

Für den älteren Namen Pfennigstein gibt es verschiedene Deutungen. Laut Pfarrer Jantsch ist das Wort Pfennig von einem alten deutschen Wort abgeleitet, das eine ähnliche Bedeutung wie Venus hatte. Also ein Hinweis auf einen weiblichen Stein. Matterhörndl könnte auch von Muatahörndl abgeleitet sein, also wieder ein Frauenstein. Nach anderer Deutung kommt der Name von einer Sage, in der eine verstoßene Rittersfrau und ein Geldstück eine Rolle spielten. Eine Sage nimmt Bezug auf eine sogenannte Pfennigburg, die irgendwo hier gestanden sein soll. Vielleicht dort, wo sich heute das Phönixkreuz befindet. Jedenfalls wurde das Loch im Matterhörndl unter der Bezeichnung Pfennigsteinhöhle mit Kataster-Nummer 1914/19 in den österreichischen Höhlenkataster aufgenommen.

Die folgenden historischen Aufnahmen des Matterhörndls wurden von Herrn Thomas Kaltenecker zur Verfügung gestellt:

Matterhörndl Matterhörndl Matterhörndl

Etwa 200 m Luftlinie östlich des Matterhörndls, am unmarkierten Weg in Richtung Mödling, befindet sich ein Platz, der sehr stark den Eindruck eines Kultplatzes hinterlässt. Es handelt sich um eine exponierte, felsige Kuppe mit guter Sicht zum Husarentempel und auf Wien hinab. Im Osten bricht eine Felswand ab. Am höchsten Punkt befindet sich ein ebener Platz, der von Felsen umrahmt ist. Vielleicht war hier tatsächlich einmal ein Kultplatz?

Im Gebiet oberhalb des Dreistundenweges gibt es einige Orte mit besonderer Ausstrahlung, wo man sich vorstellen kann, dass diese Plätze auch schon vor tausenden Jahren auf Menschen eine besondere Anziehungskraft ausgeübt haben. Geländekuppen im lichten Föhrenwald mit mehr oder weniger großen Felsblöcken an den höchsten Punkten, zum Teil auch mit felsdurchsetzen Kämmen. Ein weiteres Beispiel ist ein kleiner Gipfel 700 m Luftlinie südöstlich des Matterhörndls. Seit 2006 steht dort ein Holzkreuz und ein Bankerl mit der Inschrift "Dies ist der Lieblingsplatz von Karl, gewidmet von U & C". Davor gab es eine kleine Tafel mit der Inschrift "Alexandraberg".


Dreidärrischen Höhle

Die Dreidärrischen Höhle ist die größte Höhle des Wienerwaldes. Sie ist an einer Kluft im Dachsteinkalk und in den Kössener Schichten entstanden ([PlöKar] S.205). Im Höhlenkataster wird sie unter Nummer 1914/4 geführt, Beschreibung und Plan siehe [Har] S.272f. Die Höhle befindet sich im Siebenbrunnengraben, der von Gumpoldskirchen auf den Anninger hinaufzieht, auf 520 m Höhe. Der Name könnte daher kommen, das sich im Wald oberhalb der Höhle drei (vier?) Felsgebilde befinden, die naturgemäß nichts hören, also därrisch sind. Grabungen haben gezeigt, dass die Höhle schon zur Hallstattzeit besucht wurde. Pfarrer Jantsch schreibt über die Dreidärrischen Höhle ([Jan2] S.72): Sie hat nicht als Wohnraum gedient, sondern als Opferstätte für Erd- und Totenkulte.

Die gesamte Ganglänge beträgt 210 m (230 m?). Die Höhle besitzt einen natürlichen Eingang, von dem aus eine 2,5 m hohe Stufe in des Höhleninnere hinabführt. 1925 beschloss der Gemeinderat von Mödling, die Höhle als Schauhöhle zu erschließen. Die Arbeiten wurden von Höhlenwart Franz Pachmann mit zwei Helfern durchgeführt ([BouWir] S.89f, Foto von Pachmann). Ein 25 m langer, künstlicher Stollen wurde als zweiter Eingang angelegt und die Höhle wurde elektrisch beleuchtet. Die Dreidärrischen Höhle wurde von 23.8.1926 bis 1939 als Schauhöhle geführt. Im Zweiten Weltkrieg diente sie als Versteck. 1927 wurde neben der Höhle das Bergheim errichtet, das 1935 geschlossen wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg abbrannte ([WalKuc] S.65). Heute sind nur mehr Reste der Grundmauern zu sehen. An diesen tauchte Anfang 2010 die Inschrift Kyselak auf.

Einige Zeit hindurch war die Höhle frei zugänglich, jedenfalls von 1992 bis 1998. Seit einigen Jahren sind beide Eingänge der Höhle wieder versperrt. Die Begründung findet man auf Hinweisschildern bei den Eingängen:
1. Schutz der Fledermäuse.
2. Mangelhafte Ausrüstung und Wissen über die Gefahren bei vielen Höhlenbesuchern.
3. Eine Höhle darf laut Gesetzt nur mit Zustimmung des Grundeigentümers betreten werden.
Es ist eine Telefonnummer angegeben, bei der man sich über Führungen erkundigen kann. Auch bei der unter diesem [Link...] erwähnten Abenteuerhöhle handelt es sich offenbar um die Dreidärrischen Höhle.

Im Winter sind bei starkem Frost interessante Eisgebilde sichtbar. Wie Tropfsteine wachsen die Eissäulen von der Decke herab und vom Boden heraus (Foto [PlöKar] S.205). Im Bereich des natürlichen Eingangs, der nur mit einem Gitter verschlossen ist, kann man diese Eisgebilde sehen ohne die Höhle zu betreten.

Dreidärrischen Höhle
Dreidärrischen Höhle, Stolleneingang
Dreidärrischen Höhle
Dreidärrischen Höhle, nat. Eingang
Dreidärrischen Höhle
Ehemaliges Bergheim
Dreidärrischen Höhle
Dreidärrischen Höhle
Dreidärrischen Höhle
Eis-Stalagmiten
Dreidärrischen Höhle
Eis-Stalagmiten
Kyselak bei der Dreidärrischen Höhle
Kyselak

Einödhöhle und Elfenhöhle

Die Einödhöhle befindet sich am Südhang des Pfaffstättner Kogels. Im Höhlenkataster wird sie unter Nummer 1914/6 geführt, Beschreibung und Plan siehe [Har] S.274f. Die gesamte Ganglänge beträgt 87 m. Sie besitzt drei größere Eingänge und im Inneren einen Rundgang und ist auch mit Kindern leicht zu begehen.

Die Elfenhöhle liegt ein paar Schritte westlich der Einödhöhle. Im Höhlenkataster wird sie unter Nummer 1914/7 geführt, Beschreibung und Plan siehe [Har] S.275f. Seit einem Bergsturz im Jahr 1950 besitzt sie ein sehr großes Portal, das heute 7 m hoch ist. Um in den 8 m hohen Höhlenraum zu gelangen muss man über ein paar sandige Stufen hinabklettern.

Am 22.4.1925 wurden beide Höhlen als Schauhöhlen eröffnet. Im Jahr 1926 sollen 30000 Besucher die Höhlen besichtigt haben. Aus dem Eröffnungsjahr wird u.a. folgendes überliefert:
Besuchszeit der Höhlen: 8 bis 20 Uhr täglich
Eintrittsgebühr: für beide Höhlen 30 Groschen
Führer: Gasthof Grausam (deutsch, rumänisch, serbisch, bulgarisch, russisch, türkisch), Gasthof zur Einöde

Beide Höhlen sind heute frei zugänglich. Infotafeln informieren über die Höhlen und deren Geschichte.

Weitere Informationen auf der Homepage der Gemeinde Pfaffstätten [Link...] und auf der Homepage des Heimatkundevereins Pfaffstätten [Link...]

Das Gebäude des Gasthofs zur Einöde steht unten an der Straße, wird aber nicht mehr als Gasthof geführt, die Beschriftung ist noch sichtbar. Der Weg hinunter führt über ein paar Steinstufen, die seinerzeit den Höhlenbesuchern den Zugang erleichtert haben.

Einödhöhle
Einödhöhle
Einödhöhle
Gang in der Einödhöhle
Elfenhöhle
Eingang zur Elfenhöhle

Höhlen

Im Höhlenkataster sind im Gebiet des Anninger inklusive Pfaffstättner Kogel 31 Höhlen verzeichnet, siehe [Har] S.270ff. Die Nummer (Gebietsnummer 1914 / laufende Nummer) ist bei jeder Höhle in roter Farbe an den Fels geschrieben. Abgesehen von der Dreidärrischen Höhle 1914/4 und der Einödhöhle 1914/6 sind jedoch die Höhlen am Anninger nur mehr oder weniger große Felsnischen oder Grotten, sogenannte Halbhöhlen.

Die 3 m Durchgangshöhle im Matterhörndl ist unter dem Namen Pfenningsteinhöhle 1914/19 bekannt. Die Ganglängen 50 m für das Hinterbrühler Felsentor 1914/12 und 60 m für die Hinterbrühlerhöhle 1914/13 erscheinen eindrucksvoller als es das damit verbundene Höhlenerlebnis tatsächlich ist, da in beiden Fällen die Gänge parallel zur Felswand verlaufen und die Öffnungen sehr groß sind.


Steinbrüche

An der Ostseite des Jennybergs, zwischen Schießstättenweg und Goldener Stiege, befindet sich seit Jahrhunderten ein Steinbruch. Auf dem Plan des Burgfriedens von 1610 ist dieser Hauptdolomit-Steinbruch bereits als Sand und Steinbruch am Silberberg eingezeichnet. Der Jennyberg hieß also damals Silberberg. Daneben findet man die Bezeichnung Weingebirg am Silberberg und zu der Jeni gewandt. Aus dem Flurnamen Jeni entstand der Begriff Jennyberg. Der ehemalige Steinbruch dient heute als Kulisse für diverse Veranstaltungen, als Spielplatz und als Hundeauslauf. An einer Stelle befindet sich ein offizieller Grillplatz, die nötige Genehmigung zur Benützung erhält man bei der Stadtgemeinde.

An manchen Stellen sieht man versperrte und vermauerte Stollen. Sie dienten im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für Wehrmacht, Gendarmerie und Angehörige der Flugmotorenwerke Ostmark in Wiener Neudorf. [Wal4]

Jennyberg mit Steinbruch
Jennyberg mit Steinbruch
Stollen im Steinbruch Jennyberg
Steinbruch Jennyberg
Stollen im Steinbruch Jennyberg
Steinbruch Jennyberg

Kleinere, aufgelassene Steinbrüche sind an mehreren Stellen zu finden, z. B. im Prießnitztal oder an der Meiereiwiese.

Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal
Friedrichswand im Prießnitztal

Ein großer, inzwischen aufgelassener Steinbruch befindet sich am Osthang des Anninger, oberhalb von Gumpoldskirchen. Die von fast senkrechten Felswänden umgebene, ebene Fläche wird heute als Pferdekoppel genutzt. Es wurden auch ein paar Föhren gepflanzt. Anlagen und Gebäude des Steinbruchbetriebs sind noch erhalten, ebenso alte Kalkbrennöfen. Auf einer Informationstafel ist auszugsweise folgendes zu lesen:
Kalkbrennofen Gumpoldskirchen
1806 errichteter Kalkhochofen, der 1857 in den Besitz des Ziegelbarons Alois Miesbach überging. Der gesteigerte Bedarf der expandierenden Baubranche in Wien veranlasste Miesbachs Neffen, Heinrich Drasche, 1869 an dieser Stelle einen neuen Zweischachtofen zu errichten. ... Die 1948 neugegründeten Gumpoldskirchner Kalk- und Schotterwerke des Friedrich Kowall förderten noch bis 1990 Dolomitgestein, ehe der Abbau eingestellt werden musste.
Ein in unmittelbarer Nähe befindlicher, bereits 1797 erwähnter Feldofen ist ebenfalls nahezu unbeschädigt erhalten geblieben.

Im Jahr 1957 wurde für diesen Steinbruch in einem Inserat in [H57] S.259 mit folgendem Text geworben:
Die Gumpoldkirchner Kalk- und Schotterwerke,
zu dieser Zeit aus einem Steinbruch ohne jeglicher maschineller Einrichtung bestehend, werden schon 1620 urkundlich erwähnt. Kaufverträge, Schenkungen, Schätzungen und Pläne, die sich in der Maria Theresianischen Fassion, dem Gültbuch, der Josefinischen Fassion und der Franziscäischen Mappe finden, berichten von dem stetigen Ausbau der Kalkhochöfen und der Schottergewinnungsanlage. So führte der Weg über den ersten Hochofen 1806, die erste Brech- und Sortieranlage 1897, den Einsatz von druckluftbetriebenen Bohrhämmern 1911, dem Bau der Siloanlage 1914 und der Elektrifizierung 1939 zu dem Bestand des heutigen, nach den modernsten Gesichtspunkten ausgebauten Werkes, das bei einer Jahreskapazität von 100.000 t mit insgesamt 14 verschiedenen Sorten von Steinen, Schotter- und Teersplitt namhaft zum Ausbau unseres Straßennetzes beiträgt.

Steinbruch bei Gumpoldskirchen
Steinbruch bei Gumpoldskirchen
Steinbruch bei Gumpoldskirchen
Steinbruch bei Gumpoldskirchen
Brennofen bei Gumpoldskirchen
Brennofen bei Gumpoldskirchen

Ein großer, noch aktiver Steinbruch befindet sich am Mittleren Otter, einer Erhebung im nordwestlichen Bereich des Anningergebiets. Von der Jubiläumswarte aus überblickt man das gesamte Abbaugebiet. Dieser ursprünglich von der Firma Kowall betriebene Steinbruch sorgt immer wieder für Diskussionen. Umweltschützer finden den Anblick störend. Wie der Jennyberg war der Mittlere Otter zur Jungsteinzeit besiedelt. Verstärkte Proteste gab es vor einigen Jahren, als das Abbaugebiet in östlicher Richtung stark erweitert wurde. Andererseits wird jedoch das abgebaute Material für Bauzwecke benötigt und müsste mit LKWs herbeigebracht werden, was auch nicht umweltfreundlich ist. Von Gaaden aus führt ein markierter Wanderweg direkt am Steinbruch vorbei über die Kontrollstelle Kerschgraben in den Eschenbrunngraben. Von diesem Weg aus kann man die gewaltigen, künstlich entstandenen Felsmauern aus nächster Nähe betrachten, der Eindruck ist eher bedrückend. Der westliche Teil, wird zunehmend begrünt. Im Sommer 2012 wird im noch aktiven Teil ein Förderband installiert. Damit können pro Jahr 230000 l Diesel bzw. 500 t CO2 eingespart werden. [Link...]

Der Gipfel des Mittleren Otter ist noch vorhanden. Den höchsten Punkt bildet ein ca. drei Meter hoher Felsblock, in der Nähe befinden sich ein Sender, zwei Nützlingshotels und ein Geocache.

Großer Steinbruch bei Gaaden
Steinbruch Gaaden
Großer Steinbruch bei Gaaden
Steinbruch Gaaden
Großer Steinbruch bei Gaaden
Steinbruch Gaaden
Großer Steinbruch bei Gaaden
Steinbruch Gaaden, Förderband
Großer Steinbruch bei Gaaden
Steinbruch Gaaden, Förderband

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aktualisiert am 20-Nov-2014
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